Was bleibt, wenn sich alles verändert?
In ihrer Ausstellung INTERIM beschäftigt sich die aus dem Schnalstal stammende Fotografin Daniela Brugger mit dem Vorübergehenden – mit Zuständen zwischen Vergangenheit und Gegenwart, mit Veränderungen, die oft kaum wahrnehmbar beginnen und schließlich doch alles erfassen.
Schwindende Gletscher, alternde Körper, vertraute Räume und persönliche Erfahrungen von Krankheit und Verletzlichkeit begegnen sich in unterschiedlichen fotografischen Arbeiten. Was zunächst wenig miteinander zu tun zu haben scheint, verbindet ein gemeinsamer Gedanke: Nichts bleibt, wie es ist, auch wenn wir es gerne glauben möchten.
In der Serie „Inside Out“ dringen Landschaften in private Wohnräume ein und bringen die vermeintliche Sicherheit des Vertrauten ins Wanken. Porträts erzählen von gelebter Zeit, während Gletscherbilder und Naturfragmente Veränderungen sichtbar machen, die weit über den menschlichen Maßstab hinausreichen.
Eine sehr persönliche Bildserie richtet den Blick auf den eigenen Körper und die Erfahrung von Krankheit.
Auch die Fotografie selbst wird zum Thema: Daniela Brugger arbeitet mit Doppelbelichtungen, Negativbildern, Cyanotypien und unterschiedlichen Druckverfahren. Bilder werden überlagert, verfremdet und in neue Zusammenhänge gebracht. Manche lassen ihre fotografische Herkunft kaum noch erkennen.
Fotografie hält Augenblicke fest und vermittelt damit eine Beständigkeit, die es vielleicht gar nicht gibt. Gerade in diesem Widerspruch bewegt sich INTERIM: zwischen Festhalten und Loslassen, zwischen dem, was war, und dem, was erst entsteht.
Vernissage: 28.11.2026 um 18 Uhr
Einführung: Patrizia Pfeifer