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Silvia Levenson "Wonderland" - Veröffentlicht von accart

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Event-Informationen

Das Wort Wonderland wird zur bildlichen Vorstellung und lädt dazu ein, das Wunderland zu betreten, das die argentinische Künstlerin Silvia Levenson für die Ausstellung in der Galerie Antonella Cattani contemporary art konzipiert hat.

Durch Installationen und Objekte, die sich hauptsächlich auf die Welt der Kindheit beziehen, setzt Levenson eine Erzählstrategie in Gang, die sich auf die Suche nach dem Gefühl des Wunderbaren macht, nach diesem sense of wonder, das zugleich auch als emotionale Reaktion der Betrachter/Innen auftritt. Die symbolischen Andeutungen in den Arbeiten sind bereits durch die Wahl des Materials des Glases – ersichtlich, das mit seiner „magischen” Transparenz als illusionistische Form auftreten kann, die es ermöglicht, darüber hinaus oder tiefer zu blicken…
Auch im Fall der Installation Wonderland lässt die Vielzahl feiner Blättchen aus Glas, die zwischen Drähten hängen und den Schriftzug bilden, das Gefühl von Zerbrechlichkeit und Verfremdung aufkommen. Silvia Levenson entwickelte ihre expressive und formale Recherche, die heute international anerkannt und geschätzt wird, seit 1990 gerade im Bereich der Glasskulptur.
Zu den Ergebnissen dieser Beschäftigung gehören auch die raffinierten Arbeiten aus Schmelzglas, die
eigens für diese Gelegenheit angefertigt wurden und an den Galeriewänden angebracht sind. In einigen
dieser Arbeiten wird die Erzählung intimer und individueller, denn sie enthalten tatsächlich auch
Lebensgeschichten.
Die Künstlerin greift auf ihre Kindheitserinnerungen zurück - die in Argentinien unter der Diktatur von
Jorge Rafaél Videla verbrachten Jahre - und verwendet eine Serie von Fotos, die sie zusammen mit ihrer
Schwester porträtieren; dabei ersetzt sie ihre Gesichter durch Köpfe von Tieren wie Hirschen, Lämmern,
Wölfen – eine Entscheidung, die eine zum Märchenhaften tendierende Realität ins Wanken bringt.

Ich glaube, dass die Kindheit einer geheimnisvollen Welt angehört, in der alles möglich ist, im Guten wie
im Bösen, meint Silvia Levenson.
Die Kindheit, auf die wir hier schauen, wird zwar von der Kunst gefeiert und gehört der Ästhetik der
Künstler als Maske oder Chiffre ihrer Vorstellungswelt an; sie bewegt sich aber seit vielen Jahrhunderten
in einem unsichtbaren Bereich der Realität, zu dem die Künstlerin für diese Ausstellung ihren Strange
Little Girls einen geheim aufbewahrten Schlüssel anvertrauen wollte.

Die kindlichen Mischwesen aus Wonderland, im Wachsausschmelzverfahren hergestellte Skulpturen aus
Glas, tragen handgenähte, blütenweiße Kleidchen; alles an ihnen trägt dazu bei, den Unschuldscharakter
zu betonen, den die Künstlerin unserer auf technologisches Wissen fixierten, entfremdeten Gesellschaft
entgegenstellen will.
Auch in diesem Fall können wir feststellen, dass die Beziehung zwischen Kunst und Kindheit vor allem in
der Geschichte der Ikonographie durch die zeitgenössische Kunst eine anderer Dimension erreicht hat.
Immer öfter stoßen wir auf Werke, die die Zerbrechlichkeit der kindlichen Welt hervorheben, wodurch sie
aber eigentlich auf die Fragilität der menschlichen Existenz aufmerksam machen wollen.
Als Beispiele dafür können das von Andy Warhol realisierte Kinderzimmer gelten, das die Gesellschaft der Erwachsenen und ihr Verhalten in Frage stellen sollte, ebenso die zweideutige Wiege aus Glas von Mona
Hatoum, nicht zu vergessen die Kindergesichter von Arnulf Rainer mit ihren verwischten und neu
kreierten Zügen - oder die von Marlene Dumas.

Kontakte :

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