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ETEL ADNAN & SIMONE FATTAL: WORKING TOGETHER
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Exhibitions
Samstag, 28 Mai 2022 10:00-18:00 |
Es gibt Termine vom 29 Apr 2022 bis 05 Nov 2022

Das erste italienische Debüt des Künstler-Duos Eine intime und diskrete Ausstellung, welche durch mehr als 60 Werke, die Wärme der künstlerischen Praxis vermittelt. Beinhalten wird diese sowohl malerische, bildhauerische, als auch literarische Arbeiten. Malereien und Skulpturen, aber auch Bücher, Gedichte und Objekte des Alltags. Etel Adnan & Simone Fattal: Working Together, kuratiert von Vincenzo de Bellis, ist die erste gemeinsame, italienische Ausstellung der beiden Arbeits-und Lebenspartnerinnen. Vom 29. April bis zum 6. November 2022, werden die intimen und kleinformatigen Arbeiten der beiden Künstlerinnnen ein neues Zuhause, in der Bibliothek der Antonio Dalle Nogare Stiftung in Bozen finden. Der Lesesaal wird zu diesem Anlass, zum ersten Mal in einen Ausstellungsraum verwandelt. Etel Adnan (Beirut, 1925 – Paris, 2021) und Simone Fattal (Damaskus, 1942) haben sich in den 1960ern in Beirut kennengelernt, und lebten seit jeher gemeinsam zwischen Paris, Beirut und Nordkalifornien, wo sie mit verschiedenen künstlerischen Medien arbeiteten und experimentierten. Doch noch bevor sie sich den bildenden Künsten zuwandten, widmeten sie sich der Literatur und Sprache. Adnan war Poetin und Künstlerin, während Fattal Bildhauerin, sowie Gründerin der Post-Apollo Press, einem Verlagshaus, mit Fokus auf Geschichte, Politik, Sozialwissenschaften sowie Gender Studies, ist. Die Stärke der beiden Künstlerinnen liegt in der multidisziplinären Natur ihres Oeuvres. Die literarischen Stimmungen, welche sich durch all ihre Arbeiten wie ein roter Faden durchziehen, sind ebenfalls eine bemerkenswerte Eigenschaft. Die Beziehung der beiden führte schließlich auch zur gemeinsamen künstlerischen Praxis. Etel Adnan hatte ihr Atelier in der Pariser Wohnung, wo sie auf ein und demselben Tisch malte und Gedichte verfasste. Im gesamten Wohnbereich finden sich alltägliche Objekte, Keramiken und Skulpturen, welche Simone Fattal in ihrem Atelier, unweit von der Wohnung, anfertigte. Im Laufe der Jahre verschmelzen und fusionieren die Schaffensprozesse der beiden Künstlerinnen. Dabei bleibt das Zuhause, der wohl intimste Standort, an welchem diese Techniken und Prozesse konsequent erneuert und weiterentwickelt werden. Die Wohnung in Paris, aber auch die Atelier-Räumlichkeiten bewahren dabei am besten die Essenz und die Seele des Künstler-Duos auf, sei es als Individuen, als auch als Paar. In diesen Räumlichkeiten respektive von der Idee der Intimität ausgehend, entstand der Gedanke jene sehr private Umgebung in einen Ausstellungsraum umzuwandeln, und somit BesucherInnen die Möglichkeit zu geben, in die Arbeiten der Künstlerinnen einzutauchen, ohne sich dabei in einem klassisch musealen Rahmen wiederzufinden. Die Werke vermitteln Wärme und Geborgenheit, und die Räumlichkeiten bieten den idealen Ausgangspunkt für Begegnungen und Dialoge in einem vertrauten Umfeld, welches alltägliche Umgebungen und Räume wie Wohnzimmer, Bibliothek, Küche und Speisesaal vereint. Die Ausstellung umfasst eine breite Auswahl an Arbeiten: davon ungefähr dreißig Werke von Etel Adnan, unter anderem Malereien, Wandteppiche, Leoporellos und Zeichnungen; dreißig weitere Arbeiten stammen von Simone Fattal und beinhalten Skulpturen sowie Wandteppiche. Die ausgewählten Kunstwerke vermischen sich mit persönlichen Gegenständen, wie beispielsweise Bücher, welche von einer Künstlerin geschrieben, und von der anderen bearbeitet wurden. Außerdem finden sich Bücher über die Arbeiten des Duos, sowie Schriften, welche die künstlerische Praxis von Adnan und Fattal beeinflussten, und mit wessen Autoren sie befreundet waren. Die Ausstellung gibt den Besuchern die Möglichkeit des Lesens und in Büchern sowie Katalogen zu blättern, und lädt sie somit ein sich über das rein visuelle Erlebnis hinaus, mit der Praxis auf einer zusätzlichen, tiefgründigen Ebene zu befassen. Ziel ist die Erschaffung einer mimetischen Vertiefung und eines intimen Einblicks in das Leben und die Arbeit der beiden Künstlerinnen, während man als BesucherIn Teil davon wird, und aus einer von Simone Fattal angefertigten Tasse Tee oder Kaffee trinkt. Schließlich verkörpert Etel Adnan & Simone Fattal: Working Together aus folgenden zwei Gründen ein einzigartiges Bestreben: Zum Einen vereint es die Werke der zwei Künstlerinnen, erstmals nachdem Etel Adnan’s kürzlich aus der Welt geschieden ist. Außerdem, spielt die Literatur im Werdegang der beiden Künstlerinnen eine bedeutende Rolle, und so widmet sich eine Struktur, welche den visuellen Künsten gewidmet ist, dieser Praxis, vor allem untersucht sie die Auswirkungen auf das visuelle Schaffen der Beiden.

Stiftung Antonio Dalle Nogare Rafensteiner Weg 19, Bozen, BZ
Philipp Klammsteiner - The Social Incident
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Exhibitions
Samstag, 28 Mai 2022 10:00-12:00 |
Es gibt Termine vom 07 Mai 2022 bis 04 Jun 2022

Einzelausstellung von Philipp Klammsteiner. Die Werke verarbeiten Themen wie Soziale Netzwerke und deren surreale Existenz. Durch die Verarbeitung von Werbungen aus den 60/70 Jahren wird die Illusion von „Followers und Likes“ dargestellt, welche den Konsumenten falsche Versprechungen vorgaukeln.

Galerie Prisma Weggensteinstraße 12, Bozen, BZ
STAY
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Exhibitions
Samstag, 28 Mai 2022
Es gibt Termine vom 28 Mai 2022 bis 31 Okt 2022

Völs - Temporäre Ausstellung am Dorfplatz - Kunst im Öffentlichen Raum Sinnlich hinterfragend, experimentell und den Betrachtenden aktiv ins Werk miteinbeziehend so präsentieren sich die Werke der vier teilnehmenden Künstler*innen Elisa Grezzani, Hubert Kostner, Karin Schmuck und Alois Steger der Ausstellung STAY auf dem Dorfplatz von Völs. Kuratorin: Eva von Ingram Harpf

Kunst im gARTen
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Exhibitions
Samstag, 28 Mai 2022 07:00-21:00 |
Es gibt Termine vom 01 Apr 2022 bis 30 Jun 2022

Von April bis Juni wird der Gaudententurm in Partschins zum Treffpunkt für Kunstbegeisterte. In dieser Zeit nämlich mischen sich die Werke Südtiroler Künstler unter die Blumenbeete und Apfelbäume des nostalgischen Gartens, der sich rund um den historischen Ansitz und die dazugehörige Brennerei ausdehnt. Skulpturen, Bilder, künstlerische Kreationen unterschiedlicher Art und Ausprägung wetteifern mit der Farbenpracht der Natur. Eine einzigartige Kulisse für genussvolles Kunst-Wandeln, idealerweise in Kombination mit einem Glas Selbstgekeltertem oder Selbstgebranntem der Hausherren …

Ansitz Gaudententurm Gaudententurmstraße 7, Partschins, BZ
Francesca Ragona - ARTEvolution 2
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Exhibitions
Samstag, 28 Mai 2022 07:00-01:00 |
Es gibt Termine vom 19 Mai 2022 bis 22 Jun 2022

Die Künstlerin Francesca Ragona wurde 1970 in Bozen geboren. Schon seit ihrer Kindheit begeisterte sie sich für Kunst und künstlerische Disziplinen und begann ihre Reise mit der Aquarellmalerei unter der Anleitung ihres Onkels Giovanni Antico, der ebenfalls Künstler war und sie dazu brachte, mit dieser Art der Malerei zu experimentieren, indem sie Stilleben und Landschaften darstellte. Nach einer langen Pause verspürte Francesca wieder den Wunsch sich künstlerisch zu äußern, sich einer für sie neuen Technik zu nähern und zu experimentieren: der Ölmalerei. Im Jahr 2016 und in den folgenden zwei Jahren verfeinerte sie unter der Anleitung des Meisters und Künstlers Peter Pellegrini ihre Technik, indem sie mit verschiedenen Farbkombinationen experimentierte und gleichzeitig die Freude an der Darstellung hauptsächlich weiblicher Motive entdeckte. Auf der Suche nach dem eigenen Stil und der künstlerischen Identität war die Begegnung mit der Bozner Künstlerin Monica Pizzo im Jahr 2018 entscheidend. Mit ihr begann sie einen neuen Weg, der sie in eine weitere ständige Entwicklung brachte. Ein introspektiver Weg, der sie in neue künstlerische Dimensionen führt, der sie aber auch dazu bringt, in ihrer Seele zu graben und den Teil von ihr zum Vorschein zu bringen, der bisher verborgen war. Das Ergebnis ist ein zunächst abstraktes Gemälde, in dem sie als Künstlerin versteckte Details einfängt, die mit perfekten Proportionen auftauchen und bei denen es genügt, sie leicht zu umreißen, um ihnen “Leben” zu verleihen. Gesichter, Augen und Profile tauchen systematisch auf, manchmal klar erkennbar, manchmal verschleiert, und es ist Sache des Betrachters, sie aufzuspüren. Wenn sie ein Werk beginnt, weiß sie nie, wie lange es dauern wird, bis es fertig ist. Sie bleibt tagelang und wochenlang und beobachtet das Werk, was sie skizziert oder gemalt hatte, bis die Leinwand das wiedergibt, worauf die Künstlerin gewartet hat. Emotionen und Erlebnisse kommen stark zum Vorschein, manchmal erschreckend, manchmal erleuchtend, manchmal so bewegend, dass eine Träne vergossen wird.

Four Points By Sheraton Bruno-Buozzi-Straße 35, Bozen, BZ
Paradise Lost
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Exhibitions
Samstag, 28 Mai 2022 07:30-20:00 |
Es gibt Termine vom 12 Mär 2022 bis 10 Jun 2022

Paradise Lost | Georg Erlacher Der Fotograf und Restaurator Georg Erlacher ist bekannt für seine einfühlsamen Landschaftsbilder. In dieser Ausstellung hat er die Welt der Bienen im Fokus. Durch seine Makroaufnahmen eröffnet er ein faszinierendes Bild auf Bienen und ihr Habitat. Als Imker sieht er die Biene nicht nur als Honiglieferantin, sondern sieht sie als Indikator für eine intakte Umwelt, die sich in dramatischer Weise verändert. Klimaveränderungen und Umweltverschmutzung bedrohen die Lebensgrundlage nicht nur der Bienen, sondern der ganzen Menschheit. Bei genauerer Betrachtung der Bilder von Georg Erlacher wird dieses Unbehagen spürbar: das perfekte Gleichgewicht ist gebrochen, anstelle von lebhaftem Treiben im Bienenstock sind vorwiegend leblose Insektenkörper und wenige überlebende Tiere zu erkennen. Georg Erlacher erzählt mit diesen Bildern auf einfühlsame Weise die tragische Geschichte des verlorenen Paradieses. Georg Erlacher 1969 in Bozen geboren lebt und arbeitet in St. Vigil in Enneberg

Kunstraum Café Mitterhofer Rainerstraße 4, Innichen, BZ
Packen, schleppen, rollen - Reisegepäck im Wandel der Zeit
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Exhibitions
Samstag, 28 Mai 2022 09:00-19:00 |
Es gibt Termine vom 01 Apr 2022 bis 06 Nov 2022

Wie reiste man und frau „mit großem Apparat“, wie mit leichtem Gepäck? Wer ließ tragen und wer schleppte selbst? Was verraten Koffer und Taschen über ihre Besitzer/innen? Mit diesen und weiteren Fragen rund um das Thema Reisegepäck beschäftigt sich ab 1. April eine Sonderausstellung des Touriseums auf Schloss Trauttmansdorff in Meran. Was soll alles mit? Wofür ist noch Platz? Mit diesen Überlegungen beginnt jede Reise. Sie sind eine Frage der Etikette, der jeweiligen Zeit und auch des Charakters. Aber unabhängig davon, was und wieviel sie enthalten mögen, um ihren Besitzer/innen die Zeit fern ab von zuhause zu erleichtern: Gepäckstücke sind Symbol für das Reisen schlechthin. Ihre Machart hat sich in den vergangenen 200 Jahren Tourismusgeschichte dabei an das Verkehrsmittel ihrer Zeit und an die Bedürfnisse der jeweils reisenden Gesellschaftsschicht angepasst. So wichen die gewölbten Kutschentruhen den im Gepäckwaggon der Eisenbahn gut stapelbaren Schrankkoffern und die großen Reisetaschen des PKW den kleinen, leichten Rollkoffern der Flugreise. Für seine Ausstellung „Packen, schleppen, rollen - Reisegepäck im Wandel der Zeit“ hat das Touriseum an die 50 noch nie gezeigte Reisebegleiter aus seinem Sammlungsdepot geholt und legt offen, was Kutschentruhen, Schrankkoffer, Reisesäcke, Hutschachteln, Necessaires, Rucksäcke, Autotaschen und Trolleys so alles zu erzählen haben: von der gefährlichen Kutschfahrt über die Alpen, der noblen Sommerfrische im Grand Hotel, der abenteuerlichen Fahrradtour rund um die Welt oder dem Aufbruch in ein neues Leben; aber auch vom alltäglichen Schleppen im Dienste der Gäste, der unfreiwilligen Abreise in den Krieg oder der überstürzten Flucht aus der Heimat. Begleitend zur Ausstellung sammelt das Touriseum auch persönliche Koffergeschichten von allen, die mitmachen möchten: Welche Geschichten und Erlebnisse verbinden Sie mit dem Kofferpacken? Was für ein „Pack-Typ“ sind Sie? Welche Symbolkraft hat ein Koffer für Sie? Wer mitmachen möchte, kann sich unter 0473 255659 informieren oder seine Koffergeschichte mit Foto direkt an info@touriseum.it senden. Die gesammelten Geschichten werden online veröffentlicht, die spannendsten unter ihnen als Podcast sowie in einem Buch publiziert. Die Ausstellung „Packen, schleppen, rollen - Reisegepäck im Wandel der Zeit“ kann vom 1. April bis zum 6. November 2022 in der Remise von Schloss Trauttmansdorff besichtigt werden. Der Eintritt ins Touriseum und seine Sonderausstellung ist im Ticket der Gärten von Schloss Trauttmansdorff inbegriffen.

KARL GASSER Klausen und Umgebungen
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Exhibitions
Samstag, 28 Mai 2022 09:30-12:00 | 15:30 - 18:00
Es gibt Termine vom 02 Apr 2022 bis 18 Jun 2022

• Zur Ausstellung erscheint ein Katalog • Mit dem „Entdeckerblatt“ vom Museumspädagogischen Zentrum (MPZ) München entdecken unsere großen und kleinen BesucherInnen die eine oder andere Besonderheit der Kunst von Karl Gasser • Die Anti-Covid-Normen werden eingehalten Karl Gasser wurde am 6. April 1948 auf dem Huberhof in Pardell bei Klausen geboren. Gemalt hat er schon von fru?hester Kindheit an. Sein Gedanke hierzu: „So weit kann ich mich gar nicht zuru?ckerinnern“. Ga?ste des elterlichen Betriebes regten ihn zum Besuch der vierja?hrigen Kunstschule in Brixen (1963-1967) bei Prof. Conrad Peter Bergmann an. Seine ersten Bilder wurden damals von Ga?sten des Hofes gekauft. Nach dem Abschluss der Kunstschule reiste Gasser o?fters nach Mu?nchen und studierte in der Pinakothek die alten Meister. Von Augsburg aus konnte Karl Gasser u?ber einen Galeristen in New York Fuß fassen. Mehr als zwei Jahrzehnte, wo eine kleine historische Mu?hle ihm als Kunststudio diente, lebte der Ku?nstler abwechselnd in seinem Atelier in New York und im Heimatort Pardell. Oftmals erza?hlte Gasser seinen Familienangeho?rigen von seinem bunten Leben in Manhattan, von Feierlichkeiten mit beru?hmten Perso?nlichkeiten und vom illustren Abendlokal Studio 54 und der gleichnamigen Kunstgalerie. Seit 1986 beteiligte er sich mehrmals an der Artexpo New York und 1987 nahm er auch an der Artexpo Los Angeles teil. Das Kunstmagazin Manhattan Arts vero?ffentlichte in der Fru?hlingsausgabe von 1995 einen Beitrag u?ber Karl Gasser, mit dem Fokus auf eines seiner Lieblingsthemen: das Wecken von Harmonie zwischen Mensch und Natur. Die immerwa?hrende Ru?ckkehr der Natur und die Bedeutung des Wassers sind in seinem Werk „New York und die vier Jahreszeiten” verdeutlicht worden. Stolz war er auf seinen „Gockel“, der im Haus der Kunst in Mu?nchen gezeigt wurde und Anklang fand. Gasser beteiligte sich von 1984 bis 1990 stets an der Fru?hjahrsausstellung der Mu?nchener Ku?nstlergenossenschaft. Seine Weltoffenheit brachte ihn an viele Orte dieser Welt, so verbrachte er seine letzten Jahre in Rattenberg in Tirol. Am 5. Ma?rz 2017 verstarb Karl Gasser in Brixen aufgrund einer unheilbaren Krankheit. Gassers Reiselust wurde in den letzten Jahren seines Lebens durch eine große Sehnsucht nach Heimat u?berschattet, welche sich in seinem Spa?twerk widerspiegelt.

Heiliges und Heilige über den Pass
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Exhibitions
Samstag, 28 Mai 2022 10:00-17:00 |
Es gibt Termine vom 19 Mär 2021 bis 06 Nov 2022

In einer Gemeinschaftsausstellung der Hofburg Brixen, des Augustinermuseums Rattenberg und des Museums Rablhaus Weerberg werden Besucherinnen und Besucher auf eine (museale) Pilgerreise geschickt, um den Formen religiöser Mobilität nachzuspüren. Im Diözesanmuseum Brixen wird dabei das Hauptaugenmerk auf die lokale Heiligenverehrung gelegt, wobei vor allem „Exotenheilige“ in den Fokus rücken, deren Verehrung in Tirol weniger verbreitet ist. Die Pilgerwege ausgewählter Heiliger werden – ausgehend von einer grafischen Karte – anhand von Kunstwerken veranschaulicht, welche vom Mittelalter bis in die heutige Zeit datieren.

Hofburg Brixen Hofburgplatz, 2, Brixen, BZ
Stone Age Connections. Mobilität zu Ötzis Zeit
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Exhibitions
Samstag, 28 Mai 2022 10:00-18:00 |
Es gibt Termine vom 22 Nov 2021 bis 07 Nov 2022

Schon in der Kupferzeit waren die Menschen erstaunlich mobil. Sie handelten mit Feuerstein (Silex) und Kupfer und tauschten dabei nicht nur Handelswaren aus, auch neues Wissen und handwerkliche Fertigkeiten gingen mit auf die Reise. Zu Fuß, auf Schneeschuhen über die Berge oder mit dem Einbaum übers Wasser, so legten die Menschen erstaunlich weite Strecken quer durch Europa zurück. Das Kupfer für Ötzis Beil stammt aus der heutigen Toskana, einige seiner Feuersteingeräte aus dem Gebiet rund um den Gardasee. Und so wie heute waren auch in der Kupferzeit Menschen unterwegs auf der Suche nach einem besseren Leben. Sie besiedelten neue Gebiete, trafen auf andere Gruppen, erste kriegerische Auseinandersetzungen um Ackerland, Bodenschätze und Siedlungsplätze fanden statt. Neue kulturelle Gruppen bildeten sich, religiöse Anschauungen fanden schneller Verbreitung. Der Mobilität auf der Spur DNA-Analysen helfen uns dabei Migrationsbewegungen nachzuzeichnen, Keramik erzählt vom Wissenstransfer und Rohstoffe lassen sich durch naturwissenschaftliche Analysen ihrem Ursprungsgebiet zuordnen. So versucht die Sonderausstellung anhand bedeutender Funde aus dem Alpenraum die Wege und Handelsbeziehungen im 4. und 3. Jahrtausend v.Chr. nachzuvollziehen.

Südtiroler Archäologiemuseum Museumstr., 43, Bozen, BZ
Elisabeth Hölzl, Gina Klaber Thusek - Eliografie, incomplete
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Exhibitions
Samstag, 28 Mai 2022 10:00-18:00 |
Es gibt Termine vom 04 Mär 2022 bis 05 Jun 2022

kuratiert von: Ursula Schnitzer Die Ausstellung Lichtpausen, lückenhaft präsentiert die beiden Künstlerinnen Gina Klaber Thusek (1900–1983) und Elisabeth Hölzl (*1962) als verschränkte Retrospektiven. In den frühen 1970er-Jahren haben sich die beiden in Meran kennen gelernt: Thusek war damals eine reife Künstlerin, die zwei Weltkriege, die Konfinierung nach Meran und eine 16 Jahre anhaltende Staatenlosigkeit hinter sich hatte. Hölzl ein junges Mädchen, gerade am Anfang seiner künstlerischen Entwicklung. Obwohl die beiden Künstlerinnen verschiedenen Generationen angehören und durch gänzlich unterschiedliche Lebensumstände geprägt wurden, überrascht eine Fülle von Bezügen zwischen ihren Werken. Die erste Begegnung 1973, mündet nun – 50 Jahre später – in eine Wiederbegegnung: Der Nachlass Gina Thuseks, aufbewahrt im Archiv des Palais Mamming Meran, wird für Elisabeth Hölzl Erinnerungsmoment und Inspiration. Ihr poetisches uns sensibles Werk, entfaltet in dieser Ausstellung zusammen mit Thuseks Ouevre, eine neue, raumgreifende Dimension. So geht die Schau über eine Doppelausstellung hinaus und wird durch die Verflechtung beider Werke zu einem neuen Ganzen. Lichtpausen, lückenhaft erzählt von vielschichtigen Berührungspunkten zwischen den beiden Künstlerinnen. Nach und nach ans Licht gebracht, war Thuseks Werk für Elisabeth Hölzl in den letzten Monaten Anlass, ihr eigenes Werk teilweise neu zu sehen, ihr Frühwerk zu sichten und neue Arbeiten mit den Werken Thuseks in einen Dialog treten zu lassen. Entsprechend spüren die einzelnen Sektionen der Ausstellung Themen und Lebenssituationen auf, die im Werk beider Künstlerinnen eine wichtige Rolle einnehmen. Liebe, Sehnsucht, Begehren; Fotografie als Erzählmethode und Ausdruck von Introspektion; neue Wege in der Bildhauerei oder eine starke Affinität mit dem Textilen, sind nur einige der aufgezeigten Facetten.

Kunst Meran Lauben, 163, Meran, BZ
Peppi Tischler. Via Crucis
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Exhibitions
Samstag, 28 Mai 2022 10:00-18:30 |
Es gibt Termine vom 19 Mär 2022 bis 06 Nov 2022

Peppi Tischler wurde mit seinen Karikaturen für die Zeitungen „Dolomiten“ und „Neue Südtiroler Tageszeitung“ in ganz Südtirol und darüber hinaus bekannt. Der von Tischler gezeichnete legendäre „Schnauzer“ begleitete über Jahrzehnte die Leserinnen und Leser der „Dolomiten“. Passend zur Fastenzeit werden in der Hofburg Brixen Peppi Tischlers 14 Kreuzwegstationen präsentiert, welche bereits 1992 im Kreuzgang der ehemaligen Kartause in Karthaus in Schnals ausgestellt worden sind. Den Leidensweg Jesu gestaltete Tischler auf massiven Lärchenholzbrettern. Den Stationen ist ein Dialog eigen, den die reduziert dargestellten Protagonist:innen durch Ausdruck und Gebärden untereinander führen. In diesen Dialog werden die Betrachter:innen des Kreuzweges schon allein durch die Gebärdensprache mit einbezogen und damit Teil des Geschehens, welches somit ins Hier und Jetzt versetzt wird.

Hofburg Brixen Hofburgplatz, 2, Brixen, BZ
Jorge Otero-Pailos: The Ethics of Dust
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Exhibitions
Samstag, 28 Mai 2022 10:00-18:00 |
Es gibt Termine vom 25 Mär 2022 bis 18 Sep 2022

Die Museion Passage ist experimentelles Ausstellungsformat, das im Erdgeschoss – bei freiem Eintritt und unabhängig von den laufenden Ausstellungen in den oberen Stockwerken – regelmäßig Arbeiten aus der Sammlung präsentiert und damit der Vorstellung der Architekten entspricht, die das Museum als Passage zwischen der historischen Altstadt und den im 20. Jahrhundert entstandenen Wohnvierteln sowie als Metapher für den Dialog zwischen Generationen und Gemeinschaften interpretierten und konzipierten. Im Mittelpunkt dieser Ausstellung steht der spanische Künstler Jorge Otero-Pailos (Madrid, 1971), der in seiner Arbeit Kunst, Architektur und Methoden der Konservierung verbindet und sich damit mit Themen wie Erinnerung, Vermächtnis und Geschichte auseinandersetzt. Seine Serie The Ethics of Dust ist das Ergebnis einer jahrzehntelangen und noch heute andauernden Arbeit. Grundlage seines Werks ist die Säuberung von Architekturdenkmälern wie des Palazzo Ducale in Venedig, der Houses of Parliament in London und der Tranjanssäule am Victoria & Albert Museum von Staub und den Spuren externer Verschmutzung. Das Raqs Media Collective – die Kuratoren des Standorts Bozen der Biennale für zeitgenössische Kunst Manifesta 7 – hatten ihn 2008 eingeladen, über die Bedeutung der Restaurierung und erneuten Nutzung des Ex-Alumix-Gebäudes in der Bozner Industriezone nachzudenken, das damals als Ausstellungsraum bespielt wurde. Otero-Pailos anwortete mit einer monumentalen Installation. Er nahm die Staubschicht an den Fabrikwänden mit Latexstreifen ab – und machte aus dieser Art der Konservierung ein Kunstwerk. Das Museion zeigt jetzt den Teil von The Ethics of Dust, der in Bozen entstanden ist und ursprünglich aus 175 Latexstreifen mit den Rückständen aus der ehemaligen Aluminiumfabrik hätte bestehen sollen. Die Serie legt das Vermächtnis geschichtsträchtiger Bauten frei und lässt die Präsentation der konservierten Rückstände zu einem großformatigen Anlass werden, um Vergangenheit und Zukunft neu zu verhandeln. Jorge Otero-Pailos Jorge Otero-Pailos (Madrid, 1971) ist Architekt und Architekturtheoretiker mit Wohnsitz in New York. Er ist dort Professor am Fachbereich Historic Preservation an der Graduate School of Architecture, Planning and Preservation der Columbia University. Sein Spezialgebiet sind experimentelle Formen der Baukonservierung. Seine Projekte und Aufsätze definieren die Bauerhaltung als wirkungsvollen gegenkulturellen Ansatz, der alternative Zukunftsbilder für unser Welterbe ermöglicht. Er nutzt experimentelle Techniken der konservierenden Reinigung historischer Gebäude als kreativen Prozess für seine Arbeiten, die Rückstände wie Spuren von Staub, Putz oder Verschmutzung enthalten. Seine standortspezifische Serie The Ethics of Dust ist ein Langzeitprojekt, dass die Konservierung von Verschmutzungsresten bedeutender historischer Gebäude wie des Palazzo Ducale in Venedig, der Westminster Hall in den Houses of Parliament in London, des U.S. Old Mint in San Francisco oder der Trajanssäule im Victoria & Albert Museum in London umfasst. Zu seinen jüngsten Projekten gehört die Konservierung von Feinstaub in der Atmosphäre (Far Above, Cornell University, Ithaca) oder die Nutzung des Sicherheitszauns der ehemaligen US-Botschaft in Oslo als Material für eine plastische Arbeit. Jorge Otero-Pailos nimmt 2021 und 2022 an einem Arbeitsaufenthalt im Bereich der Bildenden Künste an der American Academy in Rom teil.

Museion Passage Piero Siena Platz 1, Bozen, BZ
Welcoming Persones Persons Biennale Gherdëina meets Museion
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Exhibitions
Samstag, 28 Mai 2022 10:00-18:00 |
Es gibt Termine vom 25 Mär 2022 bis 12 Jun 2022

Welcoming Persones Persons ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen den Kuratoren der 8. Biennale Gherdëina Filipa Ramos und Lucia Pietroiusti und dem Team des Museion. Ausgehend von einer Auswahl von Arbeiten aus der Sammlung Museion antizipiert die Ausstellung die Themen der Biennale. Welcoming Persones Persons feiert Positionen und Arbeitsweisen, die Natur und Landschaft verbinden und das kuratorische Konzept der Biennale mit Leben erfüllen. Dieses Konzept besteht aus zwei sich ergänzenden Linien: Der eine befasst sich mit Formen des Personsseins in der Natur und stellt die Frage, wie Kunst zur Anerkennung der Rechte der Planeten beitragen kann; die andere nähert sich den uralten und zukünftigen Erinnerungen an die Wege von Menschen, Tieren, Pflanzen und Materie innerhalb von Migrationssystemen, der jahreszeitlichen Verdrängung und der Wanderweidewirtschaft in einem alpinen Umfeld. Die ausgewählten Arbeiten aus der Sammlung Museion – von Künstlerinnen und Künstlern, die aus unterschiedlichen geographischen Regionen stammen und unterschiedlichen Generationen angehören – bearbeiten diese Themen mit verschiedenen formalen Instrumenten. Das grafische und chromatische Konzept in den Räumen des Museion und im Gubo Garutti, auf den sich diese Ausstellung ausdehnt, unterstreicht die Zusammenarbeit der beiden Institutionen und wurde vom Studio Hund (Bozen-Mailand) gemeinsam mit dem Künstler Giles Round entwickelt, die beide auf der Biennale vertreten sein werden. Diese Zusammenarbeit wird in St. Ulrich mit einigen Arbeiten aus der Sammlung Museion im Dialog mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern an der Biennale fortgesetzt. Mit Welcoming Persones Persons unterstreicht das Museion die Aufmerksamkeit für das regionale Umfeld, die das gesamte Ausstellungsprogramm in der Museion Passage prägt und stellt Arbeiten aus seiner Sammlung in ein von den kuratorischen Linien der Gherdëina Biennale geöffnetes internationales und transversales Blickfeld. Künstlerinnen und Künstler in der Museion Passage Vincenzo Agnetti, Oyvind Fahlström, Roni Horn, Nancy Holt & Robert Smithson, Judith Hopf, Arrigo Lora-Totino, Carl Moser, Zanele Muholi, Maurizio Nannucci, Olaf Nicolai, Décio Pignatari, Paul Thuile, Karl Unterfrauner, Sophie Utikal, Adolf Vallazza

Museion Passage Piero Siena Platz 1, Bozen, BZ
Global ’500
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Exhibitions
Samstag, 28 Mai 2022 10:00-17:00 |
Es gibt Termine vom 26 Mär 2022 bis 05 Jun 2022

1522 – 2022 Von der Umsegelung der Erde zur Wahrnehmung des Globalen Lois Fasching & Arnold Mario Dall’O 500 Jahre nach der ersten Weltumsegelung durch Ferdinand Magellan zeigt das Landesmuseum Schloss Tirol das geschichtliche Ereignis in einer Kunstinstallation von Lois Fasching. Dazu kommt die Erstpräsentation der originalen, von Arnold Mario Dall’O mit Linolschnitten überdruckten Weltkartenblätter aus dem Werk „Mein Handatlas“. Ursula Stampfer wählte aus dem reichen Bestand bibliophiler Schätze in regionalen Bibliotheken die 19 signifikantesten Weltkarten und Reiseberichte aus. Die Ausstellung versteht sich selbst als Erkundungsgang durch das Phänomen der Globalisierung, festgemacht an historischen Figuren, den alten historischen Karten und dem künstlerischen Umgang mit einem beständig sich verändernden Welt(karten)bild. Wie kam es zu dieser Ausstellung, die an die Weltumsegelung durch Magellan vor 500 Jahren erinnert? Der Osttiroler Bildhauer Lois Fasching brachte zunächst „seine“ Idee ins Haus. Ihm schwebte von Anfang an vor, auch die Beteiligung Tirols am „Unternehmen Weltumsegelung“, indirekt mitfinanziert u. a. durch das Schwazer Silber, nicht unbeachtet zu lassen. Dabei war entscheidend, einen Blick auf die Anfänge der kolonialen Vergangenheit Europas zu werfen. Faschings Überlegungen gehen dahin, es bei der Darstellung nicht bei bekannten Persönlichkeiten zu belassen. Wie reagiert nämlich der thronende Karl V. auf den vor ihm stehenden Michael Gaismair? Wie präsentiert sich Jakob Fugger gegenüber dem noch jungen Kaiser? Auch die Opfer des Unternehmens kommen vor. Die Bewohnerinnen der Molukken werden in ihrer personalen Würde erfasst. Aus den die einzelnen Stationen markierenden Inselbildern heben sich die in Aluminium geschnittenen Schiffe ab, die allesamt mit Kanonenrohren ausgestattet sind. Es ist mehr als ein Zufall, dass sich zugleich Arnold Mario Dall’O in seinem „Weltatlas“ mit dem Thema beschäftigte. Dall’O bereitete 2020 seinen „Weltatlas“ vor, den er im Übereinanderlegen eines historischen Atlanten und seiner in Linolschnitten verbildlichten momentanen Erzähllaune verband. Auch die 100 Linolschnitte aus dem Stieler-Atlas führen in eine Dreidimensionalität. Die im Folio-Verlag 2022 erschienene, von Dall’O ausgedachte und gestaltete Publikation „Mein Handatlas“ erfährt somit eine Raumkomposition und die Exposition der „Originale“. So brauchte es nur noch einen, wenn man so will, landesgeschichtlich affinen Kitt, der sowohl in die Geschichte greift als auch einen bislang unbekannten oder weniger beleuchteten Teilaspekt bringt: Das Fortleben der „Entdeckungen“ in den bibliophilen Zimelien in Tirolischen Bibliotheken. Ursula Stampfer, von Haus aus mit den historischen Bibliotheken und ihren Beständen bestens vertraut, hat aus den vorhandenen Bücherschätzen eine themenkongruente Auswahl getroffen, die nun die lokale Rezeption der Entdeckungen widerspiegelt. Die bibliophilen Buchschätze heben bislang vernachlässigtes Material ans Licht und fragen in den zwischen dem ausgehenden 15. und dem 18. Jahrhundert entstandenen Drucken nach Text- und Bildrezeptionen neu entdeckter Welten.

Georg Thuille. Menschenbilder
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Samstag, 28 Mai 2022 10:00-17:00 |
Es gibt Termine vom 26 Mär 2022 bis 05 Jun 2022

Die Kunstposition im Bergfried ist dem Kunstschaffen des Malers Georg Thuille gewidmet. Georg Thuille kam 1946 in Vorarlberg zur Welt, seine Eltern hatten 1939 im Zuge der Option Südtirol verlassen. Die Familie kehrte erst 1950 nach Taufers im Münstertal zurück. Entscheidend zeigte sich seine Ausbildung auf der Gewerbefachschule für Malerei und Grafik, die er zu Beginn der 1960er-Jahre in Innsbruck besuchte. Die Schule bot das Experimentierfeld für eine Vielzahl von Techniken. Hier wurde auch das buon fresco geübt. Technisch bildete dies die Voraussetzung, dass Karl Plattner für die Ausmalung der Europakapelle an der Europabrücke sich den jungen Thuille 1964 als Gehilfen aussuchte. Freie Pinselführung, Exaktheit im Strich, die Schnelle in der Ausführung, das hatte Thuille nicht in der Fachschule, sondern bei Plattner gelernt. Thuille begegnet als ein stiller und zurückhaltender Gestalter. Autonom bildet er selbstbestimmt seine Formenwelten, in die er sich zurückzieht, die ihm Heimat bieten. Er wendet vor allem die Technik der Ätzmalerei (Ätztechnik auf Metall) an. In den „Menschenbildern“ finden sich bewegte und statische Körper, Rumpfteile mit Köpfen, oft im verlorenen Profil, oft ohne Binnenzeichnung, sprachlos-wortlose Gebilde, Akte, Torsi. Freiheit entsteht im Bild durch Bewegung, die geradezu akrobatisch anmutet und eindeutig einer Vorstellung entspringt, die einem neuen Kosmos verdankt ist. Thuilles Bilder kommen in der Regel ohne Titel aus. Dabei bleiben alle Fenster der Interpretation geöffnet, Lesevorgänge weiten sich, Dialektik führt zu einem Dreischritt zwischen Idee, Bild und Rezipient. Bestimmend bleiben die grafische Form, der geschlossene Umriss, nicht die lesbare Ausarbeitung im Detail, dies verlangt sich Thuille nicht ab, er lässt da Vieles offen. Thuille hat die Kunst nicht zum Brotberuf gemacht. Kunst bleibt sein Seelengeheimnis, sie ist der dialogische Vorgang, der vom Selbstgespräch zum fingierten Zwiegespräch befähigt. Thuille ist der ganz andere Künstler. Dass er seine Arbeiten nicht zum Verkauf anbietet und somit auch am Ausstellungsmarkt nicht vertreten ist, schürt die Neugier nach seiner eremitisch verborgenen Person. Allemal gehört seine künstlerische Betätigung zu den stillen Antworten auf die immer wiederkehrenden Fragen des Menschen nach seinem Sein, seinem Werden und Vergehen.

Bird Flight. Erika Giovanna Klien
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Samstag, 28 Mai 2022 10:00-18:00 |
Es gibt Termine vom 08 Apr 2022 bis 07 Sep 2022

Künstler/innen: Erika Giovanna Klien im Dialog mit Mark Adrian, Alberto Biasi, Dadamaino, Fortunato Depero, Spencer Finch, Ceal Floyer, Ludwig Hirschfeld-Mack, Elisabeth Karlinsky, Liliana Moro, Max Oppenheimer, Otto Piene, Eva Schlegel, Benjamin Tomasi, Günther Uecker. Der Titel Bird Flight (Vogelflug) stammt aus einer Werkreihe der österreichischen Künstlerin Erika Giovanna Klien (1900-1957). In diesen Gemälden wird der Flug der Vögel durch die Bewegung und das Licht dargestellt, die in der Arbeit der Künstlerin als Themenschwerpunkte eine zentrale Position einnehmen. Klien wurde von der Kunstgeschichte wie viele andere Künstlerinnen aus dem 20. Jahrhundert kaum beachtet und kann damit der von Lea Vergine in den 1980er Jahren beschriebenen anderen Hälfte der Avantgarde zugeordnet werden. Heute gilt sie eine der interessantesten Vertreterinnen des von Franz ?ižek nach dem Ersten Weltkrieg an der Kunstgewerbeschule gegründeten Wiener Kinetismus. Der ursprüngliche Kinetismus entwickelt sich im Umfeld einer Kunsterziehung, die sich das Ziel gesetzt hat, die individuelle Energie junger Menschen von den Verkrustungen der Tradition zu befreien. Es handelt sich dabei um eine humanistische Avantgarde, die Dynamismus mit sensorischer und psychischer Bewegung verbindet und auf den aggressiven Mythos von Geschwindigkeit und Bewegung, der zeitgleich vom Futurismus verkörpert wird, verzichtet. „Das Wort Avantgarde stammt direkt aus einer militärischen und kriegerischen Sprache – unterstreicht Bart van der Heide – und definiert die permanente Notwendigkeit des Wandels und der radikalen Erneuerung, die den Modernismus kennzeichnet. Allerdings muss dieser Wandel nicht immer und nicht notwendigerweise gewaltsam erfolgen. Das Denken von Erika Giovanna Klien und der Kinetisten ebnet den Weg für ein alternatives Konzept von Veränderung, das nicht auf Kosten anderer umgesetzt wird. Die Kinetisten sind damit auf ihre eigene Art radikal und vertreten die Ansicht, dass der Wandel von Innen kommt und sich auf die fundamentale Wirkung menschlicher Erfahrung stützt.“ Die mit dem Thema des Fliegens verknüpften Utopien verschmelzen in der Ausstellung mit der Bewegung und dem Licht und damit mit zwei Pfeilern der modernen und zeitgenössischen Kunst, die beide im Zentrum der visionären Kunst von Erika Giovanna Klien stehen. Bird Flight – kuratiert von Bart van der Heide, Andreas Hapkemeyer und Brita Köhler mit der Ausstellungsgestaltung von Matilde Cassani -beschränkt sich allerdings nicht auf die Präsentation ihres Oeuvres, sondern stellt Werke der österreichischen Künstlerin in einen Dialog mit einigen Arbeiten aus Licht und kinetischer Kunst aus der Sammlung Museion. Darunter befinden sich auch vier Exponate aus Kliens früher Schaffenszeit. Indem ihre Aktualität und ihr Einfluss auf spätere Generationen aufgezeigt werden, will die Ausstellung ihren persönlichen Beitrag zur Avantgarde sichtbar machen. Neben Leihgaben aus den Sammlungen des Belvedere in Wien, der Universität für angewandte Kunst, des Wien Museums und des Museums Eccel Kreuzer in Bozen zeigt Bird Flight Arbeiten von Max Oppenheimer, Ludwig Hirschfeld-Mack, Elisabeth Karlinsky und Fortunato Depero aus den 1920er Jahren, Arbeiten von Dadamaino, Mark Adrian, Otto Piene, Günther Uecker und Alberto Biasi aus den 1960er Jahren und Werke von Eva Schlegel, Spencer Finch, Ceal Floyer, Benjamin Tomasi e Liliana Moro, die nach dem Ende der 1990er Jahre entstanden sind. Bird Flight. Erika Giovanna Klien im Dialog mit zeitgenössischen Positionen Kuratiert von Bart van der Heide, Andreas Hapkemeyer und Brita Köhler Ausstellungsprojekt kuratiert von Matilde Cassani Künstler/innen: Erika Giovanna Klien im Dialog mit Mark Adrian, Alberto Biasi, Dadamaino, Fortunato Depero, Spencer Finch, Ceal Floyer, Ludwig Hirschfeld-Mack, Elisabeth Karlinsky, Liliana Moro, Max Oppenheimer, Otto Piene, Eva Schlegel, Benjamin Tomasi, Günther Uecker. Mit einem Beitrag des Österreichischen Kulturforums, Mailand

Museion Piero Siena Platz 1, Bozen, BZ
David Medalla: Parables of Friendship
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Exhibitions
Samstag, 28 Mai 2022 10:00-18:00 |
Es gibt Termine vom 09 Apr 2022 bis 14 Sep 2022

David Medalla: Parables of Friendship ist die erste große internationale Ausstellung, die dem Werk des philippinischen Künstlers, Dichters und Aktivisten David Medalla seit dessen unerwarteten Tod im Dezember 2020 gewidmet ist. Die vom Museion gemeinsam mit dem Bonner Kunstverein (18. September 2021 – 30. Januar 2022) sowie in enger Zusammenarbeit mit dem David Medalla Archiv in Berlin realisierte Ausstellung erzählt vom Vermächtnis, dem Geist, der Energie und der Radikalität seines Werks. Zeichnungen, Malerei, Collagen, Skulpturen, Neonarbeiten, kinetische Kunst, Performances und partizipative Kunst aus einem mehr als siebzig Jahre umfassenden zeitlichen Schaffensraum: Neben wichtigen Leihgaben und neuen Auftragswerken zeigt das Museion viele unveröffentlichte Arbeiten und einige fragile und für diesen Anlass restaurierte Exponate, die zum ersten Mal der Öffentlichkeit in einer – von Steven Cairns und Fatima Hellberg mit Bart van der Heide kuratierten und vom Studio Michael Kleine gestalteten – Ausstellung präsentiert werden, die für die Erforschung des Lebenswerks dieses bedeutenden und vielseitigen Künstlers ein Meilenstein zu werden verspricht. Medallas Werk ist durch absolute Offenheit und Freiheit des Ausdrucks gekennzeichnet und erkundet die Möglichkeit des Austauschs und der Überlagerung von Kunst und Leben indem die großen Themen der Gegenwart wie Ökologie, kulturelle Identität, Sexualität und Arbeitsethik jenseits eines gesellschaftlichen vorgegebenen Schubladendenkens miteinander verknüpft werden. Als Dandy und Reisender lebte Medalla, der schon in den 1960er Jahren von Manila kommend in Marseille angekommen war, in London, Paris, Venedig, Berlin und New York sowie wieder in Manila, wohin er mit der Erfahrung des Reisens und des Wandels in seiner oftmals vergänglichen Arbeit mit vor Ort aufgefundenen Materialien – ein weiterer Beleg für den von Freiheit geprägten Charakter seiner Arbeitsweise – zurückkehrte. Stark beeinflusst von der europäischen Kunst und Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts und als aktive Figur im „Swinging London“ war Medalla in der kurzlebigen, aber wegweisenden Londoner Signals Gallery (1962–64) ebenso prägend wie im experimentellen Performancekollektiv The Exploding Galaxy (1967–68) und in der politisch engagierten Gruppe der Artists for Democracy, deren Präsident er war (1974-1977). Mit dem Künstler Adam Nankervis (1994) gründete er The Mondrian Fan Club und die London Biennale (2000), wo Prozesse der Zusammenarbeit und des Austauschs weiterhin eine zentrale Bedeutung einnahmen. Wie im Titel angedeutet erfasst Parables of Friendship soziales Engagement und Transzendenz und damit die zwei wichtigsten Merkmale in Medallas Arbeit: Die Vielfalt seiner rastlosen Produktion und seine unaufhörliche Suche nach Anknüpfungspunkten offenbaren die Suche „nach der Einheit des Ganzen“ durch die Auseinandersetzung mit Unterschieden und ein zutiefst erfahrungsbasiertes und experimentelles Verhältnis zum Sein. In seinem Werk spiegeln sich Paradoxa und Traumata als Bestandteile kultureller Identität – einer Identität, die für ihn ein multitemporaler und multidirektionaler Prozess bleibt. David Medalla: Parables of Friendship Kuratiert von Steven Cairns und Fatima Hellberg mit Bart van der Heide Ausstellungsgestaltung Michael Kleine Die Ausstellung wurde mit dem Bonner Kunstverein in Zusammenarbeit mit dem David Medalla Archive, Berlin realisiert und von der Kulturstiftung des Bundes und der Beauftragten des Bundes für Kultur und Medien finanziert.

Museion Piero Siena Platz 1, Bozen, BZ
Robert Pan - DarkMatter
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Exhibitions
Samstag, 28 Mai 2022 10:00-12:30 | 15:00 - 19:00
Es gibt Termine vom 28 Apr 2022 bis 04 Jun 2022

Die Galerie Alessandro Casciaro freut sich die neue Personalausstellung, DarkMatter, von Robert Pan zu präsentieren. Um die Kunst Robert Pans zu beschreiben, bediente man sich häufig wissenschaftlicher und kosmologischer Metaphern. Man braucht nur an die Ausstellung Constellation (2010) im Museion Bozen zu denken. Seine Arbeitsweise lässt nämlich Erinnerungen an Urzeiten zutage treten, kosmisches Aufleuchten eines Himmels, der nur für sein Werden offen ist. Seine Abstraktion ist hochspezifisch, sie scheint weder zum Paradigma derjenigen zu gehören, die man „lyrisch“ nennt, noch zur geometrischen. Die Harztupfen erscheinen wie kurz aufleuchtende Lichtpunkte in der Pastosität der Materie, der sie entspringen. Man kann sagen, dass die Polysemie in der Poetik Robert Pans, einschließlich des Zwischenspiels der Homage to the square von Josef Albers vor elf Jahren, einer der Grundpfeiler seiner Kraft ist. Im Zusammenhang mit dem, was Umberto Eco als epistemologische Metapher der Kunst bezeichnet hat, eröffnen sich nämlich mehrere Möglichkeiten für die Deutung dieser Arbeiten, die nicht nur ihre eigene Farbschwingung besitzen, sondern auch die Kraft einer Präsenz, die auf die ganze Umgebung einwirkt, in der man sie sehen kann. Deshalb brauchen die Arbeiten Pans oft viel Raum und nichts oder fast nichts um sich herum. Sie wirken auch dann auf die Umgebung ein, wenn sie Wandbilder bleiben, sie haben eine magnetische Kraft, die die Aufmerksamkeit bündelt. In dieser letzten Reihe von Arbeiten mit dem Titel DarkMatter greift Robert Pan auf die von der Physik theoretisch angenommene Dunkle Materie zurück und verlegt sich hauptsächlich aufs Entdecken und Offenbaren. Indem er dem undeutlichen Untergrund Materie entnimmt, lässt er das Licht aus der Tiefe der dunklen, matten Materie aufsteigen. Die Wissenschaftler glauben, dass das Universum von dieser Materie durchdrungen ist, die so lichtabweisend ist, dass sie sich als unsichtbar erweist. In gewisser Weise bildet sie aber auch die Energiereserve für jene Materie, die wir dann sehen und kennen. Ihr Vorhandensein besagt nämlich, dass es eine enge Bindung gibt zwischen den Mechanismen der Natur, die das unendlich Kleine regeln – die Elementarteilchen – und dem unendlich Großen und Fernen – also unserem Universum. Noch interessanter ist die Tatsache, dass dieses Stadium der Materie nicht aus festen und klar umrissenen Gegenständen besteht, sondern aus noch nicht entdeckten Partikeln. Auf jeden Fall scheinen sich Prozesse der ästhetischen Entdeckung und Prozesse der Nuklearphysik auf ungewöhnliche Art und Weise anzunähern. Mit DarkMatter verschiebt Robert Pan noch einmal die Grenzen seiner Suche, erkundet mithilfe seiner Technik neue ästhetische Möglichkeiten und wartet mit einer sehr ausgereiften und absolut persönlichen Ausdrucksform auf, bei der die Malerei mit der Bildhauerei verschmilzt.

Galerie Alessandro Casciaro Kapuzinergasse, 26/A, Bozen, BZ
Water Light Neustift
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Exhibitions
Samstag, 28 Mai 2022 10:00-17:00 |
Es gibt Termine vom 29 Apr 2022 bis 11 Jun 2022

Das Augustiner Chorherrenstift Neustift ist eines der bedeutendsten Klöster im Tiroler Raum. Es wurde 1142 von Bischof Hartmann gegründet. Zu den architektonischen Schätzen gehören die Engelsburg am Eingang des Klosters, die barocke Stiftsbasilika, sowie die Bibliothek und der historische Stiftsgarten. Die sogenannte Engelsburg stellt das bedeutendste Beispiel eines romanischen Zentralbaus in Tirol dar. Die Frage nach der ursprünglichen Funktion der 1198 geweihten Kapelle ist in der Forschung bis heute nicht eindeutig geklärt. Möglicherweise gehörte die Kapelle, deren Grundrissform an die Heiliggrabkirche in Jerusalem erinnert, zu der ehemals in Neustift bestehenden Pilgerherberge. Durch die bauliche Umgestaltung in den folgenden Jahrhunderten erhielt sie ihr heutiges burgartiges Aussehen. Die architektonische Ähnlichkeit zur Engelsburg in Rom war es wahrscheinlich, welche maßgebend für die Namensgebung des Bauwerkes in Neustift war. Heute wird die Engelsburg vorwiegend für Kunstausstellungen und diverse Veranstaltungen verwendet. Folgende Künstler präsentiert Kloster Neustift - Die Engelsburg: Brigitte Kowanz James Turrell Keith Sonnier

Augustiner Chorherrenstift Neustift Stiftstraße 1, Vahrn, BZ
Unruly Connections
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Exhibitions
Samstag, 28 Mai 2022 10:00-13:00 |
Es gibt Termine vom 14 Mai 2022 bis 30 Jul 2022

Alessandra Ferrini 13.05. – 30.07.2022 Kuratiert von Emanuele Guidi Alessandra Ferrini befasst sich bereits seit Längerem mit dem Archiv der italienischen Kolonialgeschichte unter besonderer Berücksichtigung der Beziehungen zwischen Italien und Libyen. Ausgehend von der sogenannten „friedlichen Durchdringung“ als einer Praxis der Besiedlung, die den italienischen Binnen- und Außenkolonialismus – insbesondere in Südtirol und Libyen – miteinander verbindet, untersucht Unruly Connections Praktiken des Widerstands gegen koloniale Gewalt. Querverbindungen zwischen den imperialen Randgebieten werden beleuchtet anhand des von Ann Laura Stoler und Carole McGranahan geprägten Begriffes der „untidy connections” (ungeordneten Beziehungen) sowie einer Reihe von Persönlichkeiten und literarischen Werken, die sich der Zensur von Dokumentationen des italienischen Völkermords in Libyen widersetzten. Im Mittelpunkt steht hier die erstmalige Übersetzung von Gebreyesus Hailus Kurzroman „Der Rekrut“ ins Italienische. Das 1927 entstandene Werk wurde aufgrund italienischer Zensurbestimmungen auf mündlichem Wege weitergegeben und erst 1953 veröffentlicht. Der erste in tigrinischer Sprache verfasste Roman stellt eines der frühesten Beispiele antikolonialer Literatur dar und ist bis heute nahezu unbekannt, da er erst 2013 ins Englische übertragen wurde. Die von dem Historiker Uoldelul Chelati Dirar besorgte italienische Übersetzung lädt zum Nachdenken über militante Praktiken des Schreibens und Übersetzens ein. Insofern fungiert die Ausstellung zugleich als Raum für eine vertiefende Lektüre. Zudem wird diese Geschichte verschränkt mit jener der Zwangsrekrutierung in Südtirol während der von 1935 - 1941 andauernden Besetzung Äthiopiens und lässt so die komplizierte Beziehung zwischen dem Prozess der Italianisierung und den „Rassenhierarchien“, die den europäischen Imperialismus kennzeichnen, anschaulich werden.

ar/ge Kunst Museumstraße, 29, Bozen, BZ
UNRULY CONNECTIONS (widerständige Beziehungen)
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Exhibitions
Samstag, 28 Mai 2022 10:00-13:00 |
Es gibt Termine vom 14 Mai 2022 bis 30 Jul 2022

Kuratiert von Emanuele Guidi Alessandra Ferrini befasst sich seit Langem schon mit dem italienischen Archiv der Kolonialität und untersucht vor allem Strategien der Verschleierung und Distanzierung von der italienischen Kolonialvergangenheit in Libyen. Unruly Connections (widerständige Beziehungen) erkundet Praktiken des Widerstands gegen koloniale Gewalt und verknüpft drei Geschichten miteinander, die das „ikonografische Schweigen“ gegenüber der Unterdrückung von Widerstand im Libyen der späten 1920er-Jahre durchbrechen. Der von dem Historiker Alessandro Volterra eingeführte Begriff des „ikonografischen Schweigens“ verweist auf eine Direktive des Generals Rodolfo Graziani, die das Fotografieren und Verbreiten jeglicher Dokumentation über die brutale Unterdrückung der libyschen Bevölkerung durch italienische Hand, einschließlich des verbotenen Einsatzes chemischer Waffen sowie der Errichtung von Konzentrationslagern, untersagte. Alessandra Ferrini setzt Personen und literarische Werke, die sich auf unterschiedliche Weisen, zu verschiedenen Zeiten und Orten der Zensur dieses Völkermords widersetzt haben, in Beziehung zueinander. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht der Auftrag zur erstmaligen Übersetzung von Gebreyesus Hailus Kurzroman Der Rekrut ins Italienische. Dieser wurde 1927 verfasst, aufgrund der italienischen Zensur auf mündlichem Wege weitergegeben und erst 1950 veröffentlicht. Es handelt sich um den ersten Roman in tigrinischer Sprache und um eines der frühesten Beispiele antikolonialer Literatur, das nahezu unbekannt blieb, da Der Rekrut erst 2012 ins Englische übertragen wurde. Die von dem Historiker Uoldelul Chelati Dirar besorgte italienische Übersetzung wird in der Ausstellung in vier aufeinanderfolgenden Abschnitten vorgestellt und jeweils in Auszügen im Newsletter angekündigt: ar/ge kunst fungiert somit auch als Plattform der Übersetzung, der Lektüre, der Veröffentlichung und der Vertiefung. In der Ausstellung selbst wird die Übersetzung von Der Rekrut verschränkt mit den Geschichten des dänischen Journalisten Knud Holmboe (1902–1931) sowie der Schriftstellerin, anarchistischen Aktivistin und Feministin Leda Rafanelli (1880–1971). Darüber hinaus setzt sich Unruly Connections mit der sogenannten „friedlichen Durchdringung“ auseinander, in der die Historikerin Roberta Pergher eine den italienischen Binnen- und Außenkolonialismus miteinander verbindende Praxis der Besiedlung insbesondere in Südtirol und Libyen erkennt. In spiegelbildlicher Weise werden Der Rekrut und die Ereignisse der in Südtirol angeordneten Zwangsrekrutierung zurzeit der Besetzung Äthiopiens 1935/36 nebeneinandergestellt und lassen so die komplizierte Beziehung zwischen dem Prozess der Italianisierung sowie den „Rassenhierarchien“, die den europäischen Imperialismus kennzeichnen, anschaulich werden. Anhand einer praxisorientierten Herangehensweise an die historiografische Untersuchung entwickelt Alessandra Ferrini eine Konstellation marginalisierter Charaktere und Geschichten, die Zusammenhänge zwischen den Randgebieten des italienischen Kolonialreichs zu erkennen geben. Der Akt der editorischen Bearbeitung ikonografischer ebenso wie textlicher Materialien in verschiedenen Medien und Sprachen, einschließlich der Stimme der Künstlerin selbst, die eine mögliche Lesart der Resonanzen zwischen diesen Geschichten vorschlägt, regt zum Nachdenken über militante Praktiken des Schreibens und Übersetzens, aber auch das ethisch-politische Potenzial künstlerischer Praxis an. Mit der freundlichen Unterstützung von: Autonome Provinz Bozen, Amt für Kultur Stadtgemeinde Bozen, Amt für Kultur Stiftung Südtiroler Sparkasse

ar/ge Kunst Museumstraße, 29, Bozen, BZ
Fondazione Provincia

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