So schnitzt Trude Friedrich (*1955 in Argentinien) z.B. Zäune, die zu seriellen Reliefs gereiht werden und daraus ihren visuellen Reiz beziehen. Bretterzäune, Drahtzäune, Weidenzäune, jeder folgt seinem eigenen Rhythmus und verfügt über eigenen Charakter. Oder es entstehen triviale Dinge des täglichen Lebens aus Holz, die plötzlich nicht mehr besonders vertraut wirken. Trude Friedrichs Konzept lautet also, Altbekanntes, oft Gesehenes aus a-typischem Material detailgenau zu replizieren, dem angestammten Kontext zu entreißen und dadurch für uns vermeintlich Selbstverständliches zu hinterfragen und uns neue Betrachtungsweisen zu ermöglichen.
Dieser Maxime folgt auch Peter Sauerer (*1958 in München) mit seinen in stark verkleinertem Maßstab gefertigten Holzskulpturen. Diese werden oftmals nach der Fertigstellung zersägt, um die Einzelteile anschließend wieder mit Schnüren zu einer Einheit zusammenzuführen. Hierbei kann es sich um Verkleinerungen von klassischer Architektur, berühmter Autos aus historischen Situationen oder um die Adaption von Handfeuerwaffen handeln. Die scheinbare Lieblichkeit und kindliche Verspieltheit seiner Skulpturen weicht bei näherem Hinsehen schnell dem Eindruck einer höchst präzisen Beobachtung der Gegenwart mit oft bissig - ironischen Kommentaren zu unserer modernen Gesellschaft.
Spannend zu beobachten wird sein, wie die Objekte der beiden Künstler in den Gewölberäumen der Galerie aufeinandertreffen und in Dialog treten.