Der Künstler Stefan Fabi, Marling und der Dichter und Schriftsteller Semier Insayif treffen in einer gemeinsamen Ausstellung aufeinander und thematisieren literarisch und bildnerisch die aktuellen Ereignisse in Europa, ein Europa im Wandel. Dabei geht es unter anderem um die Bewegung der Menschen, die an Grenzen stoßen und sie zu überwinden suchen. Grenzen, die im Außen und im Innen liegen. Das eigene Land verlassend, sind sie im Fremden noch nicht angekommen, mit dem Übersetzen konfrontiert, einem „da zwischen sein“. Die Menschen, die nun auf die Ankunft zu reagieren haben, werden mit dieser tiefgreifenden Veränderung selbst wieder konfrontiert und sind damit ebenfalls gefordert ihre Begriffe und ihr Verständnis von Identität, Heimat, Solidarität und Zwischenmenschlichkeit neu zu überdenken, neu zu definieren, und sie über und umzusetzen.
Die Themen „Interkulturalität“ und „Transkulturalität“, die Begriffe Identität, Heimat, Fremde, Humanität und Alterität sollen auf unterschiedlichste Weise künstlerisch und poetisch beleuchtet und transformiert werden.
Ist heute das „da zwischen“ der immer häufiger werdende Ort, der so etwas wie ein „zu Hause sein“ darstellt? Oder ist und war man immer schon, auch in der so genannten „eigenen Kultur“, in einem individuellen „da zwischen“ beheimatet? Die Idee der Sprache als Raum taucht auf, (vielleicht selbst schon ein Raum des „da zwischen“), der nicht nur Vertrautheit und Fremdheit mitkonstruiert, sondern selbst als ein solcher Raum im Raum zu betrachten ist, in dessen Bedeutungserfindung wir uns stets selbst befinden.
Der Literaturtheoretiker und Kulturwissenschaftler Homi K. Bhabha dazu: „Es ist das „INTER“, das Entscheidende am Übersetzen und Verhandeln, am Raum da-zwischen, das den Hauptanteil kultureller Bedeutung in sich trägt.“
In einem Dazwischen findet auch der Austausch der beiden Künstler statt, das Übersetzen und Umwandeln eines Themas in ein anderes Ausdrucksmittel, eine andere Sprache.
Literarisch-poetisches wird bildnerisch untermauert, durchkreuzt, unterwandert, in Frage gestellt und umgekehrt. Die Ausstellungsräume werden mit Holzschnitten, Textblättern und Objekten so bespielt, dass das „da zwischen und Getrennt-Zusammengehörende immer wieder spürbar wird. Eine zentrale Arbeit bildet das Werk „Boatsland“, ein 11 Farbiger Holzschnitt, welcher in Zusammenarbeit mit Flüchtlingen aus Meran und Bozen angefertigt wurde.