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Étranger ist online!
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Exhibitions
Dienstag, 03 Aug 2021
Das Event findet heute statt., morgen e jeden Tag bis am Fr 31 Dez 2021

WWW.ETRANGER.ONLINE Der in seiner Art einzigartige digitale Parcours beleuchtet in ungeschminktem Erzählstil anhand von Zeitdokumenten und Fotografien die wahre Geschichte von drei jungen Südtirolern - Rodolfo Altadonna, Beniamino Leoni und Emil Stocker - , die als Fremdenlegionäre im ersten Indochina-Krieg gekämpft haben. Für weitere Infos, clicken Sie auf den Titel. Details: VORSTELLUNG Der Lockdown, in den uns die Pandemie gezwungen hat, war auch ein Anlass, neue Wege zu gehen und Innovatives zu wagen. Aus dieser Situation heraus ist die Ausstellung “Étranger”, “Fremder”, entstanden. Sie sollte ursprünglich im Präsenz-Modus stattfinden, wurde aber wegen der Corona-Regeln ins Internet verlegt und geht am 15. Juni 2021 online (www.etranger.online). Texte und Bilder erzählen darin die wahre Geschichte von drei jungen Südtirolern - Rodolfo Altadonna, Beniamino Leoni und Emil Stocker - , die als Fremdenlegionäre im ersten Indochina-Krieg gekämpft haben. Den Stoff hat Luca Fregona zu einem Buch mit dem Titel “Soldati di sventura” verarbeitet, das bei Athesia erschienen ist. DAS PROJEKT Der in seiner Art einzigartige digitale Parcours beleuchtet in ungeschminktem Erzählstil anhand von Zeitdokumenten und Fotografien ein kaum bekanntes Geschichtskapitel: das “italienische Vietnam”. Zwischen 5.000 und 7.000 junge Italiener haben von 1946 bis 1954 in Indochina gekämpft, davon sind rund 1.000 gefallen. Die grafisch sehr ausgefeilte, gleichzeitig intuitive Webseite befördert den Besucher und die Besucherin kopfüber in das Kriegsgeschehen, gibt aber auch Einblicke in das persönliche Schicksal jener jungen Männer, die über Abertausende Kilometer in den Kampf geschickt wurden und am anderen Ende der Welt, in einer Landschaft aus Reisfeldern und Sümpfen, dem Tod ins Auge blickten. ... UND WEITERES MEHR Ein Großteil der Bilder, die in der Ausstellung zu sehen sind, wurde vom Meraner Fremdenlegionär Emil Stocker geschossen, der 2020 gestorben ist. Stocker gehörte der 13. Halbbrigade an, die die Franzosen am Tonkin-Delta einsetzten. Sie wurde in der Schlacht um Dien Bien Phu niedergemetzelt, die das Ende des französischen Kolonialismus in Indochina und die Teilung des Vietnams entlang des 17. Breitengrades in einen kommunistischen Nord und einen unter westlichem Einfluss verbleibenden Süden besiegelte. Die Schwarz-weiß-Fotografien dokumentieren die einzelnen Phasen des Krieges, aber auch die Arbeit auf den Reisfeldern, das Leben auf dem Dorf und in einer Stadt wie Hanoi, das damals noch französisch verwaltet war. Stocker erlebte außerdem die Machtübergabe zwischen der französischen Armee und den Viet-Minh-Truppen mit, die unter Führung von General Giáp für die Befreiung Vietnams kämpften. Der sich aus den Bildern ergebende Erzählstrang ist mit den Lebensgeschichten der drei Legionäre verwoben. Die Ausstellung geht auch auf die Beweggründe ein, die die drei Südtiroler dazu geführt haben, bei der Fremdenlegion anzuheuern. Ihre radikale Entscheidung ist vor dem historischen Hintergrund der Nachkriegszeit zu sehen. Die drei Südtiroler Legionäre stehen stellvertretend für Tausende junge Männer, die in der Fremdenlegion ihren einzigen Zufluchtsort sahen. Viele waren Wirtschaftsflüchtlinge, die auf der Suche nach Arbeit illegal nach Frankreich gegangen und dort aufgegriffen worden waren. Sie wurden vor die Alternative gestellt, entweder bei den “Képis Blancs” Dienst zu tun oder eingesperrt und nach Italien zurückgebracht zu werden. Andere flohen vor ihrer Vergangenheit nach Frankreich, obwohl sie noch blutjung waren: ehemalige Faschisten und Anhänger der Repubblica di Salò, Partisanen und Anarchisten oder einfach nur Versprengte, die keinen Weg zurück in die Gesellschaft fanden. Wieder andere waren von der italienischen Justiz verfolgt und tauchten in der Anonymität der Fremdenlegion unter, um dem Gefängnis zu entgehen. Die meisten hatte nur eine sehr schwammige Vorstellung davon, was sie in der Fremdenlegion erwartete, und noch weniger Ahnung vom Krieg in Indochina, einem Krieg, der es an Schrecken, Opferzahl und Grausamkeit mit dem amerikanischen Vietnam-Krieg der Sechziger-Jahre aufnehmen kann. Die anderen beiden Fremdenlegionäre neben Emil Stocker sind der Bozner Beniamino Leoni, der desertierte und sich auf die Seite der Viet-Minh-Partisanen schlug, und der ebenfalls aus Bozen stammende Rudi Altadonna, der im Alter von 24 Jahren am 21. April 1954 in Dien Bien Phu ums Leben kam.

Kulturzentrum Cavourstr. 1, Meran, BZ
VITE DI CORSA. La bicicletta e i fotografi di Magnum
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Exhibitions
Dienstag, 03 Aug 2021
Das Event findet heute statt., morgen e jeden Tag bis am So 26 Sep 2021

Ciclismo doppiamente protagonista in Val di Sole. Sul campo, con il Campionato del Mondo MTB specialità Cross Country, 4X, Downhill, XCC, E-MTB che la Val di Sole ospiterà dal 25 al 29 agosto, e nella storia della fotografia con la grande mostra, in prima mondiale, “Vite di corsa. La bicicletta e i fotografi di Magnum. Da Robert Capa ad Alex Majoli” dal 1 luglio al 26 settembre 2021. L’esposizione dei maestri della celebre agenzia fotografica Magnum (circa 80 immagini, molte delle quali mai prima esposte al pubblico), sarà accolta dall’antico Castello di Caldes, grazie alla collaborazione del Castello del Buonconsiglio, monumenti e collezioni provinciali e della Rete dei castelli del Trentino. A promuovere sia l’evento mondiale che questa originale mostra-evento è l’Azienda per il turismo Val di Sole che per la mostra – organizzata dalla società Suasez – agisce in collaborazione con il Castello del Buonconsiglio, monumenti e collezioni provinciali e il Comune di Caldes. Marco Minuz per “Vite di corsa. La bicicletta e i fotografi di Magnum. Da Robert Capa ad Alex Majoli” ha scelto fotografie d’autore che esplorano la dimensione umana di questa pratica sportiva che fa del ciclismo uno degli sport più popolari e amati. Raccontando le epopee dei campioni e delle grandi manifestazioni internazionali, Tour de France in primis, ma anche la quotidiana, straordinaria umanità di campioni e del grande pubblico che ai bordi delle strade e al traguardo li sostiene, immedesimandosi con loro e con il loro impegno. Sudore, fango, tenacia, imprese di uomini che macinano chilometri misurandosi innanzitutto con sé stessi, la propria forza e i propri limiti. Colpiscono le immagini di uomini stremati, che letteralmente crollano sull’asfalto o sul pavé appena superato il traguardo, la partecipazione emotiva dei loro sostenitori, l’indifferente serenità di una mandria che continua a brucare mentre gli umani sembrano impazzire per l’impresa del loro campione. La spettacolare sequenza di immagini in mostra è aperta da una serie, poco nota, di fotografie realizzate da Robert Capa nel 1939 quando venne incaricato dalla rivista “Match” di seguire il Tour de France di quell’anno. Fotografie dove l’attenzione si sposta prevalentemente nella partecipazione del pubblico alla corsa, cogliendo sguardi ed equilibri compositivi. Un’altra serie raccoglierà foto realizzate da Guy Le Querrec nel Tour de France del 1954; all’epoca il fotografo aveva solo 13 anni e si trovava in Bretagna per passare le vacanze estive e dove, in quell’edizione, passava la celebre corsa ciclistica. Circa 30 anni dopo, nel 1985, il fotografo venne invitato a seguire la squadra ciclistica della Renault-Elf durante gli allenamenti invernali; in questa stagione scattò fotografie del campione Laurent Fignon e seguì il campionato di ciclocross. Il percorso proseguirà con fotografie Christopher Anderson dedicate al ciclista Lance Amstrong nel 2004 che suggeriscono il triste epilogo della carriera di questo sportivo per doping. Una sezione sarà dedicata agli spettatori con i loro riti con foto di Mark Power, Robert Capa, Harry Gruyaert e Richard Kalvar. Poi le immagini realizzate dal fotografo francese Harry Gruyaert nel Tour del 1982 e una sezione dedicata ai velodrom, con immagini di René Burri, Stuart Franklin e Raymond Depardon. Il fotografo italiano Alex Majoli sarà presente con delle fotografie dedicate al celebre produttore di bici milanese Alberto Masi con sede del suo laboratorio sotto le curve del Velodromo Vigorelli. Infine una selezione di immagini di Peter Marlow dedicate a frammenti di quotidianità dei corridori impegnati nel giro della Bretagna nel 2003. Il progetto vuole indagare, attraverso lo sguardo di celebri fotografi di Magnum, la dimensione umana di uno degli sport più seguiti dal grande pubblico. Scegliere la sensibilità degli autori di questa agenzia permette di andare oltre alle gesta sportive, e porre l’attenzione sulle alchimie del ciclismo, l’unico sport, come ripeteva Gianni Mura, dove “chi fugge non è un vigliacco”.

Kunst in der Kartause: implant(at)karthaus
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Exhibitions
Dienstag, 03 Aug 2021
Das Event findet heute statt., morgen e jeden Tag bis am So 22 Aug 2021

Kunst als Implantat, das Wurzeln schlägt. In sieben Versuchsanordnungen erforschen Künstlerinnen und Künstler aus Südtirol in Karthaus im Schnalstal das Artifizielle, das von der Natur umschlossen wird. Der zeitgenössische Skulpturengarten im Innenhof der ehemaligen Kartause ist ab 11. Juli ganztägig bei freiem Eintritt geöffnet.

Fotoausstellung von Sergio Pitamitz
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Exhibitions
Dienstag, 03 Aug 2021
Das Event findet heute statt., morgen e jeden Tag bis am So 19 Sep 2021

Der Klimawandel verändert nach und nach das Gesicht der Landschaften, mit immer offensichtlicheren Phänomenen wie dem Abbruch riesiger Eisberge in der Antarktis oder dem Rückzug der Gletscher unserer Berge, wobei die Gipfel über zweitausend Meter frei liegen. Flora und Fauna in ihrer fortschreitenden Anpassung offenbaren ungewöhnliche Landschaften, die im "Standbild" dieser Ausstellung festgehalten werden, was durch das große Format der Installation noch eindringlicher wird. Der Fotograf Sergio Pitamitz (National Geographic Image Collection Contributing Photographer) hat in seinen Reportagen rund um den Globus unmerkliche oder in manchen Fällen auch offensichtliche Veränderungen natürlicher Lebensräume eingefangen. Das Thema Klimawandel wird im Mittelpunkt der nächsten G20- und Cop 26-Konferenz in Glasgow stehen, die im November 2021 von den Vereinten Nationen abgehalten wird. Die Ausstellung wurde von der Tourismusgenossenschaft San Vigilio-San Martin in Zusammenarbeit mit Swarovski Optik erstellt.

Col dles Cialciares St. Vigil, Enneberg, BZ
BACK STAGE HINTER DEN KULISSEN
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Exhibitions
Dienstag, 03 Aug 2021
Das Event findet heute statt., morgen e jeden Tag bis am So 29 Aug 2021

Ein Kunstwerk ist nicht immer das, was es zu sein scheint! Zumindest nicht ausschließlich! Vorrangig sind die ihm zugrundeliegenden ideellen Prozesse, die technische Vorbereitung sowie die Konkretisierung des Wissens, das ein/e KünstlerIn im Lauf ihres/seines Lebens angesammelt hat. Im Vordergrund mögen Zeichen, Farben, Formen und Körper stehen, aber dahinter verbergen sich unzählige Wege, deren Anfänge in weiter Ferne liegen. Jeder dieser Wege birgt in sich einen Werdegang, eine Idee, eine Geschichte. DIE KÜNSTLER: MARIANA ACUÑA CELESTINA AVANZINI MAURO CAPPELLETTI ALDA FAILONI RAPHAEL MUR CLAUDIO OLIVOTTO ROBERTO PEDROTTI ALEX PERGHER LEANDER PIAZZA SERGIO SOMMAVILLA EDITH STROBL LIZ TABER GIUSEPPE ZOPPI

Galerie 90 Katharina Lanz Str. 90, Mühlbach, BZ
Bambola | Franziska Gilli
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Exhibitions
Dienstag, 03 Aug 2021 07:00-23:00 |
Das Event findet heute statt., morgen e jeden Tag bis am Sa 16 Okt 2021

Bambola Franziska Gilli AUSSTELLUNG | MOSTRA | EXHIBITION 31.7.2021 – 16.10.2021 Das italienische Unterhaltungsfernsehen verbreitet ein Frauenbild, das von einer Vielzahl an Showgirls geprägt ist. Mithilfe von freizügigen Kostümen, starkem Make-up und schönheitsmedizinischen Eingriffen entstehen puppenhafte Stereotype, an denen sich junge Italienerinnen orientieren. Für manche ist es ein Kindheitstraum, im Fernsehen als Showgirl aufzutreten. Buch | libro | book: -Hure oder Heilige — Frau sein in Italien, Franziska Gilli & Barbara Bachmann, Edition Raetia 2021 -Santa o sgualdrina — Essere donna in Italia, Franziska Gilli & Barbara Bachmann, Edition Raetia 2021

Kunstraum Café Mitterhofer Peter-Paul-Rainer-Str. 4, Innichen, BZ
Es war einmal...Bozen
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Dienstag, 03 Aug 2021 09:00-12:45 | 14:00 - 17:00
Das Event findet heute statt., morgen e jeden Tag bis am Sa 08 Jan 2022

Historische Postkarten erzählen die Stadtgeschichte von Bozen Von der ersten Postkarte zur Sammlung G. Sessa Die Erfindung der Postkarte geht auf das Jahr 1865 zurück und ist einem Funktionär der Deutschen Post zu verdanken, der überzeugt war, dass die moderne Kommunikation mehr Einfachheit und Kürze erforderte, als der traditionelle Brief sie erlaubte. Die erste Karte wurde 1869 in Österreich verschickt und konnte –bis zur Entstehung von SMS und sozialen Medien – Zeugnis von kleineren und großen Reisen geben: Wenige Zeilen genügten, um einen Urlaub, einen Ort oder eine Anekdote für die Daheimgebliebenen lebendig werden zu lassen. Während sie zu Beginn nur aus Karton waren, wurden sie bald zu Ansichtskarten, koloriert, illustriert, manchmal auch von bedeutenden Künstlern. Die Sammlung Gaetano Sessa, die von der Stiftung Bozner Schlösser angekauft wurde, besteht aus zirka 2000 Postkarten und stellt ein wertvolles Kompendium dar, um das Aussehen Bozens und den Alltag in der Stadt zu dokumentieren.

Schloss Maretsch Claudia-de-Medici Str. 12, Bozen, BZ
Sonya Hofer: Das plastische Bild
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Exhibitions
Dienstag, 03 Aug 2021 09:30-12:00 | 15:30 - 18:00
Das Event findet heute statt., morgen e jede Woche bis am Sa 21 Aug 2021 an den Tagen: dienstag mittwoch donnerstag freitag samstag

Einlass mit CoronaPass, der Zutritt wird gestaffelt Die Künstlerin Sonya Hofer – eine Meisterin im Umgang mit intensiven Farben – schlägt mit dieser gedämpften Farbpalette einen neuen Weg ein und hat aus Freude am Experimentieren eine neue Technik für sich entdeckt. Sie modelliert Muscheln, Schalen, Berge und Landschaften aus Ton. In der aktuellen Ausstellung im Stadtmuseum zeigt die Künstlerin ihre neuesten Werke: Reliefs mit Berglandschaften.

Incredible Bugs!
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Exhibitions
Dienstag, 03 Aug 2021 10:00-18:00 |
Das Event findet heute statt., morgen e jede Woche bis am So 07 Nov 2021 an den Tagen: dienstag mittwoch donnerstag freitag samstag sonntag

Unglaubliche Kräfte, ausgefeilte Strategien, chemische Waffen… das sind nur einige Beispiele für die beindruckenden Fähigkeiten von Insekten. Sie sind die Superhelden, die unseren Planeten regieren! Mehr als 15 überdimensionale Insektenmodelle, welche bis zu 3 Meter groß sind, bilden das Herzstück der Ausstellung. Die naturgetreuen Modelle, geschaffen vom Bildhauer Lorenzo Possenti, ermöglichen es, kleinste Details auch ohne Lupe zu entdecken. Sie besiedeln nicht nur jeden Winkel unseres Planeten, sondern sind Überträger von gefährlichen Krankheiten und könnten als Nahrungsmittel der Zukunft eine entscheidende Rolle spielen. Gleichzeitig findet aber ein massives Insektensterben statt. Welche Gründe es dafür gibt, was wir dagegen tun können und welche Rolle dabei das Naturmuseum spielt, könnt ihr in der Ausstellung Incredible Bugs erfahren.

Naturmuseum Südtirol Bindergasse, 1, Bozen, BZ
ATLAS - Elisabeth Oberrauch
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Exhibitions
Dienstag, 03 Aug 2021 10:00-17:00 |
Das Event findet heute statt., morgen e jede Woche bis am So 29 Aug 2021 an den Tagen: dienstag mittwoch donnerstag freitag samstag sonntag

Elisabeth Oberrauchs Ausstellung „Atlas“ ist einerseits im Kontext mit der auf Schloss Tirol ab 3. Juli stattfindenden Ausstellung „Symbol, Macht, Bewegung. Tirol im historischen Kartenbild“ zu sehen. Zum anderen mit der Präsentation „Maps. Landkarten aus der Sammlung Museion“, die ab Mitte Juni in der Passage des Museion in Bozen gezeigt wird. Die in „Atlas“ präsentierte Werkgruppe „Rimpf Atlas“ von Elisabeth Oberrauch gehört zum Bestand des Museion. Oberrauchs Ausstellung verhält sich komplementär zur historischen Kartenausstellung, da fast alle Werke mit der Integration historischer Landkartenfragmente arbeiten. Wenn man von der Leinwandarbeit „Meerestiefen“ absieht, sind alle ausgestellten Werke Papierarbeiten. Papier ist dabei nicht nur neutraler Bildträger, sondern es wird von der Künstlerin selbst in einem aufwändigen Verfahren hergestellt. Papier stellt sich bei Oberrauch ständig selbst dar, vor allem dort, wo Übergänge in die Dreidimensionalität erfolgen. In der Werkreihe „Entdeckt“ bezieht sich der Titel exemplarisch auf den Arbeitsvorgang: Landkartenfragmente, die in die feuchte Papiermasse (Pulpe) eingebettet und von dieser zunächst verdeckt werden, legt die Künstlerin in einem weiteren Schritt wieder frei, d. h. sie ent-deckt sie. Die Karten sind von der Künstlerin in der Regel zeichnerisch und malerisch bearbeitet. Über Titel wie „Nebelwald“, „Lichtung“, „Schatten“ oder „Schneetreiben“ stellt Oberrauch eine Verbindung zur Landschaftsmalerei her. Die präsentierten Werke sind Grenzgänger zwischen Zwei- und Dreidimensionalität, zwischen konzeptuellem Fundobjekt und malerisch-zeichnerischer Intervention.

Helden & Wir
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Exhibitions
Dienstag, 03 Aug 2021 10:00-18:00 |
Das Event findet heute statt., morgen e jeden Tag bis am So 31 Okt 2021

Helden & Wir – eine Ausstellung im MuseumPasseier. Sie handelt von den Helden, Stars und Vorbildern unserer Zeit. Sage mir, zu wem du aufschaust, und ich sage dir, wer du bist. Diese Abwandlung eines Sprichwortes zieht sich als roter Faden durch Helden & Wir. Zentrales Element sind 6 große Lichtkegel, von denen jeder ein spezielles Thema beleuchtet. An einer Stelle dürfen die Besucher selber auf den Sockel steigen und erfahren auch eine Schattenseite des Ruhms – wenn das Publikum sich abwendet und seinen Helden fallen lässt.

MuseumPasseier Passeirer Straße 72, St. Leonhard i.P., BZ
Helden & Hofer
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Dienstag, 03 Aug 2021 10:00-18:00 |
Das Event findet heute statt., morgen e jeden Tag bis am So 31 Okt 2021

Im ehemaligen Stallgebäude des Sandhofes erlebt der Besucher in einer abwechslungsreich gestalteten Ausstellung die wechselvolle Geschichte der Tiroler Aufstände von 1809 mit besonderer Berücksichtigung der Person Andreas Hofers mit dessen Laufbahn vom Wirt und Viehhändler zum Landesregenten Tirols bis hin zum Verzweifelten, der schließlich in Mantua erschossen wird. Nach einem kurzen Einführungsfilm wird ein besonderes Augenmerk auf die Sicht von außen auf das Tirol zu Hofers Zeiten geworfen, sodass auch Österreicher, Bayern, Franzosen, Sachsen usw. einen Ausschnitt ihrer Geschichte hier wiederfinden. Zudem hinterfragt die Ausstellung ohne den gewohnten Tiroler Patriotismus die Heldenverehrung Andreas Hofers und geht der Frage nach, warum jede Zeit und jede Gesellschaft Helden braucht. Die Ausstellung ist durchwegs viersprachig gehalten, bezieht in Form von Hörstationen die Situation der Frauen mit ein und wendet sich in Form einer „Kinderschiene“ auch an die kleinen Besucher.

Museum Passeier - Andreas Hofer St. Leonhard, Passeirerstr. 72, St. Leonhard i.P., BZ
MARKUS VALLAZZA UND DANTE. DAS WERK IM WERK
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Exhibitions
Dienstag, 03 Aug 2021 10:00-18:30 |
Das Event findet heute statt., morgen e jeden Tag bis am Do 30 Sep 2021

Markus Vallazza (1936–2019) gehört zu den vortrefflichsten Meistern und bedeutendsten Persönlichkeiten im Südtiroler Kunstschaffen. Mit seinem umfangreichen Gesamtwerk hat er sich weit über die Landesgrenzen hinaus einen Namen gemacht und große Auszeichnungen erhalten. Seine Ausstellungen waren in ganz Europa zu sehen. Zahlreiche Publikationen sind über ihn und von ihm erschienen. Anlässlich des 700. Todestages von Dante Alighieri wirft die Ausstellung in der Hofburg einen neuen Blick auf den Künstler und Grafiker Markus Vallazza und seine intensive, jahrelange Auseinandersetzung mit Dantes Divina Commedia. Gezeigt wird der Werdegang des Künstlers als Radierer bis zu seinem Opus magnum, den 100 Radierungen zur Divina Commedia, die er im Jahr 2000 fertigstellte.

Hofburg Brixen Hofburgplatz, 2, Brixen, BZ
Alexander Wierer: no event info
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Exhibitions
Dienstag, 03 Aug 2021 10:00-12:00 | 16:00 - 18:00
Das Event findet heute statt., morgen e jede Woche bis am Sa 21 Aug 2021 an den Tagen: dienstag mittwoch donnerstag freitag samstag

Kuratiert von Elisa Barison für den Südtiroler Künstlerbund Den Auftakt bildet die Einzelausstellung von Alexander Wierer, welcher nach einigen Jahren des Studiums und der künstlerischen Produktion im Ausland vorerst nach Brixen zurückgekehrt ist. In no event info zeigt Wierer von 10. Juni bis 21. August 2021 raumbezogene Skulpturen und Installationen, welche sich mit diversen Aspekten des Galerieraums beschäftigen. Für den Künstler persönlich aufgeladene Objekte schaffen es als Readymades in die Ausstellung und stellen die Betrachtenden damit sogleich vor die Frage nach der Selbstverständlichkeit der Kunst und des Künstlers. Damit eröffnet Wierer eine Frage, die nicht nur junge, bildende Künstler plagt, sondern alle Kulturschaffenden angeht und spätestens seit dem Lockdown im März 2020 durch die Straßen fegt: welchen Wert habe ich als Künstler, welchen Wert hat meine Arbeit? Dabei stellt Wierer diese Fragen nicht aufdringlich und plakativ, sondern berührt die Betrachtenden eher durch Zufall und die unprätentiöse Einnahme des (erweiterten) Galerieraums. Durch das Arbeiten mit Alltagsgegenständen ermöglicht der Künstler den Betrachtenden sich mit seiner Arbeit zu identifizieren und schafft somit einen Zugang für Menschen, welche vielleicht nicht unbedingt damit gerechnet hatten. Der Titel no event info deutet auf eine Art Fehler im System hin. Es fehlen Informationen oder das Projekt ist (noch nicht) vollständig. Dieser Zustand des Unfertigen, diese Abwesenheit eines Titels, unter dem sich Interessierte irgendetwas vorstellen und Erwartungen daran knüpfen könnten, führen bei Besucher*innen – welche Wierer lieber Gäste nennt – dazu, sich zu fragen, was sie sich von einer Ausstellung erwarten und was eine Ausstellung eigentlich ausmacht. Genau damit arbeitet Wierer. No event info ist daher auch der perfekte Auftakt für eine neue Saison in der Stadtgalerie, da der Künstler nach den Bedingungen eines und genau dieses Ausstellungsraumes fragt und sehr konzentriert darauf ist die Galerie als das zu zeigen, was sie ist – oder sein sollte.

Stadtgalerie Große Lauben 5, Brixen, BZ
Symbol, Macht, Bewegung. Tirol im historischen Kartenbild
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Dienstag, 03 Aug 2021 10:00-17:00 |
Das Event findet heute statt., morgen e jede Woche bis am So 21 Nov 2021 an den Tagen: dienstag mittwoch donnerstag freitag samstag sonntag

Sonderausstellung im Landesmuseum Schloss Tirol zum tiroler Kartenbild Alte Karten sind in den letzten Jahrzehnten zu einer unverzichtbaren Forschungsgrundlage geworden. Sie sind nämlich keine neutralen Informationsträger, sondern dokumentieren die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse einer bestimmten Zeit. Dabei fiel ihnen als Propagandamedium eine nicht zu unterschätzende Bedeutung zu. Mit ihnen wurden Kriege geplant und durchgeführt, Grenzen und Territorien visualisiert, Grenzstreitigkeiten beigelegt und Länder verwaltet. Zudem zeigen viele Karten unter anderem auch Bergbaugebiete, land- und forstwirtschaftliche Nutzflächen, Industriegebiete, das Straßen- und Eisenbahnnetz sowie Wanderwege und Skirouten. Diese Ausstellung bringt in mehr als 50 Karten und Kartenausschnitten, die vor allem aus Tiroler Archiven und Bibliotheken stammen, im Kontext der allgemeinen Entwicklung der Kartographie von der Antike bis ins 20. Jahrhundert die Verbindung von Kartographie, Politik und Wirtschaft am Beispiel von Tirol näher. Themenschwerpunkte: Anfänge der Kartographie (16. / 17. Jhd.); Tirol im Bild deutscher, niederländischer und französischer Kartographen; Naturkatastrophen – Flussregulierungen; Beginn der Vermessungen; Peter Anich und seine Zeit; Landesaufnahmen; Verkehr; Tourismus; Bergbau und Landwirtschaft; Krieg und Propaganda. Kuratorin: Petra Svatek, Akademie der Wissenschaften, Wien

Heiliges und Heilige über den Pass
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Exhibitions
Dienstag, 03 Aug 2021 10:00-18:30 |
Das Event findet heute statt., morgen e jeden Tag bis am So 07 Nov 2021

In einer Gemeinschaftsausstellung der Hofburg Brixen, des Augustinerstifts Rattenberg und des Museums Rablhaus Weerberg werden Besucherinnen und Besucher auf eine (museale) Pilgerreise geschickt, um den Formen religiöser Mobilität nachzuspüren. Im Diözesanmuseum Brixen wird dabei das Hauptaugenmerk auf die lokale Heiligenverehrung gelegt, wobei vor allem „Exotenheilige“ in den Fokus rücken, deren Verehrung in Tirol weniger verbreitet ist. Die Pilgerwege ausgewählter Heiliger werden – ausgehend von einer grafischen Karte – anhand von Kunstwerken veranschaulicht, welche vom Mittelalter bis in die heutige Zeit datieren.

Hofburg Brixen Hofburgplatz, 2, Brixen, BZ
KUNST IST. 25 anni di Merano Arte
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Dienstag, 03 Aug 2021 10:00-18:00 |
Das Event findet heute statt., morgen e jeden Tag bis am So 24 Okt 2021

Eine mehrstimmige Reflexion über Vilém Flussers Aussage Kunstwerke sind Vorschläge für zukünftiges Erleben. Der private Kunstverein Kunst Meran – vor 25 Jahren gegründet und seit 20 Jahren unter den Meraner Lauben als städtisches Kunsthaus aktiv – hat anlässlich dieses Jubiläums acht Kurator*innen eingeladen, die Rolle von Kunst in der Gegenwart zu untersuchen. Die angefragten Kurator*innen hatten in den vergangenen 25 Jahren bereits mit Kunst Meran zusammen gearbeitet und ließen sich begeistert auf das Konzept einer choralen Ausstellung anlässlich des Jubiläums ein. Am 16. August 1972 bezogen Vilém und Edith Flusser eine Dachwohnung im Meraner Stadtteil Obermais. Drei Jahre lang war dem Medienphilosoph und Kommunikationswissenschaftler diese Wohnung am Stadtrand mit Blick auf die Bergkette der Texelgruppe Wohnort, Ausgangspunkt für Reisen in Europa und Schreibstube für das Verfassen seiner Schriften. Meran stellte für Edith und Vilém Flusser einen Übergang zwischen dem Abschied aus Brasilien und der Rückkehr nach Europa dar, es war Ort des Rückzugs und Engagements zugleich. In einem Brief an die befreundete Künstlerin Regina Klaber Thusek, die – wie Flusser jüdischer Abstammung – in den 1930er-Jahren vor den Nationalsozialisten nach London geflüchtet war und schließlich von den Faschisten nach Meran konfiniert worden ist, schrieb Flusser am 23. Januar 1976 Kunstwerke sind Vorschläge für zukünftiges Erleben. Der Satz war Teil eines Dialoges, den die beiden schon länger über das Verhältnis von Schönheit und Kitsch führten. Flusser plädierte dafür, Kitsch als angenehm und vertraut zu erklären, während Schönheit als ein neuer Vorschlag erst zu lernen sei und daher unangenehm ist. Dieses Zitat, das in unmittelbarem Zusammenhang mit jüngeren Kulturgeschichte Merans steht, bildet nun – 45 Jahre nach dessen Formulierung – den Ausgangspunkt für die Ausstellung KUNST IST. Der Aufenthalt Vilém Flussers in Meran war für seine Theorien der 1970er und 1980er Jahre wesentlich. Land und Stadt, Berg und Ebene sind Gegensätze, die in Flussers Begriffspaar Dialog und Diskurs von zunehmender Bedeutung sein werden. Auch hat Flusser die Vielfalt immer gegenüber der Einheit bevorzugt. Zahlreiche Ansätze seiner Theorien lassen sich mit den Fragestellungen von Themenausstellungen bei Kunst Meran, dem aktuellen Kunstdiskurs und dem Selbstverständnis des Kunstvereins verknüpfen. Dass sein umfangreiches Schriftenwerk teilweise auch in Meran formuliert wurde, darf mit Freude an den Ausgangspunkt dieser Jubiläumsausstellung gestellt werden. Meran, eine internationale Kurstadt mitten in einer Region, die just in diesen Jahren – gebeutelt von zwei Weltkriegen und zwei totalitären Regimen – zu einer modellhaften Autonomie gelangte, hat Flusser durch seine Mehrsprachigkeit, wechselvolle Geschichte, Internationalität und geografische Lage inspiriert. Auch für den Kunstverein Kunst Meran war dieses Erbe stets Auftrag für ein ambitioniertes, interdisziplinäres Programm. Nicht zuletzt unternimmt Kunst Meran mit dieser Ausstellung den Versuch, die eigene Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu reflektieren. Viele Jahre intensiver Zusammenarbeit mit Fachpersonen aus Kunst, Architektur und anderen Bereichen haben die Ausstellungstätigkeit der 20jährigen Institution geprägt. Dieser Aspekt wurde nun zur Form und zur Methode des Jubiläumsprojektes gleichermaßen und findet seinen Ausdruck in einem vielstimmen Ergebnis. Valerio Dehò, Luigi Fassi, Sabine Gamper, Günther Oberhollenzer, Andreas Kofler, Anne Schloen, Magdalene Schmidt und Susanne Waiz bringen vom 17. Juli bis 24. Oktober nun gemeinsam ihre Vorschläge für zukünftiges Erleben durch Kunst und Architektur ein. Nach den pandemiebedingten restriktiven Maßnahmen für den Besuch von Ausstellungen und Museen, ist die Kunst im letzten Jahr nur vordergründig ins Abseits geraten. So fehlt ihre Stimme der Gesellschaft in zunehmendem Maß – ihre visionäre Kraft wird weiter dringend benötigt. Flussers Feststellung Kunstwerke sind Vorschläge für zukünftiges Erleben wird im Ausstellungstitel KUNST IST. komprimiert und postuliert deren gesellschaftlichen Wert. Sieben Sektionen werden zu einer großen Schau, zu einer Stimme. Aktuelle Fragestellungen, wie die Rolle der Frau in der Gesellschaft, Migration, Digitalisierung, soziale Gerechtigkeit oder Raumplanung werden von den Kurator*innen und 18 Künstler*innen thematisiert. Die Schau ist wie ein Brennglas, das helfen kann, Gegenwart und Zukunft durch die Linse von Kunst-und Baukunst facettenreich zu sehen. Artisti e artiste: Claudia Barcheri, Christian Bazant-Hegemark, Hannes Egger, Barbara Gamper, Vanessa Hanni, Maria CM Hilber, Emilian Hinteregger, Erika Hock, Zora Kreuzer, Oliver Laric, Roberta Lima, Rosmarie Lukasser, Selene Magnolia, Eva Mair, Simone Salvatore Melis, Ludovic Nkoth, Bernd Oppl, Quayola, Rita Slodi?ka, Ludwig Thalheimer, Maria Walcher, Letizia Werth Curatori: Valerio Dehò, Luigi Fassi, Sabine Gamper, Andreas Kofler, Günther Oberhollenzer, Magdalene Schmidt, Anne Schloen, Susanne Waiz

Kunst Meran Lauben, 163, Meran, BZ
Internationale Graphik - Werke aus einer Sammlung
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Dienstag, 03 Aug 2021 10:00-12:30 | 15:00 - 19:00
Das Event findet heute statt., morgen e jede Woche bis am Sa 04 Sep 2021 an den Tagen: montag dienstag mittwoch donnerstag freitag samstag

Die Galerie Alessandro Casciaro freut sich, eine Ausstellung mit grafischen Werken der wichtigsten Vertreter des internationalen 20. Jahrhunderts zu präsentieren. Carlo Carrà, Salvador Dalì, Giorgio de Chirico, Piero Dorazio, Max Ernst, Lucio Fontana, Ernst Fuchs, Alberto Giacometti, Renato Guttuso, Hans Hartung, Hundertwasser, Joan Mirò, Henry Moore, Oskar Kokoschka, Man Ray, Pablo Picasso, Emilio Vedova; diese und viele andere Künstler sind in der Galerie zu sehen. Es handelt sich um eine Auswahl von Werken aus der Privatsammlung von Ennio Casciaro, zusammengetragen in einer 60-jährigen glanzvollen Karriere voller Leidenschaft, den Blick stets bewusst auf jene Namen gerichtet, die die Kunst des vergangenen Jahrhunderts am besten interpretiert und am meisten beeinflusst haben. In der Ausstellung werden über 60 grafische Werke einander gegenübergestellt, und zwar in Form einer Installation, die sich über alle Wände der Galerie erstreckt: ein Dialog zwischen Abstraktion und Figuration. Auf der einen Seite vertrat Kandinsky die Ansicht: „Das wahre Kunstwerk entsteht auf eine geheimnisvolle, rätselhafte, mystische Weise aus dem Künstler. Von ihm losgelöst bekommt es ein selbständiges Leben, wird zur Persönlichkeit, zu einem selbständigen, geistig atmenden Subjekt, welches auch ein materiell reales Leben führt […]. Im Allgemeinen ist die Farbe ein Mittel, einen direkten Einfluss auf die Seele auszuüben. Die Farbe ist die Taste. Das Auge ist der Hammer. Die Seele ist das Klavier mit vielen Saiten. Der Künstler ist die Hand, die durch diese oder jene Taste die menschliche Seele in Vibration versetzt.“ Auf der anderen Seite standen Künstler wie Plattner, die als Ausdrucksform das Figurative bevorzugten und der Ansicht waren, bei der abstrakten Malerei würde es sich nur um einen vorübergehenden Trend handeln, „Ich arbeitete figurativ und damals war gerade die Zeit der Abstraktion […]. Ich habe nie versucht, mich der jeweiligen Mode zu beugen; ich habe meine eigene Aussage, ich kann nicht anders und will auch nicht anders.” Ein visuelles Rückprallspiel zwischen Sujets und Farben also, aber nicht nur; der rote Faden der Ausstellung ist die Bindung auf Arbeitsebene und oft auch auf persönlicher Ebene zwischen jedem einzelnen Künstler und dem Sammler, wobei ein künstlerischer und ausstellerischer Werdegang sichtbar gemacht wird, der sich zwischen den 60er-Jahren und dem Beginn des neuen Jahrtausends entwickelt hat. Ein besonderes Augenmerk ist außerdem auf den Fokus Leonardo Cremonini-Karl Plattner gerichtet, mit Bezug auf die kürzlich im MART von Trient und Rovereto eröffnete Ausstellung. Die Freundschaft und das berufliche Einverständnis zwischen den beiden Künstlern werden in der Affinität des kompositorischen Zuschnitts und in der Geometrie der Räume deutlich, auch wenn die menschliche Figur für Karl Plattner einen unabdingbaren Aspekt darstellt.

Galerie Alessandro Casciaro Kapuzinergasse, 26/A, Bozen, BZ
Dépôt...und es ward Licht
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Exhibitions
Dienstag, 03 Aug 2021 10:00-17:00 |
Das Event findet heute statt., morgen e jeden Tag bis am So 22 Aug 2021

Die Ausstellung im Museum Ladin macht zugänglich und sichtbar, was für gewöhnlich im Verborgenen, im Depot liegt, hervorgeholt aus dem Magazin, „entstaubt“ und neu betrachtet. Das Museum Ladin hat dafür Werke aus seinem Depot geholt: Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen, geschaffen von bekannten und weniger bekannten Künstlerinnen und Künstlern aus den ladinischen Tälern – vom 17. Jahrhundert bis heute.

Museum Ladin Ciastel de Tor Torstraße 65, St. Martin in Thurn, BZ
SISSA MICHELI: ON TRANSIENT PHENOMENA
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Exhibitions
Dienstag, 03 Aug 2021 10:00-12:00 | 16:00 - 18:00
Das Event findet heute statt., morgen e jede Woche bis am Sa 07 Aug 2021 an den Tagen: dienstag mittwoch donnerstag freitag samstag

Sissa Micheli liebt in der Fotografie das Spiel mit Präsenz und Absenz, mit Stofflichkeit und Sinnlichkeit, die Lust am Extravaganten und Surrealen, am Rätselhaften und Humorvollen. Dabei verweist die zu sehende Bildoberfläche oft auf etwas Anderes, dahinter Liegendes, auf eine verborgene Geschichte, die nur erahnt, auf ein Rätsel, das nur bedingt gelüftet werden kann. Neugierig nähert sie sich ihren Untersuchungsfeldern und erschafft einen sinnlichen wie hintergründigen Kosmos, der sich zwischen Realität und Fiktion, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft bewegt. Überhaupt ist die Inszenierung ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit Michelis, das bewegte, dynamische Bild ein ständiger Begleiter. Mit fliegenden Kleidungsstücken erschafft sie faszinierende temporäre Skulpturen, die in einem sinnlich dynamischen Spiel das Flüchtige und Vergängliche feiern. In neuen Arbeiten lässt sich Micheli von der ins Unendliche gehenden Falte inspirieren, wie sie der französische Philosoph Gilles Deleuze in seinem Buch „Die Falte: Leibniz und der Barock“ (1988) beschreibt. Deleuze entdeckt bei Leibniz die Wendungen vom „Falten“ und „Ein- und Auswickeln“ und rekonstruiert darüber eine barocke Metaphysik: mit Verweis auf dessen Monadologie (die Lehre der einfachen Substanzen bzw. letzten Elemente der Wirklichkeit) wird die menschliche Seele als Monade vorgestellt, als eine in sich geschlossene Einheit, die auf zwei Ebenen mit Falten gefüllt ist: den „Faltungen der Materie“ und den „Faltungen der Seele“, die abgegrenzt und doch miteinander verwoben sind. Die vermeintlich äußere Welt wird immer nur als innere Vorstellung aktualisiert; die Gesamtheit der Vorstellungen kleiden diese von innen aus, sie sind darin wie gefaltet ausgebreitet... Gleichzeitig versinnbildlichen Michelis Arbeiten auch das Grundcharakteristikum der Fotografie, einen Augenblick festzuhalten und visuell einzufrieren, der für das menschliche Auge nicht wahrnehmbar ist, und ihm Bedeutung zu verleihen. Die vor Gesicht und Körper einer Frauengestalt inszenierten Textilen spielen mit dem Gegensatz von Verschleierung und Enthüllung, von Schutz und Schutzlosigkeit und zeigen einen in die Welt geworfenen, verletzlichen Menschen. Micheli begann mit dieser Bilderserie noch vor der Pandemie. Sie sind aktueller denn je. (Günther Oberhollenzer) BIOGRAFIE: Sissa Micheli wurde 1975 in Bruneck, Südtirol geboren und studierte an der Schule für künstlerische Photographie sowie an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Sie gewann zahlreiche Preise und Stipendien, u.a. ein New York Stipendium (2006), den Preis der Akademie (2008), das Atelierstipendium London (2009) und Paris (2013) des BMUKK, Staatsstipendium für künstlerische Fotografie (2015), Südtiroler Künstler/in des Jahres HGV und SKB(2016). Sie verzeichnet zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland. Sie lebt und arbeitet in Wien. www.sissamicheli.net Die Ausstellung ist während folgender Öffnungszeiten zu besichtigen: 27.07. – 07.08.2021 - Dienstag bis Samstag von 10 - 12 Uhr und von 16 - 18 Uhr (Kunstforum Unterland - Galerie der Bezirksgemeinschaft Überetsch Unterland - Lauben 26 – Neumarkt). Während der gesamten Dauer der Ausstellung werden natürlich alle zu dem Zeitpunkt vorgegebenen Anti - Covid - 19 - Richtlinien eingehalten.

Kunstforum Unterland Lauben 26, Neumarkt, BZ
Linda Jasmin Mayer & Sebastian Kulbaka
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Exhibitions
Dienstag, 03 Aug 2021 15:00-19:00 |
Das Event findet heute statt., morgen e jede Woche bis am Fr 03 Sep 2021 an den Tagen: dienstag mittwoch donnerstag freitag samstag

L'avenir nous appartient L'avenir ne nous appartient pas Die aus Meran stammende junge Künstlerin Linda Jasmin Mayer hat gemeinsam mit ihrem Partner Sebastian Kulbaka den Studienpreis zur Förderung junger Künstler*innen 2020 gewonnen. Der Preis wurde vom Südtiroler Künstlerbund gefördert von der Stiftung Südtiroler Sparkasse zum 2. Mal, mit dem Ziel junge lokale Kunstschaffende im Ausland zu fördern, ausgeschrieben. Der Preis beinhaltet einen 3-monatigen Aufenthalt in der renommierten Cité Internationale des Arts im Zentrum von Paris. Die Ergebnisse des Aufenthaltes werden jeweils im Folgejahr in einer Ausstellung in der Galerie Prisma vorgestellt. “L'avenir nous appartient L'avenir ne nous appartient pas” ist der Titel der ersten gemeinsamen Ausstellung von Linda Jasmin Mayer und Sebastian Kulbaka. Das Preisträger Projekt des Auslandsstipendiums für einen Residenzplatz in der Cité Internationale des Arts in Paris des Südtiroler Künstlerbundes gefördert von der Stiftung Südtiroler Sparkasse, sieht eine Reihe von Arbeiten vor die nach der Ästhetik des Prozesses geschaffen wurden. Eine frühere Arbeit wurde wiederverwendet um eine endlose Serie von neuen Arbeiten zu schaffen. Ein 50 Quadratmeter großer, in Bienenwachs getränkter Stoff, der 2019 die Installation “Enthüllen” bildete, die Linda Jasmin Mayer für die Ausstellung “Beauty Case” in der Hofburg in Brixen schuf, ist das Artefakt das verarbeitet wurde. In der Ausstellung werden Werke präsentiert, die sich immer weiter verwandeln werden. Zuerst war es eine Installation, dann wurden es Kostüme und in Zukunft wird es etwas anderes sein. “L'avenir nous appartient” (Die Zukunft ist unsere) und seine Negation “L'avenir ne nous appartient pas” (Die Zukunft ist nicht unsere) werden zum Grundkonzept der Ausstellung, das die Ambivalenz darstellt, in der wir uns befinden. Wir kennen die Zukunft nicht, aber irgendwie gehört sie zu uns und wir sind an sie gebunden. Linda Jasmin Mayer (geb. 1986 in Meran, Italien) ist bildende Künstlerin. Ihre künstlerische Praxis umfasst ein breites Spektrum an Strategien und Ausdrucksformen. Dazu gehören bewegte Bilder, Klangarbeiten, partizipatorische Kunst und skulpturale Erkundungen. Sie nutzt bewegte Bilder und Töne, um Räume in "alternative" Räume zu verwandeln und schafft im-mersive Installationen, die Raum zur Kontemplation bieten sollen. Sie erhielt 2014 einen MFA des Studienprogramms für Zeit und Raum der Finnischen Academy of Fine Art, Helsinki, und studierte 2015 an der School of Media Arts der Royal Danish Academy of Fine Arts, Kopenhagen. Sie schloss 2010 mit einem BFA in Bildhauerei an der Accademia di Belle Arti Brera, Mailand, ab. Im Jahr 2018 nahm sie am Unabhängigen Studienprogramm von Maumaus in Lissabon teil. Ihre Werke wurden in Einzel- und Gruppenausstellungen in Italien, Spanien, Finnland, Dänemark, Österreich, Deutschland, Bulgarien, Sri Lanka, Ägypten und Russland gezeigt. Ihre Abschlussarbeit "How to Break the Ice" wurde 2013 mit dem Kuvataideakatemian Ystävät- Preis ausgezeichnet. Ihre Videoarbeit „Snowcats“ wurde mehrfach gezeigt, u.a. beim Filmfestival von Trento 2014 in einer vom MART kuratierten Vorführung. Im Jahr 2016 nahm sie an der Kunstbiennale Colombo in Sri Lanka teil. Sebastian Kulbaka (geb. 1985 in Lodz, Polen) lebt und arbeitet in Meran. Kulbakas Arbeiten beschäftigen sich mit den Praktiken der Beziehungsästhetik und der medialen Verarbeitung von Schmerz und Erinnerung. Er schloss 2016 mit einem MFA im Fachbereich Malerei der Accademia di Belle Arti di Venezia ab und studierte von 2008-2010 Malerei an der Accademia di Belle Arti di Roma. Sebastian Kulbaka nahm an verschiedenen Ausstellungen und Projekten im öffentlichen Raum und im Bereich der Umweltkunst teil. Unter anderem wurde seine Arbeit Mundus, die in Zusammenarbeit mit Adriano Siesser entstand, 2016 in der 8. Ausgabe von "Sentieri nell'arte", in Caprino Veronese, Verona, gezeigt. 2015 erhielt er den zweiten Preis des nationalen Land Art Prize in der Villa Breda Di Padova.

Galerie Prisma Weggensteinstrasse 12, Bozen, BZ
Art and Textiles - A selection by Lottozero
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Exhibitions
Dienstag, 03 Aug 2021 16:00-19:00 |
Das Event findet heute statt., morgen e jede Woche bis am Mi 04 Aug 2021 an den Tagen: montag dienstag mittwoch donnerstag freitag samstag

Ausstellung „Art and Textiles - A selection by Lottozero“ In der gegenwärtigen, absoluten Vielfalt unterschiedlichster Medien mit denen sich zeitgenössische Künstler*innen auseinandersetzen, ragen jene hervor, die sich ausschließlich bzw. zum überwiegenden Teil auf das Medium Textil konzentrieren. Wenn noch Ende des 19. Jahrhunderts eine heftige Ablehnung des Textils in der Kunst voran ging, so folgte das 20. Jahrhundert mit innovative textile Kunstperspektiven. Zunächst waren es textile Werke, die von den Künstlern, in enger Zusammenarbeit mit den Tapisseriehersteller entstanden. Es war dies eine Kombination aus künstlerischer Finesse und hervorragender Handwerkskunst. Bedeutende Künstler wie Henri Matisse, Pablo Picasso, Le Corbusier, Jan Miro und Luise Bourgeois entwarfen Wandteppiche, die zum größten Teil von der französischen Staatsmanufaktur Gobelins Manufactory in Paris, ausgeführt wurden. In der Jahrhundertwende der Moderne förderten die Wiener Werkstätten, gemeinsam mit ihren Professoren Josef Hoffmann und Kolo Moser, die Textilkunst und im Besonderen die Modeabteilung. Von Anfang an fanden sich die Künstler der Secession mit dem Vorurteil konfrontiert, nur oberflächliche Dekoration und Zierde zu produzieren. Doch weckte die angewandte Kunst der 20er Jahre tiefe Vorstellungen und Empfindungen, widerspiegelt komplexe Ideologien und machte dadurch ihre Überlegenheit geltend. Tapisserie reagiert hier vor allem auf die Implikationen des langwierigen Entstehungsprozesses. Im Anschluss erlebt die Textilkunst im Bauhaus in Weimar und Dessau einen Höhepunkt. Die alten Webtechniken fanden hier kreative Innovation. Es begann eine Abkehr vom strengen Websystem und das Textile als Medium, Technik, Material oder Idee wurde in die moderne Kunst integriert. Gleichzeitig wurden die Grenzen zwischen Kunst und Gestaltung aufgebrochen und die Hierarchien zwischen Kunst und Kunsthandwerk gelöst. Aus diesem Prozess entstand die Aufwertung des textilen Materials, welches auch nicht mehr als rein weibliche Domäne verstanden wurde. Ein Dispositiv, das über eine Kritik, an der traditionellen weiblichen Rollenzuweisung, der Handarbeit und der dekorative Künste, hinausgeht. „Ich möchte dieses Wort „dekorativ“ nicht mal in den Mund nehmen, denn ich will nicht, dass man es mit meiner Arbeit in Verbindung bringt…. Dieses Wort, so wie ich es verwende und empfinde, bezeichnet die einzige Sünde, die es in der Kunst gibt.“ sagte die Künstlerin Eva Hesse im Gespräch mit Cindy Nemser, 1970. Einen entscheidenden Schritt in der Textilkunst schaffte der Künstler Lucio Fontana. Mit seinen Durchlöcherungen und Schlitzungen hat er die Hüllen der Kultur ignoriert, um der Malerei einen neuen, metaphysischen Raum zu öffnen. Damit gehört er zu den wichtigsten Bahnbrechern für jenen Umsturz, der sich in den fünfziger Jahren vollzog. Durch die Zerstörung des Leinwandbildes setzte ein Prozess der Grenzüberschreitung ein, mit der sich das textile Material zu verselbständigen begann. Für die Bildende Kunst generell bedeutet diese Transformation einen Paradigmenwechsel, in dem zugleich auch das Ende der „klassischen Moderne“ festgeschrieben steht. Auf Initiative des französischen Malers Jean Lurcat wurde 1962 die 1. Internationale Biennale der Tapisserie in Lusanne gegründet. Diese Ausstellung, die zunächst an die Tradition des Bildteppichs anknüpfte, entwickelte sich zu einer Tapisseriebiennale, die progressive und experimentelle Werke in ihre Ausstellung aufnahm. Damit etablierte sich die textile Kunst als selbstständige Gattung. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts haben verschiedenste Materialien und Methoden wie die Collage, das Ready-made usw. in der Kunst Eingang gefunden. Dabei haben die 60er Jahre die spezielle Prägung in der Kunst durch weiche Materialien hervorgebracht. Die Abbildung eines sozial definierten Objektes im Textilbild lässt eine intelligente Auseinandersetzung entstehen, zwischen den Spannungspolen flexibler Weichheit des textilen Materials und der exakten Konstruktion der Form. Cleas Oldenburg, der 1963 mit seinem Soft Typewriter den Begriff Soft Sculpture kreierte, begründete damit eine neue Kunstform. Seine Neuerung, sich mit vergänglichen Materialien zu befassen war ein Ereignis mit weitreichender Wirkung. Die Verwendung dieser weichen, organischen Materialien, wie Textil, Papier, Latex usw., zeigt die Absicht zur Annäherung und Betonung der Lebensprozesse. Weiches ist vergänglich und daher dem Leben näher – vergänglich wie das Leben selbst. Die Materie wurde Bedeutungsträger, war nicht mehr nur Bild- oder Formträger. Am prägnantesten und am nachhaltigsten stehen hierfür die Filzarbeiten von Josef Beuys, in denen seine Botschaft direkt und körperlich spürbar ist. Eine Künstlerin, die die Textile Kunst revolutioniert hat, ist die polnische Künstlerin Magdalena Abakanowicz. In den 60er Jahren hat sie die verschiedensten Materialien in ihren textilen Werken miteingewebt. Auch hat sie nicht wie ihre Vorgänger nach Vorlagen gearbeitet, sondern webte ohne Muster und damit Annäherungen an einer gestischen Abstraktion erreicht. Ein neuer Weg zu einem veränderten textilen Verständnis ist beschritten und damit war die Einheit aus Geist und Materie möglich. In ihrem Entstehungsprozess führen Einzelelemente aus vielfältigsten Materialien zu einem vernetzten Gefüge, welches die Intensionen und Ideen des Künstlers miteinbezieht. Einen weiteren wichtigen Schritt hat Abakanowicz mit ihren raumgreifenden Arbeiten gemacht, die ausschließlich aus textilen Material bestehen. Diese Loslösung mit der Wand, schafft Körper- und Raumrelationen, die ein Prozess des Vordringens thematisiert. Es sind dies plastische Werke, die Menschenhüllen und Gestalten darstellen. „Das Weiche mit seinem komplizierten Gewebe wurde zu meinem Werkstoff. Ich spüre darin die Nähe dieser Welt, meine Verwandtschaft mit ihr – eine Welt, die ich nicht anders erkennen will als im Berühren, Nachempfinden, Assoziieren mit jenem Teil meiner eigenen Welt, die ich am tiefsten in mir trage.“ Die Öffnung der Bildfläche des Wandteppichs zu skulpturalen Gestaltungen, ließ ein umfassend neues künstlerisches Bewusstsein im Umgang mit dem textilen Material entstehen. Es entwickelten sich neue gestalterische Möglichkeiten die sich durch Ballung, Verknüpfung bzw. Weberei zum emanzipierten, selbstständigen Ausdrucksträger formten. Die künstlerische Entwicklung der Raumeinnahme, gestaltet sich als Prozess, der mit Ritualen und Aktion verbunden ist. Mit einem solch offenen Kunstbegriff in der Textilkunst, öffnete sich eine neue Weltsicht und Weltgestaltung. Die Möglichkeit der textilen Bilder, Objekten, Rauminszenierungen und Projekten sind charakterisiert vom Aspekt der weichen, beweglichen Verbindungsfähigkeit. Dabei ist die Tapisserie oder das textile Objekt zumal ohne Träger und zeichnet sich gerade durch diese Gerüstlosigkeit. Die ausgeprägte Körperlichkeit der textilen Bildobjekte, fordert ein Betrachten von unterschiedlichen Standorten, um neue Perspektiven zu erschließen. Seit den siebziger Jahren finden sich textile Materialien als künstlerische Gestaltungelemente in Performance und Aktionen. Der Bogen in die zeitgenössische Kunstwelt zeigt eine Vielzahl der künstlerischen Äußerungen der Textilkunst, die prägnante und aussagekräftige Erzählstränge bündeln. Textilwerke werden nicht nur als Produkt manueller Arbeit verstanden, sondern auch als kognitivkonzeptuelle Gestaltung. Zu den unzähligen, zeitgenössischen Künstler, die sich mit Textil auseinandersetzen, zählt insbesondere Sheila Hicks, Olaf Nicolai, Yinka Shonibare, Birgit Dieker, sowie auch Rosemarie Trockel, deren Stickbildern einen Paradigmenwechsel im Kunstverständnis der Gesellschaft aufzeigen. Die kreative Nutzung textiler Formen war zu allen Zeiten wichtiger Bestandteil im Alltag und im Schaffen der Künstler. Durch die Verbindung von Material, Technik und Konzept wurde und werden weiterhin textile Werke geschaffen, die die eigene Relevanz als Kunstwerk durch Aussagekraft, und handwerkliche Qualität bestätigen. Gerade um diese Ansicht zu unterstützen, werden in der Vijion Art Gallery 10 Künstler, der im Jahre 2016 gegründeten Textilwerkstatt „Lottozero“ in Prato, präsentiert. „Art and Textiles – A selection by Lottozero” ist eine Gruppenausstellung, welche einen Einblick in das Textile Schaffen dieser Kunstwerkstatt bietet, welches ein Zentrum für textile Kunst und Design und generell für Textile Kultur ist. Die Initiatorinnen dieses Projektes, Arianna und Tessa Moroder, haben südtirolerische Wurzeln. Die Ausstellung möchte die Faszination der vielgestaltigen und vielschichtigen, künstlerischen Möglichkeiten, die das Textil bietet, aufzeigen. Eine Kunstform die ihre Ausdrucksmöglichkeiten in der Skulptur, Fotografie, Keramik, Installation und Malerei manifestiert und in der zeitgenössischen Kunst noch lange nicht ausdiskutiert ist. Die kulturelle Kodierung und Bedeutung der Textilen Kunst verändert und modifiziert sich ständig und findet als Material künstlerischer Produktion und Praxis im Rahmen kulturkritischer Ansätze stets neue Verwendung. Unter den ausgestellten Künstlern ragen die Werke des Duos Elena Khurtova & Ilse Bourlanges. Die Eine in Frankreich und die Andere in Russland aufgewachsen, haben sie sich nun in Holland niedergelassen. Sie stellen eine Kollektion von „Gestricktem“ aus; Werke die ausschließlich aus Keramik und Porzellan hergestellt sind. Aus Stränge aus manuell hergestellter Keramikmasse haben die Künstlerinnen mit großen Holzstricknadeln einzelne Teile gestrickt. Diese Werke charakterisieren sich durch zum Teil fehlerhafte Verstrickungen, die als Ausdruck der Verletzlichkeit des Menschen interpretiert werden können. Die „Anti-Flaggen“ und die genähten und gepolsterten Skulpturen der iranischen Künstlerin Farkhondeh Shahroudi, die seit den 1990er Jahren in Berlin lebt, sind hingegen Überlieferungen einer poetischen Erzählung, die von ihrem eigenen Leben und Erleben erzählen. Ihre Künstlerischen Äußerungen implizieren soziale, persönliche, intime und politische Dimensionen. Auch die Sprache der Fotografie wird durch verschiedene Herangehensweisen und Interpretationen gezeigt: Anna M. Rose (amerikanische Künstlerin mit aktuellem Wohnsitz in Florenz) nützt die Fotografie, um eine Reihe ihrer privaten performativen Aktionen, in verlassenen und unbewohnten Räumen, zu verewigen. Gekleidet mit anthropomorphen Hüllen aus Kunsthaaren erweckt sie eine primordiale und fast monströse Verwundbarkeit. „Under Cover“ der schweizer Künstlerin Virginie Rebetez ist eine Fotoserie, die ein Bestattungsritual in Südafrika dokumentiert. Neben der scheinbaren Objektivität der Aufnahmen, suggerieren die auftretenden Falten der Stoffe und Decken weite, surrealistische Erinnerungen. Eine Auseinandersetzung mit der Malerei zeigt das Werk des Berliner Künstlers Roland Barth, der seit 2016 mit dem Begriff Screenpainting eine eigene Bildsprache definiert. Für diese eigene persönliche Siebdrucktechnik nützt er Werkzeuge, die auch für den Stoffdruck Verwendung finden. Robin-Darius Dolatyari-Dolatdoust (französischer Künstler, in Brüssel ansässiger, Performer und Designer) verbindet in seinen Textilbildern einen malerischen Ausdruck mit textiler Materialität. Mit seinem unverwechselbaren grafischen Zeichen bringt er ein dekonstruktives Spiel der Formen eines Picassos in Zusammenhang mit einer geschwungenen Eleganz der Linie von Matisse. Es ist größtenteils die Neigung zur Malerei, die das vielfältige Werk der in Berlin lebenden schweizer Künstlerin Stefanie Kägi zusammenhält. Die Künstlerin verflechtet Materialien und Textilarbeiten in digitalen Bildbearbeitungsprozessen; analoge und digitale Techniken durchdringen sich und finden im Irrtum und in der Unvollkommenheit neue formale Lösungen, die die Grenzen des malerischen Prozesses erweitern. Zu den internationalen Künstler*innen kommen noch zwei italienische Namen hinzu: Claudia Losi, eine der italienischen Künstlerinnen, die seit den 90er Jahren das Medium Textil in ihre Arbeit integriert hat, und Luca Vanello, von dem eine limitierte Auflage des Projekts „Tired Eyes Dislike the Young“ zu sehen ist. Diese Künstler*innen haben mit Lottozero eine unterstützende und vertretende Institution gefunden. Lottozero ist ein Ort der Forschung und Kreation: Die strategische Lage innerhalb der Textilen Umgebung von Prato, die Möglichkeit ein eigenes internes Labor mit Textilmaschinen vorzufinden, und die Absicht Designer und Künstler in der Residenz und in der Ausstellungsfläche einzuladen, machen es zu einer einzigartigen Realität in Italien. Ein idealer Ort für alle Künstler, die Materialien, Techniken, Bedeutungen und konzeptionelle Implikationen des Textils für ihr Kunstschaffen vertiefen wollen. Seit 2016 hat Lottozero in Zusammenarbeit mit Museen und Kulturinstitutionen zahlreiche Ausstellungsprojekte entwickelt, darunter das Tessuto Museum in Prato, das Zentrum für zeitgenössische Kunst Luigi Pecci in Prato, die Villa Romana in Florenz und das Museion in Bozen. Die Ausstellung Art and Textiles - A selection by Lottozero ist eine erste Zusammenarbeit mit der Vijion Art Gallery in St. Ulrich. Ausstellende Künstler: Roland Barth (Berlino 1983. Vive e lavora a Berlino) Marie Ilse Bourlanges (Parigi 1983. Vive e lavora ad Amsterdam) Robin-Darius Dolatyari-Dolatdoust (Chambery en Savoie / Francia 1994. Vive e lavora a Bruxelles) Stefanie Ka?gi (Winterthur / Svizzera 1987. Vive e lavora a Berlino) Elena Khurtova (Samara / Russia 1982. Vive e lavora ad Amsterdam) Claudia Losi (Piacenza 1971. Vive e lavora a Piacenza) Anna M. Rose (Massachusetts / USA. Vive e lavora a Firenze) Farkhondeh Shahroudi (Teheran 1962. Vive e lavora a Berlino) Luca Vanello (Trieste 1986. Vive e lavora a Bruxelles) Virginie Rebetez (Svizzera 1979. Vive e lavora a Losanna)

Vijion Art Gallery Pontives 26 39046 St. Ulrich/Gröden, St. Ulrich, BZ
Michael Krebber: Studiofloor and Diamond Paintings
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Exhibitions
Freitag, 06 Aug 2021
jede Woche bis am Sa 08 Jan 2022 an den Tagen: freitag samstag

Die erste Einzelausstellung von Michael Krebber in Italien zeigt die beiden titelgebenden Serien Studiofloor und Diamond Paintings, welche in aller Deutlichkeit die Absicht des Künstlers veranschaulichen, den Diskurs der Malerei als Performance über die Leinwand und den traditionell der Malerei zugeschriebenen Raum hinaus zu erweitern. Kuratiert wird die Ausstellung von Vincenzo de Bellis und organisiert in Zusammenarbeit mit der Greene Naftali Gallery in New York. Seit Jahrzehnten sind Werk und Recherche von Michael Krebber von einem konzeptuellen Zugang zur Malerei gekennzeichnet, welcher auf der Überzeugung beruht, dass es unmöglich sei, in der Kunst Neues zu erfinden, da alles schon erfunden sei. Mehr als eine simple „Neu-Erfindung“ bieten diese minimalen und scheinbar ungelösten Eingriffe des Künstlers dem Publikum eine offene Leinwand voller Möglichkeiten: Ähnlich einem unvollendeten Satz lassen seine Werke die Betrachterinnen und Betrachter nur erahnen, was geschehen könnte. Das Verständnis von Malerei ist für Michael Krebber fast schon ein performatives. In der Kunstszene wurde Krebbers Zugang als ein regelrechtes „System des Zögerns, in dem sich gegensätzliche Kräfte gleichzeitig motivieren und gegenseitig blockieren“ definiert, wobei er die Malerei über die konventionelle Vorstellung des Bildes als Objekt hinaus erweitert. Krebbers unfertige Ästhetik ist jedoch nicht das Ergebnis eines Versuchs, das Medium zu sabotieren, sondern vielmehr das Resultat eines präzisen Wunsches, den Diskurs über die Leinwand und den traditionell der Malerei zugeschriebenen Raum hinaus zu erweitern. Die beiden in der Ausstellung gezeigten Serien verdeutlichen diese Absicht besonders. Studiofloor und Diamond Painting Die Serie „studiofloor MK/P MK19/087/1-8“ (2000) wurde 2005 mit einem rätselhaften Bild auf dem Cover des Kunstmagazins Artforum abgebildet. Einige Jahre zuvor borgte sich Krebber von Sammlern eine Reihe eigener Bilder aus, die er auf einem großen Tisch in der Mitte eines Raumes anordnete. Die leeren Wände – auf denen die Gemälde installiert werden sollten – wurden mit großen Holzfaserplatten aus Teilen des Atelierbodens des Künstlers bedeckt, die ausgeschnitten und an der Wand platziert wurden, als ob es sich um Gemälde handelte, wobei die Bilder kopfüber aufgehängt wurden. Auch in der zweiten Serie, die in der Ausstellung zu sehen ist, werden traditionelle Maltechniken durch die Verwendung von Readymades – also von Alltagsgegenständen, die zu Kunstwerken gemacht werden – ersetzt. In den vierzehn Leinwänden von „Diamond Painting“ (2003) dekonstruiert Krebber systematisch, wie der Titel der Serie suggeriert, die Zentralität von Subjekt und Technik in der Malerei und schafft stattdessen einen Raum, der offen für Suspension und Unvollständigkeit ist. Im Handel erworbene Stoffe, die mit vorgedruckten Mustern versehen sind, ersetzen die traditionelle Leinwand und werden zur Oberfläche, auf der Krebber einfache geometrische Formen weißer Rauten malt. Wie so oft in seinem Werk verrät der Bezug zu einflussreichen deutschen Künstlern, in diesem Fall zu jenen, die ebenfalls mit Stoffen gearbeitet haben, wie Rosemarie Trockel und Sigmar Polke, das tiefe Wissen des Künstlers über Kunstgeschichte und zeitgenössische Malerei. Michael Krebber wurde 1954 in Köln geboren und studierte Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in Karslruhe. Seit 2016 lebt und arbeitet er in New York. Krebber war Assistent der beiden renommierten deutschen Künstler Martin Kippenberger und Georg Baselitz. Von 2002 bis 2016 war er Professor an der Städelschule in Frankfurt, wo er mit seiner Lehre eine Generation von jungen Künstlerinnen und Künstlern beeinflusste. Seine letzten Einzelausstellungen fanden unter anderem im Museum Brandhorst in München (2019), in der Galerie Buchholz in Berlin (2019), in der Greene Naftali Gallery in New York (2018) sowie in der Kunsthalle Bern (2017) statt.

Stiftung Antonio Dalle Nogare Rafensteiner Weg 19, Bozen, BZ
Pub Ins Ted
Fondazione Provincia

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