Bei REVUE kooperiert das Schreibmaschinenmuseum, das 2018 sein 25. Jubiläum feiert, mit dem Museion – Museum für moderne und zeitgenössische Kunst Bozen: Thema ist die Verbindung von Bild und Schrift. REVUE ist Teil der Initiative „Out & About“, mit der Museion Ausstellungen und Arbeiten aus seiner Sammlung auch an museumsexternen Standorten präsentiert. Mit der Ausstellung werden über 50 Werke aus der Sammlung Museion – dem „Archivio Nuova Scrittura“ – gezeigt.
Kunst, die Schrift einbezieht, und eine Schrift, die zur Kunst wird. Wörter und Buchstaben – gemalt, ausgeschnitten, fotografiert oder mit Schreibmaschine geschrieben – schwanken zwischen Kunst und Dichtung, möchten gelesen und gesehen werden. Tatsächlich sind Wörter, die bis dahin klar der Literatur zugeordnet waren, seit Beginn des 20. Jahrhunderts Teil der bildenden Kunst. In diesem Sinne beginnt der Ausstellungsparcours mit Arbeiten aus den 1920er Jahren von Erika Giovanna Klien und Fortunato Depero. In ihnen zeigt sich das von Picasso und Braque um 1910 in die Kunst eingeführte Prinzip der Collage, bei dem Fundgegenstände aus dem Alltag in die Werke integriert werden.
Der Zeitrahmen der gezeigten Werke – Collagen, Fotoarbeiten und verschiedene Drucktechniken – reicht aber bis in die 1970er und 80er Jahre, mit einzelnen neueren Positionen.
Manche der gezeigten Arbeiten bestehen aus einzelnen (mit der Schreibmaschine geschriebenen oder gedruckten) Wörtern wie etwa bei Augusto de Campos; in anderen Fällen entsteht ein Bild aus der Dekomposition oder Fragmentierung einzelner Buchstaben wie bei Franz Mon. In den Collagen von Nanni Balestrini verbinden sich Texte mit Bildfragmenten aus den Massenmedien. Gerhard Rühm setzt aus Zeitungen ausgerissene Textbruchstücke auf einer quadratischen Grundform zu neuen Texten zusammen. In aktuelleren Positionen, etwa denen der Brasilianerin Eleonora de Barros und des Österreichers Thomas Feuerstein verbinden sich Alphabet und Fotografie. Als Hommage an das Museum enthält REVUE auch eine Sektion, die der Schreibmaschine gewidmet ist.
Parallel zu REVUE in Partschins zeigt Museion in der Ausstellung “Tutto”, eine Kooperation mit der Sammlung Goetz, eine Auswahl von Werken Visueller Poesie aus der eigenen Sammlung (vom 13/10/ 2018 bis 24/03/2019). Museion setzt sich seit jeher mit der Beziehung zwischen Bild und Text auseinander, wobei dieses Thema auch Teil des Ausstellungsprogrammes 2019 sein wird.
Ausgestellte Künstler_innen: Nanni Balestrini, Carlo Belloli, Irma Blank, Ugo Carrega, John Cage/Calvin Sumsion, Eleonora de Barros, Augusto de Campos, Haroldo de Campos, Corrado D’Ottavi, Thomas Feuerstein, Ken Friedman, Heinz Gappmayr, Hiršal/Grögerova, Ji?i Kola?, Brenda Miller, Franz Mon, Stelio Maria Martini, Maurizio Nannucci, Seiichi Niikuni, Decio Pignatari, Gerhard Rühm, Adriano Spatola, Ji?i Valoch