Anhand zahlreicher Ölbilder und Zeichnungen wird der Werdegang des Malers von den frühen 80er Jahren bis heute dokumentiert. Alle seine Schwerpunktsujets werden vertreten sein: die Portraits, die Akte, die Bilder jener Fenster, die seinem Bozner Laubenatelier gegenüber liegen, sein schwarzer Arbeitsstuhl mit dem wie zufällig übergeworfenen weißen Laken, die scheinbar wie schwerelos im Raum schwebenden Rosen und die eigens für diese Schau gemalten Bilder mit prallen, sinnlichen Granatäpfeln von bestechender Eleganz und dramaturgischer Kraft. Große Poetik geht von diesen Bildern aus, die mit fotografischer und mathematischer Exaktheit ausgeführt sind. Die im Raum isoliert platzierten wenigen Sujets bestechen durch ihre formale Präzision ganz im Stile der alten Meister, zum Beispiel jener der flämischen Maler des 17. / 18. Jahrhunderts oder aber der italienischen Renaissance. Giorgioppi liebt Konstruktionen, das Malen an sich ist für ihn nicht die eigentliche Herausforderung, sondern vielmehr die Suche nach der formalen Perfektion, wobei er sich des Prinzips des " Goldenen Schnittes" bedient. Von seinen hyperrealistischen Rosen und Früchten geht eine rätselhafte Stille und Erhabenheit aus, in ihrer klaren Einfachheit und Reduziertheit manifestiert sich reine Ästhetik. Giorgioppi überlässt in seinen Bildern nichts dem Zufall, nichts wird spontan gesetzt, kein Pinselstrich bleibt sichtbar. Diese Bilder laden ein zur Kontemplation, zur Bewunderung, zur Auseinandersetzung mit perfekter, absoluter Malerei.
Giorgioppi, 1951 in Rovereto geboren, besucht zunächst das staatliche Kunstinstitut in Trient, in der Folge absolviert er ein Biennium an der Hochschule für Grafik in Urbino, je ein Jahr an den Akademien von Mailand ( Brera), Florenz, Venedig und Bologna. Giorgioppi lebt und arbeitet in Bozen.