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BUNKER NOW # 2 - Veröffentlicht von

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Event-Informationen

ALESSANDRO BERNASCONI – HEIMO PRÜNSTER
Spionagefotografie vom Bau des italienischen Alpenwalls in Südtirol

Alessandro Bernasconi und Heimo Prünster zeigen in dieser Ausstellung Spionagefotografien aus den Jahren 1940-43, die die Bauarbeiten des italienischen Alpenwalls („Vallo Alpino Littorio“) in Südtirol dokumentieren. Das vom faschistischen Regime unter strenger Geheimhaltung errichtete militärische Großbauwerk, das zur Absicherung vor dem eigenen Bündnispartner Deutschland dienen sollte, wurde vom deutschen Reich während des Baus – ebenfalls heimlich – fotografisch ausgekundschaftet.

In den Jahren ab 1935, besonders aber von 1939 bis 1942 im Zusammenhang mit dem Anschluss Österreichs ans deutsche Reich, beauftragte das faschistische Regime in Rom die Vervollständigung des italienischen Alpenwalls nach Norden hin an der Grenze zum Deutschen Reich. Im Westen Richtung Frankreich und nach Osten hin Richtung Jugoslawien war die Alpengrenze schon früher befestigt worden.
Für Südtirol waren knapp 800 Bunkeranlagen geplant, von denen in mehreren Bauphasen ca. 400 Anlagen errichtet wurden, wobei bis zum Ende der Bauarbeiten große Teile davon im Rohbau oder unfertig blieben. Zur Einstellung der Bauarbeiten hatte unter anderem der Protest des Dritten Reichs geführt, das sich mit Italien im Bündnisvertrag befand.
Zeugnis dieses Misstrauens zwischen den beiden Verbündeten sind nicht nur die Bauten des Alpenwalls, sondern auch diese Spionagefotografien, die das Deutsche Reich unter Zuhilfenahme neuester technischer Möglichkeiten wie Infrarotfilme oder starker Teleobjektive vom VKS (Völkischer Kampfring Südtirols) anfertigen ließ. Verwendete Filme und Platten waren u. a.: Perutz Topo, Perutz Silber Eosin, Infrarot 800 hart.
Die geheimen Umstände bei der Anfertigung der Aufnahmen sind in den Abzügen deutlich erkennbar: viele entstanden in Eile und in der Gefahr, entdeckt zu werden. Teilweise wurden sie aus fahrenden Autos oder Zügen geschossen und sind unscharf, andere wieder sind aus eigentlich ungünstigen, aber wenig einsehbaren, und daher sicheren Blickpunkten aufgenommen. Wieder andere entstanden aus großen Entfernungen von über 20 Kilometern.
Es sind so zweckdienliche, dokumentarische Fotos entstanden, die als Arbeitsgrundlage dienten, um Lage, Größe, Beschaffenheit und Baufortschritt einer feindlichen militärischen Infrastruktur erkennbar zu machen.

Die Aufnahmen sind aus einem weiteren Grund besonders: sie stellen die einzigen Bilddokumente dar, an denen die Dimension des Großbauwerks Alpenwalls ablesbar und jene der landschaftlichen Eingriffe sichtbar ist, die das Bauwerk mit sich brachte. Die Bunkeranlagen sind nach der Einstellung der Bauarbeiten sorgfältig getarnt worden und sind bis heute nur schwerlich in der Landschaft auszumachen.
Im Zeitraum von insgesamt zwei Jahren wurden schätzungsweise 1,5 Mio. Kubikmeter Beton von 19.000 regulär bezahlten Arbeitern an 400 Baustellen in Südtirol vergossen. Um die Bunkeranlagen bauen zu können, musste vorher noch mindestens das gleiche Volumen an Erdreich aus den Baugruben ausgehoben oder aus dem Fels gesprengt werden.
Zusammengenommen wurde im Südtiroler Teil des Alpenwalls ein Volumen an Beton vergossen, das eine Grundfläche von 100 x 100 Meter und eine Höhe von 150 Meter hat.
Die Dimension der Logistik an Material und Arbeitskraft ist nur schwer vorstellbar, speziell wenn man die damaligen technischen Möglichkeiten und die parallel laufenden Kriegshandlungen bedenkt.

Diese fotografischen Aufnahmen aus der Entstehungszeit sind einmalig und somit bedeutende Bilddokumente zum italienischen Alpenwall.

Kontakte :

Datum und Uhrzeit des Events :

Es gibt Termine vom 12 Jan. 2016 bis 30 Jan. 2016

Notizen über die Uhrzeiten :

Öffnungszeiten | orari d'apertura
Dienstag - Freitag | martedì - venerdì
ore 15 - 19 Uhr
Samstag | sabato
ore 10 - 12 Uhr

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