Die Sammlung Arnaldo Loner umfasst hauptsächlich Kinderbilderbücher aus dem deutschsprachigen Raum zwischen 1900 und 1940. Es handelt sich hierbei um eine Auswahl von 55 Kinder- und Jugendbüchern, die sich durch hervorragende Graphik und Illustrationen auszeichnen; unter den Zeichnern findet man die Namen von Sibylle von Olfers, Ferdinand Andri, Carl Otto Czeschka, Oswald Wenzel, Karl Hofer, Elsa Beskow, Ernst Kreidolf, Heinrich Lefler und anderen, die zu den Hauptvertretern der Kunstbewegungen, allen voran der Sezessionen, um die Jahrhundertwende und vor dem Ersten Weltkrieg zählten. Der Wert dieser Bände beschränkt sich nicht auf die Abbildungen, stellt der Textteil doch eine bedeutungsvolle Ergänzung dar, an der pädagogische Ansichten, Erziehungsmodelle und gängige Stereotypen der damaligen europäischen Gesellschaft abgelesen werden können. Nur einem engen Kreis von interessierten Sammlern bekannt und selten ausgestellt, bezeugen die Bestände der Sammlung Loner aufs Schönste den hohen Stand der Buchgestaltung. Zur Ausstellung erscheint ein mit einem beachtlichen Bildteil ausgestatteter Katalog. Künstler und Zeichner werden einerseits entsprechend gewürdigt, andererseits wird hier gezeigt, dass der Bereich der Illustration im Vergleich zu den anderen graphischen Formen des 20.Jahrhunderts keineswegs zweitrangig war. Und schließlich lassen uns diese poetischen Bücher, die hundert Jahre alt sind, daran denken, wie sehr sich der Zugang zur Kindheit in unserem von Laptops, Tablets, E-Books und komplizierten Pop-ups beherrschten Alltag geändert hat. Damals genügte ein buntes Büchlein, um Kinderträume zu erwecken und die Kleinen auf den Flügeln der Phantasie reisen zu lassen, - eine Phantasie, die heute immer mehr behindert wird, um nicht zu sagen fremdgesteuert, von denen, die keine Kinder mehr sind.
Vernissage Sa 14.06.2014, 10:00 - 18:00 Uhr