Einloggen

Einloggen

Geography of Looking (Geographie des Sehens) - Veröffentlicht von ar/ge kunst

0
×

Achtung

Dieses Event ist vorbei, bleibe mit uns für weitere Events

Event-Informationen

Milica Tomic (Künstlerin) mit Ana Bezic (Archäologin)
Kuratiert von Zasha Cola und Francesca Verga

Ar/Ge Kunst freut sich, ein neues Werk der Künstlerin Milica Tomic, einer wichtigen künstlerischen Stimme der letzten 30 Jahre, in Auftrag zu geben.

Ein Filtrationsmechanismus, bestehend aus Tanks, Rohren und Sieben – er ähnelt in der Gestaltung dem an der archäologischen Fundstätte Can Hasan in der Türkei entwickelten Ankara Tank System –, enthält Emulsionen aus Erde und Wasser, in dem ein und dasselbe Wasser kontinuierlich in einem geschlossenen System zirkuliert, und nimmt den gesamten Ausstellungsraum ein. Mehrere Liter Erde von speziell ausgewählten Orten in Südtirol werden während der Monate der Ausstellung in wiederholten Zeitabständen durch den Tank geleitet. Der Ausstellungsakt wird verdichtet zu einem durchsichtigen Schnitt oder Querschnitt durch den Hauptfiltrationstank. Er weiht uns ein in den Bereich zwischen den Sieben, die Partikel mit einer Größe von weniger als 4 mm auffangen, und dem Boden des Filtrationszylinders, auf den schwerere Stoffe herabsinken. Ausstellen bedeutet hier, die dichte Opazität der Materie, ein Gemenge der Komplexität, die vierte Wand des Theaters auf einem trüben Schleier aus spiralförmig kreisender Erde erscheinen zu lassen – nicht-performierende Materie, die sich einer Deutung, Identifikation und Narration widersetzt.

Im Lernen von der postprozessualen, transdisziplinären, phänomenologischen und interpretativen archäologischen Herangehensweisen Ian Hodders und Michael Shanks der 1990er-Jahre, die einen positivistischen Ansatz meidet – werden Subjektivität, Voreingenommenheit, kreative Energien und soziale Neigungen des*der Deutenden bei der anschließenden Begründung einer Geo-Geschichte berücksichtigt. Durch den aktiven Akt des Sehens erschafft der*die Betrachtende die ihn oder sie umgebende Geografie durch eine Erzählung von den Residuen von Materie.

Milica Tomic positioniert den Ort, insbesondere seinen Boden (sowohl das, was er enthält, als auch das, was er erhält), als entscheidenden und aktiven Akteur im Prozess der Wissensbildung. Indem sie den Boden als Archiv betrachtet, nutzt Tomi? das, was als materielles Zeugnis erscheint, um über unsichtbare Themen nachzudenken, und zeigt auf, wie Natur, Landwirtschaft, Eigentumsregelungen und Alltagsleben kontinuierlich einem Ort eingeschrieben und in ihn hineinerzählt werden. Der künstlerische Akt liegt in der Suche nach dem Aufscheinen eines politischen Subjekts – des*der Betrachtenden – im Boden-als-Archiv. Auf diese Weise erzählt das Werk von den Kontinuitäten und Diskontinuitäten jedweder politischen Wahrheit.

Milica Tomic (1960) erkundet verschiedene Genres und Methoden, die sich darauf richten, Themen im Zusammenhang mit Territorien, politischer Gewalt, Widerstand und gesellschaftlicher Amnesie zu untersuchen, aufzudecken und in die öffentliche Debatte einzubringen. Ihre Projekte erforschen häufig eine Vielzahl unorthodoxer Weisen, in denen Kunst geschaffen, performt, transformiert und reflektiert werden kann. Tomic ist Gründungsmitglied der neuen jugoslawischen Kunst-/Theoriegruppe Grupa Spomenik [Monument Group, 2002]; 2010 konzipierte und initiierte Tomic die Bildungsplattform Four Faces of Omarska.

Ana Bezic (1974) ist Archäologin mit einem Hintergrund in Anthropologie und kritischen Studien. In ihrer Forschung untersucht sie die Intersektion, Transposition und ethischen Implikationen von materieller Kultur in Kunst, Kulturerbe, Wissenschaft und Archäologie. Sie ist Mitglied der neuen jugoslawischen Kunst-/Theorie-Gruppe Grupa Spomenik [Monument Group, 2002].

Mit der freundlichen Unterstützung von:
Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlicher Dienst und Sport der Republik Österreich, Wien
Autonomen Region Trentino-Südtirol
Autonome Provinz Südtirol, Abteilung Kultur
Stadtgemeinde Bozen, Abteilung Kultur
Stiftung Südtiroler Sparkasse

Tags

Kontakte :

Datum und Uhrzeit des Events :

Es gibt Termine vom 15 Nov. 2023 bis 03 Feb. 2024

Veröffentlicht von :

Könnte dich auch interessieren :

  • Es gibt Termine vom 24 Okt. 2026 bis 14 Nov. 2026
    Galleria 29 | Via Pietralba 29, Laives Una mostra di Private Marc Rider A cura di Nicolò Faccenda La mostra indaga un particolare risvolto della rivoluzione digitale e il modo in cui sta trasformando la nostra vita: come ci percepiamo e come percepiamo il mondo, come costruiamo la nostra identità e quanto spazio ci rimane per agire socialmente e politicamente. La cattura e la mercificazione dei nostri dati, la previsione e l’orientamento dei nostri comportamenti a fini economici o di controllo politico-disciplinare riguardano ormai in modo diretto la nostra quotidianità digitale. In questa situazione di “estrazione”, in cui siamo al contempo materia prima e destinatari/e, Private Marc Rider propone dei veri e propri dispositivi di schermatura. L’esposizione si presenta come strumento di riflessione che, già a partire dall’anonimato dell’artista, invita a rivalutare l’importanza della difesa della privacy individuale. Le opere rendono percepibile, senza rappresentarla in modo diretto, la realtà da cui cercano di proteggerci: una società in cui il controllo è sempre più pervasivo e in cui gli spazi di autonomia di pensiero e di azione si assottigliano. È possibile immaginare un “santuario dell’invisibilità”, uno spazio in cui sottrarsi a questo sistema? Si tratta di una tregua possibile solo nel contesto dell’arte o di un’ipotesi applicabile anche alla sfera sociale? Inaugurazione venerdì 23 ottobre, ore 18:30. L’esposizione rimarrà aperta fino a sabato 14 novembre, dal martedì al sabato dalle ore 16:00 alle 19:00. Il venerdì e il sabato rimarrà aperta anche di mattina dalle ore 10:00 alle 12:00. Mostra e inaugurazione a ingresso libero.
  • Es gibt Termine vom 10 Sep. 2026 bis 14 Nov. 2026
    Nataliya Zubans Ausstellung ist einem Prozess gewidmet, der die Zeit hemmt, zerstörerisch wirkt und sich selbst auslöscht. Die 1992 im ukrainischen Opischnja geborene Künstlerin stammt aus einer Region, deren tonreicher Boden das materielle Erbe einer über Generationen gewachsenen erzählerischen Skulpturtradition bewahrt. Mit ihren Maschinen verleiht Zuban dem Klang des heutigen Wartens, des Schutzsuchens, des Vermittelns und der schrillen Spannung der Erwartung Ausdruck.
  • Es gibt Termine vom 12 Nov. 2026 bis 16 Jan. 2027
    Vierzig Jahre nach seinem Tod am 8. Dezember 1986 in Mailand ist Karl Plattner (Mals im Vinschgau, 1919 – Mailand, 1986) nach wie vor die bedeutendste Persönlichkeit figurativer Kunst Südtirols in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Während seiner Aufenthalte zwischen Florenz, Paris, Brasilien und schließlich Mailand entwickelt Karl Plattner eine ganz eigene, unverwechselbare Bildsprache, angesiedelt zwischen einer postkubistischen Sensibilität und Anklängen an den mitteleuropäischen Expressionismus. Vernissage: Donnerstag, 12. November, 18.00 Uhr Einführung von Eva Gratl Die Tochter von Karl Plattner wird anwesend sein

Trag deine Veranstaltungen in den ersten und beliebtesten Veranstaltungskalender Südtirols ein!

BIST DU SCHON REGISTRIERT?

LOGGE DICH EIN

NOCH NICHT?

Verpasse nicht die besten Veranstaltungen in Südtirol!

ABONNIERE UNSEREN WÖCHENTLICHEN NEWSLETTER

Möchtest du deine Events in unserem Magazin veröffentlicht sehen?

ERHALTE EINEN MONATLICHEN HINWEIS ZUM REDAKTIONSSCHLUSS

Möchtest du deine Veranstaltungen oder dein Unternehmen bewerben? Wir sind dein idealer Partner und können maßgeschneiderte Lösungen und Pakete für alle deine Bedürfnisse anbieten.

GEHE ZUR WERBEBEREICH

KONTAKTIERE UNS DIREKT

INSIDE EVENTS & CULTURE

Magazine mensile gratuito di cultura, eventi e manifestazioni in Alto Adige-Südtirol, Trentino e Tirolo.
Testata iscritta al registro stampe del Tribunale di Bolzano al n. 25/2002 del 09.12.2002 | Iscrizione al R.O.C. al n. 12.446.
Editore: InSide Società Cooperativa Sociale ETS | Via Louis Braille, 4 | 39100 Bolzano | 0471 052121 | Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein..