von Bernard-Marie Koltès
aus dem Französischen von Simon Werle
Ein Mann biegt um die Ecke, um einen anzuhauen. Auf der Suche nach einem Gespräch, einem Zimmer für die Nacht, einer Liebe zieht er durch die nächtliche Vorstadt in der Hoffnung, hinter der nächsten Ecke nicht nur den Regen zu finden, sondern einen Unbekannten – uns. Er, der weder Arbeit noch ein Zuhause mehr hat, erzählt, um gemeinsam leicht zu werden wie der Vogel im Wald, der vor den Maschinengewehren davonfliegt.
Der immersive Monolog „Die Nacht kurz vor den Wäldern“, 1977 in Avignon uraufgeführt, machte den französischen Autor Bernard-Marie Koltès (1948-1989) zum Shootingstar Neuer Europäischer Dramatik. Wie Arthur Rimbaud, Jean Genet oder Sarah Kane loten seine Texte soziale Grenzfiguren bis zur Auflösung aus. Der aus einem einzigen Satz bestehende Text nimmt uns mit auf einen atemlosen Rausch in die nächtliche Welt eines Vertriebenen.
Die Regisseurin Susanne Frieling, die nach „Monte Rosa“ zum zweiten Mal an den Vereinigten Bühnen Bozen inszeniert, untersucht die Fragilität des Körpers im Stadt- und Naturraum. Sie wirft den Blick vor die Türen des Stadttheaters, wo die Nacht kurz vor den Wäldern bereits angebrochen ist. Mit einem experimentellen Ansatz erforscht das Solo die Grenze zwischen Leben und Theater, Publikum und Schauspieler, Bozen und Anderswo.
mit
Fynn Engelkes
Regie
Susanne Frieling
Ein Gastspiel des Schauspiels Essen
Goethes „Faust“ entstand vor mehr als 200 Jahren. Was für eine Figur wäre Faust heute? Was ist es noch, was die Welt im Innersten zusammenhält? Die Autorin Fatma Aydemir bearbeitet den Stoff neu und nimmt die Figuren ins Heute mit. Dr. Margarete Faust ist keine angesehene Gelehrte mehr. In einer wissenschaftsfeindlichen Gesellschaft gilt sie als Verschwörerin. Ihre Studierenden feiern sie für ihre feministischen Positionen gegen einen reaktionären Staat. Als Dr. Faust als Ewigforschende in der Sinnkrise steckt, tritt Mephisto auf, verspricht Faust höchsten Genuss und fordert im Gegenzug ihre Seele. Der Pakt ist geschlossen. Faust verliebt sich in ihren deutlich jüngeren Doktoranden Karim. Dieser bewundert Fausts Lehre, fügt sich Fausts Verführung aber nur widerwillig.
„Doktormutter Faust“ ist eine feministische Überschreibung von Goethes Klassiker, eine Kritik am Personenkult emanzipatorischer Bewegungen und eine Warnung vor der teuflischen Herrschaft des Populismus. Aus: „Nun sag, wie hast du’s mit der Religion?“ wird: „Nun sag, wie hast du’s mit dem Konsens?“ Publikum und Presse nahmen die Uraufführung begeistert auf: „Das Stück ist ein großer Wurf, die Inszenierung steht ihm nicht nach.“ (nachtkritik.de)
Dauer: ca. 1 St. 40 Min.
Daniel Hellmann & Coco Schwarz (CH): „Queere Tiere“ - Eine Veranstaltung des Naturmuseum Südtirol in deutscher Sprache
„Queere Tiere“ ist ein Abend zwischen Drag-Show und musikalischem Erzähltheater. Die beiden vielseitigen Musik-Talente Daniel Hellmann und Coco Schwarz treten in ihren Kunstfiguren Soya the Cow und Piano Prince auf und erzählen von der Vielfalt an Sexualitäten, Liebes- und Lebensformen im Tierreich.
Ausgehend von ihrer persönlichen Perspektive als queere Menschentiere verweben sie Geschichten von realen queeren Tieren und Tieren aus Mythen und Märchen, wobei das Thema der Transformation als roter Faden durch den Abend führt – musikalisch und inhaltlich.
Lassen Sie sich mit uns auf eine schillernd-faszinierende Show ein, in der hybride Mensch-Tier-Fabelwesen mit schwulen Schafen, lesbischen Albatrossen, zweigeschlechtlichen Schnecken und Transgender-Clownfischen koexistieren.
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