Einloggen

Einloggen

Simon Perathoner - GLITCH & DATA - Veröffentlicht von ylenia_inside

0
×

Achtung

Dieses Event ist vorbei, bleibe mit uns für weitere Events

Event-Informationen

Einige Kommunikationstheoretiker gehen davon aus, dass die neuen Technologien un-sere Art zu Denken verändern, dass wir oberflächlicher werden und dass wir weniger bereit sind uns tief gehend Gedanken zu machen.
In den 1970er Jahren hat Jean Baudrillard von der “Kultur der Simulation” gesprochen, heute jedoch befinden wir uns jenseits der Simulation, da es nicht mehr um die Bezie-hungen mit parallelen Realitäten geht, welche die Wirklichkeit reflektieren, sondern un-sere Realität von den simulierten Realitäten begleitet wird. Die Erfindung und Innovation der technischen Bilder hat nicht nur unseren Bezug zur Realität tiefgreifende verändert, auch der Umgang mit der bildenden Kunst wird von der spezifischen Nutzung der tech-nischen Bildern vielfach determiniert. Die Künstler*innen anderseits haben durch die künstliche Intelligenz unendliche neue Ausdrucksmöglichkeiten zur Verfügung um nie gekannte Realitäten zu erschaffen.
Das sind die Themen mit welchen sich der “abnormale” – kein Holz bearbeitende – Grödner Künstler Simon Perathoner beschäftigt. In seinen Werken arbeitet er mit den heute zur Verfügung stehenden neuen Technologien, er kodiert und transkodiert Bilder, mischt digitale Kodexe, transformiert Hardware in Kunstobjekte und macht “Glitches”, d.h. er baut Fehler in die digitalen Sequenzen ein, die dann Inhalte verändern und eine Art persönlichen Stil hervorbringen.
Grundsätzlich ist Simon Perathoner ein Fotograf, der über die Fotografie selbst nach-denkt, ihn interessiert das Wesen der Mediums, das Konzept der Kodexe. Gerade aus dieser Reflexion schafft er Objekte und Installationen, die auf den ersten Blick nicht un-mittelbar dem Medium der Fotografie zuzuschreiben sind.
Vilélm Flusser behauptete, dass der Fotoapparat nur das macht was der Fotograf will, der Fotograf jedoch das wollen muss was der Fotoapparat leiste kann. Auch wenn der Fotograf das Objekt frei wählen kann, bleibt er dennoch der Funktion des Apparats ver-pflichtet. Die Farben der Landschaft die wir auf den Fotos sehen, sind im Grunde nichts anderes als chemische Zusammensetzungen, welche der Fotoapparat, laut seiner Pro-grammierung, auf seine Art und Weise mischt.
Inhaltlich beschäftigt sich Simon Perathoner genau mit dieser Diskrepanz zwischen der Technik und dem Sichtbarem. Auf den ersten Blick scheint er die Betrachter*innen hin-ter das Licht zu führen, dann aber nimmt er sie an der Hand und geleitet sie mittels Spuren und Anregungen zu wichtigen Überlegungen. Der Titel des Werkes "Vista da Rasciesa del Sassolungo innevato in una giornata di sole d'inverno - Val Gardena" sug-geriert z.B., dass eine Landschaftsaufnahme zu sehen ist, das Bild aber zeigt eine Serie von schwarzen und weißen Lettern, den sogenannten Binärkode - die Essenz der digi-talen Fotographie. Für "Brain_Equivocation\Turin" hat Perathoner in Turin 5047 digitale Fotos der Stadt gemacht und sich dazu entschieden die Bilder nicht so zu präsentieren, wie wir es von Fotografien gewohnt sind. Er zeigt nicht die Bilder an und für sich, son-dern die Hardware auf welcher diese gespeichert sind. Diese befindet sich in einer Vitri-ne, ist also nicht zugänglich und von den Fotos gibt es keine Abzüge oder Kopien, sie bestehen einzig und allein als RAW-Datein auf der eingeschlossenen Festplatte. Gera-de den Titeln der Werke von Simon Perathoner kommt eine wichtige Bedeutung zu, da sie einerseits offenbarend als auch evokativ sind, sie bieten eine erste Deziffrierungs-möglichkeit, fordern zum Nachdenken auf und laden ein den Prozesscharakter und die Performativität der Werke nachzuvollziehen.
„Glitch & Data“ ist die erste Einzelausstellung von Simon Perathoner im Gröden. Die von Camilla Martinelli kuratierte Kunstschau eröffnet am Freitag, 21. Juni um 20.30 Uhr im Kreis für Kunst und Kultur in St. Ulrich und bleibt mit einer Unterbrechung zwischen dem 5. und 8.Juli bis zum 21. Juli zugänglich. Am 09. Juli eröffnet die Ausstellung er-neut, mit zum Teil anderen Werken. Zugänglich ist die Ausstellung täglich von 16 bis 19 Uhr und von 20 bis 21.30 Uhr. Der Eintritt ist kostenlos.
Bei der Eröffnung am 21. Juni vollzieht Hannes Egger eine spezielle performative Ein-führung, indem er mit ein eigens für die Ausstellung geschaffenes Werk von Simon Pe-rathoner interagiert. Es handelt sich um eine Adaptierung des bekannten Videospiels Super Mario World, in das der Künstler die Werke der Ausstellung integriert hat um da-mit eine weitere Ebene der Digitalisierung zu schaffen.


Simon Perathoner ist 1984 in Brixen geboren. Er hat die Kunstschule in Gröden be-sucht und anschließend Kunst und Neue Medien an der Akademie von Venedig sowie Fotographie an der Universität für angewandte Kunst in Wien studiert. 2013 erhielt er den IGAV Residency Award in Turin. Er hat an unterschiedliche Gruppenausstellung im In- und Ausland teilgenommen, wie z.B. “Bivacco”, San Servolo, Venedig (2019); “Bien-nale Gherdeina VI”, Museum Ladin, St. Martin in Thurn (2018); “Black Box” 00A Gallery, Meran (2016); “Verbovisioni”, Magazzini del Sale, Venedig und “Speak Together”, Foyer - Kaiserliche Hofburg Innsbruck. Österreich, (2015); “Relations in Form - beyond the border”, Quartair, Den Haag, Niederlande (2014); “Mapping effekt - The Area of Bustle”, 12th International Festival of Contemporary Art, Ptuj, Slowenien (2014); “Landshape”, SpazioULTRA, Udine; “The Others”, ex jail “Le Nuove” Art-Fair, Turin, “ThisAge” Galle-ria A+A, Venedig (2013); “Antidepressiva 2”, “Clubschiff Johann Strauß”, Donaukanal, Wien, Österreich; “Unreal Nature”, Hufak Offspace - Die Angewandte, Wien, Österreich (2012); “BYOB” @ Internet Pavillion of the 54th Venice Biennale, San Servolo, Venedig; “Art Night – Venice”, Palazzo Grassi walls, Venedig (2011). Er lebt und arbeitet in St. Ulrich.

Kontakte :

  • Location : Kreis fu?r Kunst und Kultur
  • Adresse : Antonius Platz 102, St. Ulrich, BZ
  • E-mail : info@circolo.eu

Datum und Uhrzeit des Events :

Es gibt Termine vom 22 Juni 2019 bis 21 Juli 2019

Veröffentlicht von :

Könnte dich auch interessieren :

  • Es gibt Termine vom 25 Juli 2026 bis 16 Aug. 2026
    Ausstellung "Between Two Worlds" – Mathis Gabillard, Clemens Gerber, Joséphine Jobard, Damian Piazza “Between Two Worlds” (Zwischen zwei Welten) „Zwischen zwei Welten“ untersucht Momente des Übergangs – Zustände, die zwischen dem, was war, und dem, was noch kommen wird, existieren. Anstatt sich auf klare Gegensätze zu konzentrieren, fokussiert sich die Ausstellung auf dem Raum, der diese verbindet: die Schwelle, an der sich verschiedene Realitäten überschneiden, an der sich Identitäten verschieben und an der still und leise Wandel stattfindet. Der Titel spiegelt nicht nur die Werke selbst wider, sondern auch die gemeinsame Situation der Künstler*innen. Sie kamen aus verschiedenen Orten nach Gröden und verbrachten Jahre damit, gemeinsam zu lernen, zu arbeiten und zu wachsen. Nun beginnen sich ihre Wege zu trennen. Diese Ausstellung widmet sich jenem kurzen Moment dazwischen: weder ein Anfang noch ein Ende, sondern ein Übergang, an dem Erfahrungen ein letztes Mal geteilt werden, bevor sich neue Wege auftun. Blau wurde zur natürlichen Farbe für diese Idee gewählt. Sie verkörpert sowohl Distanz als auch Intimität, Ruhe und Tiefe. Sie kann gleichzeitig Himmel, Wasser, Schatten, Erinnerung und Möglichkeit suggerieren. Es ist eine Farbe, die sich selten festgefügt anfühlt; stattdessen scheint sie in einem ständigen Zustand des Werdens zu existieren. Aus diesem Grund steht sie im Einklang mit dem zentralen Thema der /Ausstellung: Übergang und Dazwischensein. Anstatt endgültige Antworten zu präsentieren, lädt die Ausstellung die Betrachter dazu ein, über Momente nachzudenken, die sich einer einfachen Definition entziehen – Situationen, in denen zwei Realitäten nebeneinander existieren, sich überschneiden oder ineinander übergehen.
  • Es gibt Termine vom 31 Mai 2026 bis 13 Sep. 2026
    Die Biennale Gherdëina ist eine internationale Biennale für zeitgenössische Kunst, die in Gröden im Herzen der Dolomiten, einem UNESCO-Welterbe, stattfindet Die Dolomiten bieten eine inspirierende Kulisse, eine atemberaubende Landschaft, handwerkliche Traditionen und Berglegenden – ein idealer Rahmen, um das Konzept der (Future) Paradise Gardens zu erkunden. Diese Gärten, die an der Schnittstelle zwischen natürlicher Erhabenheit und Kulturlandschaft liegen, sind nicht nur als Zufluchtsorte für Flora und Fauna gedacht, sondern auch als Räume, die unser kollektives Streben nach einer Zukunft auf der Grundlage von Gerechtigkeit und Gleichheit widerspiegeln. Hier können Gärten sowohl Körper als auch Geist nähren und als Orte des Rückzugs, der Möglichkeit und der Erneuerung für alle dienen. Die Ausstellung ist in verschiedene Kapitel gegliedert, die jeweils einen anderen Aspekt des vom Menschen geschaffenen Konstrukts namens Garten untersuchen. Symbolisch, metaphorisch und emotional kreisen die Themen um Vorstellungen des “Commoning“ (gemeinsame Nutzung) – wo das Anbauen und Teilen von Nahrung sowie das Pflegen und Bewahren aller Lebensspuren Priorität haben. Ein weiteres Kapitel mit dem Titel “Divine Love and Growth” (Göttliche Liebe und Wachstum), lädt dazu ein, den Garten als Symbol spirituellen Wachstums und transzendenter Entfaltung zu betrachten. Die Ausstellung geht zudem auf das Konzept des “Violent Garden” (Gewaltsamen Gartens), ein, das die dringende Notwendigkeit anspricht, den Garten zu dekolonisieren – anthropozentrische Sichtweisen infrage zu stellen und Raum für Tiere und die Natur zu schaffen, sich frei zu bewegen und Eigenständigkeit zurückzugewinnen. Das Kapitel über ”Queer Ecology” (Queere Ökologie) untersucht, warum die Natur oft als inhärent queer wahrgenommen wird, und erweitert die Diskussion über Diversität und Fluidität innerhalb ökologischer Systeme. Darüber hinaus erforschen wir das “Botanical” (Botanische) – das Ordnen und Klassifizieren von Pflanzen Exemplaren – im Gegensatz zu “Gardens as Spaces for Reflection and Poetry” (Gärten als Räume für Reflexion und Poesie), in denen sich Gärten in Orte der Introspektion, Schönheit und kreativen Fantasie verwandeln.Die Dolomiten bieten eine inspirierende Kulisse, eine atemberaubende Landschaft, handwerkliche Traditionen und Berglegenden – ein idealer Rahmen, um das Konzept der (Future) Paradise Gardens zu erkunden. Diese Gärten, die an der Schnittstelle zwischen natürlicher Erhabenheit und Kulturlandschaft liegen, sind nicht nur als Zufluchtsorte für Flora und Fauna gedacht, sondern auch als Räume, die unser kollektives Streben nach einer Zukunft auf der Grundlage von Gerechtigkeit und Gleichheit widerspiegeln. Hier können Gärten sowohl Körper als auch Geist nähren und als Orte des Rückzugs, der Möglichkeit und der Erneuerung für alle dienen.
  • Es gibt Termine vom 27 Juni 2026 bis 26 Juli 2026
    Gletscher sind Archive der Zeit. Sie speichern Jahrtausende von Klima, Bewegung und Erinnerung. Doch während sie verschwinden, verschwindet nicht nur Eis – auch ein Teil unserer Beziehung zur Landschaft, zu Geschichte und zu uns selbst gerät ins Wanken. Die Ausstellung missing glaciers – missing me beschäftigt sich mit dem Verlust von Gletschern als ökologischem, aber auch als persönlichem und emotionalem Phänomen. Zwischen Naturbeobachtung und Selbstbefragung entsteht ein Raum, in dem die Grenzen zwischen äußerer Landschaft und innerer Wahrnehmung verschwimmen. Im Zentrum der Installation liegt ein aus Rettungsfolien gewebter Teppich, der durch Ventilatoren ständig in Bewegung gehalten wird. Die schimmernde Oberfläche erinnert an Wasser, Eis und Lichtreflexe, zugleich verweist sie auf jene weißen Schutzplanen, mit denen heute versucht wird, einzelne Gletscherflächen vor dem Abschmelzen zu bewahren. Die Rettungsfolie wird dabei zum Symbol eines paradoxen Zustands: des menschlichen Wunsches zu bewahren, was bereits unwiderruflich im Wandel begriffen ist. Folierte Glasplatten durchziehen den Raum. Ihre Farben verändern sich je nach Blickwinkel und Lichteinfall, ähnlich den ständig wechselnden Erscheinungsformen von Eis, Wasser und Atmosphäre. Dazwischen platzierte Spiegel konfrontieren die Besucher*innen immer wieder mit ihrem eigenen Bild. Die Frage nach dem Verschwinden der Gletscher wird damit auch zu einer Frage nach der eigenen Position innerhalb dieser Veränderungsprozesse. Die Malereien greifen Motive von Wasser, Wolken und Eis auf. Große Bildflächen zeigen fragile Zustände zwischen Verdichtung und Auflösung. Andere Arbeiten integrieren Spiegel, die mit Gletscherwasser bespritzt wurden. Die entstandenen Spuren erinnern an beschlagene oder tauende Oberflächen und erzeugen den Eindruck eines Moments unmittelbar nach dem Schmelzen – als wäre die Abwesenheit des Eises noch sichtbar. missing glaciers – missing me versteht den Gletscherschwund nicht allein als Umweltproblem, sondern als Verlust von Erinnerung, Orientierung und Identität. Die Ausstellung lädt dazu ein, über die Verbindung zwischen menschlicher Existenz und den sich verändernden Landschaften nachzudenken – und darüber, was mit uns geschieht, wenn das verschwindet, was lange als selbstverständlich galt.

Trag deine Veranstaltungen in den ersten und beliebtesten Veranstaltungskalender Südtirols ein!

BIST DU SCHON REGISTRIERT?

LOGGE DICH EIN

NOCH NICHT?

Verpasse nicht die besten Veranstaltungen in Südtirol!

ABONNIERE UNSEREN WÖCHENTLICHEN NEWSLETTER

Möchtest du deine Events in unserem Magazin veröffentlicht sehen?

ERHALTE EINEN MONATLICHEN HINWEIS ZUM REDAKTIONSSCHLUSS

Möchtest du deine Veranstaltungen oder dein Unternehmen bewerben? Wir sind dein idealer Partner und können maßgeschneiderte Lösungen und Pakete für alle deine Bedürfnisse anbieten.

GEHE ZUR WERBEBEREICH

KONTAKTIERE UNS DIREKT

INSIDE EVENTS & CULTURE

Magazine mensile gratuito di cultura, eventi e manifestazioni in Alto Adige-Südtirol, Trentino e Tirolo.
Testata iscritta al registro stampe del Tribunale di Bolzano al n. 25/2002 del 09.12.2002 | Iscrizione al R.O.C. al n. 12.446.
Editore: InSide Società Cooperativa Sociale ETS | Via Louis Braille, 4 | 39100 Bolzano | 0471 052121 | Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein..