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SISSA MICHELI: ON TRANSIENT PHENOMENA - Veröffentlicht von martin_inside

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Event-Informationen

Sissa Micheli liebt in der Fotografie das Spiel mit Präsenz und Absenz, mit Stofflichkeit und Sinnlichkeit, die Lust am Extravaganten und Surrealen, am Rätselhaften und Humorvollen. Dabei verweist die zu sehende Bildoberfläche oft auf etwas Anderes, dahinter Liegendes, auf eine verborgene Geschichte, die nur erahnt, auf ein Rätsel, das nur bedingt gelüftet werden kann. Neugierig nähert sie sich ihren Untersuchungsfeldern und erschafft einen sinnlichen wie hintergründigen Kosmos, der sich zwischen Realität und Fiktion, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft bewegt.

Überhaupt ist die Inszenierung ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit Michelis, das bewegte, dynamische Bild ein ständiger Begleiter. Mit fliegenden Kleidungsstücken erschafft sie faszinierende temporäre Skulpturen, die in einem sinnlich dynamischen Spiel das Flüchtige und Vergängliche feiern.

In neuen Arbeiten lässt sich Micheli von der ins Unendliche gehenden Falte inspirieren, wie sie der französische Philosoph Gilles Deleuze in seinem Buch „Die Falte: Leibniz und der Barock“ (1988) beschreibt. Deleuze entdeckt bei Leibniz die Wendungen vom „Falten“ und „Ein- und Auswickeln“ und rekonstruiert darüber eine barocke Metaphysik: mit Verweis auf dessen Monadologie (die Lehre der einfachen Substanzen bzw. letzten Elemente der Wirklichkeit) wird die menschliche Seele als Monade vorgestellt, als eine in sich geschlossene Einheit, die auf zwei Ebenen mit Falten gefüllt ist: den „Faltungen der Materie“ und den „Faltungen der Seele“, die abgegrenzt und doch miteinander verwoben sind. Die vermeintlich äußere Welt wird immer nur als innere Vorstellung aktualisiert; die Gesamtheit der Vorstellungen kleiden diese von innen aus, sie sind darin wie gefaltet ausgebreitet...

Gleichzeitig versinnbildlichen Michelis Arbeiten auch das Grundcharakteristikum der Fotografie, einen Augenblick festzuhalten und visuell einzufrieren, der für das menschliche Auge nicht wahrnehmbar ist, und ihm Bedeutung zu verleihen. Die vor Gesicht und Körper einer Frauengestalt inszenierten Textilen spielen mit dem Gegensatz von Verschleierung und Enthüllung, von Schutz und Schutzlosigkeit und zeigen einen in die Welt geworfenen, verletzlichen Menschen. Micheli begann mit dieser Bilderserie noch vor der Pandemie. Sie sind aktueller denn je.
(Günther Oberhollenzer)

BIOGRAFIE:
Sissa Micheli wurde 1975 in Bruneck, Südtirol geboren und studierte an der Schule für künstlerische Photographie sowie an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Sie gewann zahlreiche Preise und Stipendien, u.a. ein New York Stipendium (2006), den Preis der Akademie (2008), das Atelierstipendium London (2009) und Paris (2013) des BMUKK, Staatsstipendium für künstlerische Fotografie (2015), Südtiroler Künstler/in des Jahres HGV und SKB(2016). Sie verzeichnet zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland. Sie lebt und arbeitet in Wien. www.sissamicheli.net

Die Ausstellung ist während folgender Öffnungszeiten zu besichtigen: 27.07. – 07.08.2021 - Dienstag bis Samstag von 10 - 12 Uhr und von 16 - 18 Uhr (Kunstforum Unterland - Galerie der Bezirksgemeinschaft Überetsch Unterland - Lauben 26 – Neumarkt).

Während der gesamten Dauer der Ausstellung werden natürlich alle zu dem Zeitpunkt vorgegebenen Anti - Covid - 19 - Richtlinien eingehalten.

Kontakte :

Datum und Uhrzeit des Events :

Es gibt Termine vom 28 Juli 2021 bis 07 Aug. 2021

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