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Garten. 70 Jahre Südtiroler Künstlerbund - Veröffentlicht von Reichegger

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Event-Informationen

164 Kunstschaffende, allesamt Mitglieder des Südtiroler Künstlerbundes, aus den Bereichen Bildende Kunst, Architektur, Literatur und Musikkomposition zeigen anlässlich des 70-jährigen Bestehens des Südtiroler Künstlerbundes ihr Schaffen. „Der Künstler als Gärtner“ ist im erweiternden Sinn das Leitmotiv dieser umfassenden Werkschau.
Neben den für Sonderausstellungen adaptierten Räumen in der Hofburg Brixen, werden teilweise auch die Prunkräume im zweiten Obergeschoss, sowie die Arkadengänge, der großzügige Innenhof und der Keller mit Gegenwartskunst pointiert, sodass reizvoll inszenierte Dialoge zwischen historischer und aktueller Kunst, zwischen Objekt und Raum entstehen.
Der Garten ist Sinnbild für das Prozesshafte, das sich ständig Wandelnde. Der Garten als Ort des Werdens, der nicht eindeutig zu fassen ist, balancierend zwischen Eindeutigkeiten und Transformationen. Die Zeit spielt in ihm eine essentielle Rolle. Pflanzen wachsen und verändern ihr Aussehen. Im jahreszeitlichen Rhythmus werden unterschiedliche Stimmungen erzeugt. Sein Endzustand ist nicht absehbar, auch wenn der Gartengestalter eine noch so klare Vorstellung vom Ganzen hat. Offenheit in Bezug auf Werden, Wachsen und Regeneration ist das Prinzip des Gartens und entspricht somit jenem der Kunst der Gegenwart. Das Säen eines Gedankens, das Austreiben einer Idee, das Heranreifen eines Konzeptes, das haptische oder sinnliche Erblühen durch visuelle Realisierung und schließlich die Transformation zum bleibenden oder vergehenden Werk vereint das natürliche Schaffen von Kunst und das Werden kultivierter Natur.

So heterogen die Auseinandersetzung, die Fragestellungen und Zugangsweisen zu Medien und Thematik dreier Generationen von Künstlerinnen und Künstlern sind, so weitgefächert und durchwachsen zeigt sich die Werkschau. Das Oeuvre erstreckt sich über großformatige und kleinteilige Malerei, die von realistischen Blumenbildern über ausschweifende Landschaften bis hin zu intimen Stimmungsbildern reicht. Der Bereich Fotografie schließt dichte Gartenanlagen aus der Vogelperspektive sowie Makroaufnahmen von Pflanzenteilen, witzige Collagen oder, der traurigen aktuellen weltpolitischen Situation entsprechend, Meere von Gedenkblumen mit ein. Klassisch figurative Formen in Bronze oder Holz, installative Objektkunst, in der Tomaten künstlich gezüchtet oder Karotten durch Infusionen genährt werden, sowie verwirrende Geflechte aus Naturmaterialien oder den Besucher fordernde interaktive Projekte und Videoarbeiten durchziehen den Ausstellungsparcours. In den Barocksälen des Hauses überraschen leuchtende fantastisch anmutende organische Glasformen, in Aluminium gegossene Siloballen oder überdimensionale Blüten aus Nylonstrümpfen. Literarische Texte heimischer Autorinnen und Autoren sowie musikalische Auszüge von Komponistinnen und Komponisten entführen den Besucher durch Audioinstallationen in Fantasiegärten. Architekten zeigen Beispiele gelungener Gartenanlagen und Kulturraumgestaltungen.
Der Garten zeigt sich in dieser Ausstellung nicht als Idealbild einer gezüchteten und kultivierten Natur, sondern vielmehr als Wildwuchs unbändiger Ideen.

Kontakte :

Datum und Uhrzeit des Events :

Es gibt Termine vom 03 Sep. 2016 bis 30 Okt. 2016

Notizen über die Uhrzeiten :

mar-dom · Di-So: 10:00 - 17:00

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