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Opening: Rinko Kawauchi – Halo - Veröffentlicht von martin_inside

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Event-Informationen

“Auf einem kleinen Stern in einer Galaxie, erfüllen noch kleinere Kreaturen weiterhin ihre Rollen. Alles unter dem Licht der Sonne; Alles unter Einhaltung eines fragilen Gleichgewichts, wie ein Spaziergang auf dünnem Eis; Alles suchend nach Schönheit, wie im Gebet; Alles geschützt, durch die unzähligen Überlappungen der jeweiligen Gefilde.” – Rinko Kawauchi
foto-forum zeigt Rinko Kawauchis (*1972, Japan) neueste Werkserie ‘Halo’ in einer Einzelausstellung. In den vergangenen Jahren hat sich der Fokus ihrer Arbeit weiter und weiter von ihren früheren Bestrebungen, sich auf delikate Alltagsgeschehnisse und Subjekte zu konzentrieren entfernt.
Mit ‘Halo’ weitet Rinko Kawauchi ihre 2013 mit der Serie und dem dazugehörigen Buch ‘Ametsuchi’ begonnenen Entdeckungsreise der Spiritualität aus. In diesen Arbeiten konzentrierte sie sich hauptsächlich auf die Landschaft von Japans Vulkan Aso – die Shinto Rituale, die sie dort beobachtete wurden zum Anker ihrer weiteren Erkundungen.
Die ‘Halo’ Serie besteht aus drei verwobenen Bereichen, die unterschiedliche spirituelle Traditionen behandeln. Einer der drei stellt die “ … unzähligen Wandervögel [dar], die [im Winter] überall in Europa auftauchen. … Ihre Bewegungen ähneln beinahe einem Tanz. Man sagt, dass dieses Verhalten der Abwehr von Feinden dient, es wissen jedoch nur die Vögel, warum sie sich derart bewegen. … Die kleineren Schwärme kommen nacheinander zusammen und bilden einen massiven, kollektiven Körper – dieses Phänomen ist der menschlichen Gesellschaft nicht unähnlich. Ihre Bewegungen formen einen übergrossen, sich bewegenden Schatten. Es ist als fühlte man die unidentifizierbare Kraft, die durch das Teil sein einer grossen Gruppe entsteht.”
Ein weiteres Segment stellt das Festival ‘DaShuhua’ der Hebei Provinz in China dar. Das Festival existiert bereits seit vielen Jahrhunderten und formierte sich, als Menschen begannen geschmolzenes Eisen an die Stadtmauern zu schleudern. Die Funken die hiervon auffliegen und einen Lichtregen formieren dienten den armen Leuten als Ersatz für die schönen jedoch teuren Feuerwerke. “Für diejenigen, die in Armut leben ist jeder einzelne Tag eine Schlacht– vielleicht rührt es daher, dass uns dieses Ritual an einen Kampf erinnert.” Auch heute muss jeder von uns seine eigenen Schwierigkeiten bewältigen, die für Aussenstehende zwar unsichtbar sein mögen, die jedoch umso realer für den Betroffenen sind. “Trotz diesen düsteren Voraussetzungen sehnt sich ein jeder nach Schönheit.”
Während des Zehnten Monats des Japanischen Mondkalenders, befinden sich die Shinto Götter nicht auf ihren üblichen Posten in Japan – dies wird im Namen des Monats ‘Kannazuki’ wiederspiegelt. Sie kommen in der Izumo Region zusammen– der einzigen Region wo der Zehnte Monat ‘Kamiarizuki’, was ‘der Monat, in dem die Götter präsent sind’ bedeutet, heisst. Während dieser Zeit findet in Izumo ein Festival namens ‘Kami Mukae Sai’ statt, wo Menschen die Götter mit heiligen Flammen, die die Küste aufhellen, begrüssen während Zuschauer das Geschehen beobachten. “Ich richte meine Augen auf die pechschwarze See und es fühlt sich an, als ob mich der dunkle Ozean fragt: Hast du gefunden, was du suchtest? Ich weiss keine Antwort. Stattdessen drücke ich den Auslöser. Das Licht wird zerstreut und von den Regentropfen abgelenkt, die glitzern. Auch die Gedanken der Menschen im Gebet, für das menschliche Auge unsichtbar, nehmen Gestalt an und werden in den Tropfen reflektiert.”
2001 wurde Kawauchi praktisch über Nacht berühmt, als sie den Kimura-Ihei-Preis, den wichtigsten Nachwuchs-Fotopreis Japans gewann. Kurz darauf veröffentlichte sie als erste japanische Fotografin überhaupt, drei Bücher gleichzeitig: Utatane (Schläfchen), Hanabi (Feuerwerk) und Hanako, eine intime Studie eines gleichnamigen jungen Mädchens.
Zudem erhielt Kawauchi, die derzeit eine der begnadetsten zeitgenössischen weiblichen asiatischen Künstlerinnen ist, den Annual Infinity Award 2009 vom New Yorker International Center of Photography, in der Kategorie Kunst, und wurde 2102 für den Deutsche Börse Photography Prize nominiert. Die Künstlerin hatte schon zahlreiche wichtige Einzel– und Gruppenausstellungen, u.a. im San Francisco Museum of Modern Art, in der Fondation Cartier pour l’art Contemporain in Paris, in Kumamotos Contemporary Museum, dem Kunst Haus Wien, dem Minneapolis Institute of Arts, dem Tokyo Metropolitan Museum of Photography, dem Semear Museu de Arte Moderna de Sao Paulo, dem Vangi Sculpture Garden Museum in Shizuoka, und in Brüssels ARGOS Centre for Art & Media.
Christophe Guye Galerie

Kontakte :

Datum und Uhrzeit des Events :

Es gibt Termine vom 16 Mai 2018 bis 16 Juni 2018

Notizen über die Uhrzeiten :

Di/mar - Fr/ven h. 15:00 - 19:00;
Sa/sab h. 10:00 - 12:00

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Anstatt diesem eine endgültige Form zu geben, schafft er vielmehr Bedingungen, unter denen Bedeutung – im Zusammenwirken von Interaktion, Zufall und kollektiver Präsenz – entstehen kann. Die Betrachtenden stellen somit keine passiven Beobachter*innen dar, sondern sind wesentlicher Bestandteil des Kunstwerks an sich. Vollendeten Ausdruck findet dieses Prinzip in Vaccaris Rauminstallationen: Meist handelt es sich dabei um temporäre Architekturen, die Ausstellungsräume in Orte der Erfahrung verwandeln. Vaccaris Werke verfolgen keine bestimmte gestalterische oder architektonische Absicht, stattdessen sind sie oft angeregt von alltäglichen oder wiederverwendeten Materialien. Sie bleiben offen für das Unvorhersehbare und geben dem, was in ihnen geschieht, den Vorrang gegenüber ihrer physischen Struktur. Die thematisch geordnete Ausstellung entfaltet sich in einer Abfolge von Rauminstallationen und weiteren Arbeiten, die grundlegende Aspekte von Vaccaris Praxis ausloten. Themensetzungen zu den Spuren, die Menschen hinterlassen, zum kollektiven Unbewussten und zur Bildung von Erinnerungen lenken den Blick auf die Werke und bestimmen die von Fosbury Architecture besorgte Ausstellungsgestaltung. Den Auftakt zur Ausstellung bilden Projektarbeiten, die auf die Dunkelheit fokussieren – als Möglichkeit einer Annäherung an die Welt des Unbewussten und des Traumes. Im übertragenen wie im wörtlichen Sinne sind die Besucher*innen eingeladen, in das eigene Innere „hinabzusteigen“. In gedimmter Umgebung verlangsamt sich die Wahrnehmung, und vertraute Sichtweisen treten in den Hintergrund, erlauben ein aufmerksameres Erleben über die Sinne. Rauminstallationen wie La Scultura Buia (1968), Esposizione in tempo reale n. 19, Codemondo (1980) und Esposizione in tempo reale n. 20, Ambiente grigio multiuso, scatola per sondare lo spazio vicino e lontano (1987) schaffen Situationen, in denen die persönliche Erfahrung Teil eines gemeinsamen Raumes wird. Die Ausstellung setzt sich fort mit Rauminstallationen, die Vaccaris Interesse an den Spuren menschlicher Gegenwart adressieren. Diese finden ihren Niederschlag in öffentlichen urbanen Räumen ebenso wie in den gesellschaftlichen Dynamiken temporärer Gemeinschaften. Neben dem 1972 auf der Biennale in Venedig vorgestellten, ikonischen Projekt Esposizione in tempo reale n. 4, Lascia su queste pareti una traccia fotografica del tuo passaggio und dem hieraus entwickelten, ambitionierten Werk Photomatic d’Italia (1972–1975), das unter Einbeziehung von Fotoautomaten in öffentlichen Räumen in ganz Italien entstand, spüren auch die beiden Arbeiten Esposizione in tempo reale n. 21, Bar Code – Code Bar (1993) und Mini cinema (2003) Aspekten von sozialer Interaktion, kollektivem Verhalten und Momenten spontaner Begegnungen nach. Vaccaris Rauminstallationen werden in der Ausstellung nicht im Sinne statischer Rekonstruktionen präsentiert, sie bilden vielmehr reaktivierte Situationen, die den ursprünglichen Intentionen des Künstlers treu bleiben und zugleich auf das heutige Publikum reagieren. Die Sammlung des Museion umfasst etwa 20 Werke Franco Vaccaris, die überwiegend dem im Jahr 2020 dem Museum als Schenkung überlassenen Archivio di Nuova Scrittura angehören. Dieses Werkkompendium beinhaltet auch einige der frühen Text-Bild-Arbeiten des Künstlers, die seine Anfänge als visueller Dichter markieren und in denen bereits sein anhaltendes Interesse an Sprache, Spuren und menschlicher Präsenz hervortritt. Die Aufnahme einiger dieser Werke in die aktuelle Ausstellung zeigt Querverbindungen zwischen Vaccaris frühen künstlerischen Erkundungen und den Sammlungsbeständen des Museums auf. Franco Vaccari Franco Vaccari wurde am 18. Juni 1936 in Modena geboren und absolvierte zunächst eine wissenschaftliche Ausbildung im Bereich der Physik. Nach künstlerischen Anfängen als visueller Dichter gestaltete er 1969 seine erste Esposizione in tempo reale, in der er das für seine spätere künstlerische Praxis zentrale Konzept der „Ausstellung in Echtzeit“ einführte. Wenngleich sein Schaffen unterschiedliche Herangehensweisen umfasst, wird es doch häufig aus dem Blickwinkel des konzeptuellen Realismus betrachtet. Esposizione in tempo reale n. 4, Lascia su queste pareti una traccia fotografica del tuo passaggio gehört zu seinen bekanntesten Arbeiten und war 1972 in einem eigenen Raum im Hauptpavillon der Biennale von Venedig zu sehen; in den Jahren 1980 und 1993 bespielte Vaccari dort erneut separate Räume. Neben seiner künstlerischen Arbeit begründete Vaccari ebenfalls eine einflussreiche theoretische Tätigkeit und publizierte wegweisende Texte wie Duchamp e l’occultamento del lavoro (1978) und Fotografia e inconscio tecnologico (1979). Seine Werke wurden international in bedeutenden Ausstellungen und Institutionen präsentiert, so etwa auf der Gwangju Biennale in Südkorea, in der Kunsthalle Basel, im Musée de l’Elysée in Lausanne, im Mostyn in Wales, in der Fondazione Morra Greco in Neapel und auf der Mailänder Triennale. Franco Vaccari verstarb 2025.

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