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Event-Informationen
Top Secret - Vom Verschlüsseln geheimer Botschaften. Abendführung durch das Schreibmaschinenmuseum und die neue Sonderausstellung über die Geschichte der Kryptologie.
Einflüsse aus den Metropolen Wien und insbesondere München hinterließen in der Architektur Südtirols prägende Spuren. Daran wesentlich beteiligt war der Fremdenverkehr. Denn mit den Gästen und ihren Architekten „reisten“ auch neue Tendenzen im Bauwesen ins Land. Es entstanden Villen, Wohnhäuser und Hotels.
Als facettenreiches Erbe des Tourismus der Belle Époque stehen viele dieser Bauten heute unter Denkmalschutz. 1906 beauftragte der Industrielle Friedrich Wannieck die Münchner Architekten Alois und Gustav Ludwig mit dem Bau der Villa Salgart in Meran. Die beiden Brüder eröffneten bald darauf in Bozen eine Zweigstelle ihres Büros. Neben der Villa und mehreren Grandhotels errichteten sie hier bis 1914 auch Geschäftshäuser und Bildungseinrichtungen.
2022 wurden in Meran Baupläne der Brüder Ludwig wiederentdeckt und als Schenkung dem Touriseum übergeben. Aktuell führt das Südtiroler Landesmuseum für Tourismus in Kooperation mit der Universität Innsbruck ein Forschungsprojekt über Leben und Werk der Architekten durch. In der Ausstellung sind Teile des Materials erstmals öffentlich zu sehen.
Die Gruppenausstellung "Animacies" untersucht, wie sich Beziehungen zwischen Europa und Asien aus neuen Blickwinkeln denken und erzählen lassen. In Installation, Malerei und Fotografie hinterfragen die Künstler*innen westliche Ordnungssysteme und entwickeln alternative Sichtweisen auf Geschichte, Gemeinschaft und kulturelle Identität. Im Zentrum steht das Konzept von Animacy, das die verbreitete Unterscheidung zwischen belebt und unbelebt infrage stellt. Es geht davon aus, dass auch Dinge, Materialien und Stoffe eine Form von Lebendigkeit und Handlungsmacht besitzen. Anhand von Rohstoffen, Textilien und Artefakten zeigt die Ausstellung, wie Materialien gesellschaftliche Strukturen, wirtschaftliche Beziehungen und spirituelle Vorstellungen mitprägen. Besonderes Augenmerk gilt Perspektiven aus Regionen, die im globalen Diskurs weniger sichtbar sind, darunter Bangladesch, Indonesien, die Mongolei und die Philippinen sowie die indische Diaspora der Fidschi-Inseln. Diese werden als eigenständige Ausgangspunkte für Wissens- und Beziehungsformen verstanden.
Esther Stockers künstlerische Sprache lebt von Schwarz und Weiß mit Facetten in Grau. Ihre bildnerischen Mittel sind Raster, die sie als offenes, modulares System mit unzähligen Gestaltungsmöglichkeiten begreift. Abweichungen innerhalb der Rasterstruktur – meist minimale Verschiebungen – erzeugen eine subtile visuelle Permutation und eine Unordnung, die das Bild in Bewegung bringen, ohne die Geometrie jemals zu verlassen. Das Raster wird nicht gebrochen, sondern durch Verschiebungen und Überlagerungen innerlich destabilisiert, wodurch eine spürbare visuelle Spannung entsteht – ein Ort des Übergangs und des Dazwischen.
In der Ausstellung im Bergfried präsentiert Esther Stocker neben weiteren Arbeiten eine eigens für den Raum konzipierte lebensgroße Installation: „Atlas“. Atlas, der Titan in der griechischen Mythologie, der den Göttern des Olymps ihre Macht streitig machte und zur Strafe von Zeus dazu verurteilt wurde, auf ewig das Himmelsgewölbe auf seinen Schultern zu tragen. Auch der Bergfried-„Atlas“ ist mit einem Raster überzogen, der wie ein Korsett wirkt und an geografische Koordinaten erinnert. Der Camouflage-Effekt verwischt die Wahrnehmung von Fläche und Körper.
Zur Ausstellung ist auch ein Katalog erschienen.
(Heinrich Schwazer)
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