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Fabian Feichter geht sein Werk so an wie ein Wrestler in den Ring steigt: sehr ausdrucksbetont aber ständig auf den Kern der Sache konzentriert – es geht um den Kampf. Im Mittelpunkt steht unsere Beziehung, nicht nur mit den anderen, vor allem mit uns selbst. Wie weit akzeptieren wir das Bild, das sich andere von uns machen? Mit welcher Ordnung von Ideen und Gegenständen können wird das, was wir tun, klassifizieren und erklären, auch wenn wir uns dagegen wehren? Kurator Alfredo Cramerotti (UK/I) - - - Mit Ausdrucksformen wie Happenings, Performances, Life Art und Body Art rückt in den 50iger Jahren der Körper immer mehr in den Mittelpunkt des künstlerischen Schaffens. Der Mensch wird zum Material, zum Gegenstand der Darstellung, zur Projektionsfläche und zum Experimentierfeld. Die Zusammenführung von Körper, Dingen oder der Umwelt und ihre Wechselwirkung wird immer wieder in aufwendigen und kraftraubenden Interventionen vorgeführt, wie etwa in den Arbeiten „The Boy on The Beach“, „Eine Minute des Schweigens“ oder „To salt“. Ob es sich dabei um das beklemmende Gefühl des Atmens in einer Plastiktüte oder das peinigende Zusammennähen zweier Zehen mit Nadel und Faden handelt, die Absicht des Künstlers Natürliches in künstlich erzwungene Gewohnheiten und Formen zu pressen wird deutlich. Noch einmal verstärkt wird dieser bis an die Grenzen der Körperlichkeit getriebene Aktionismus der permanenten Superlativen in der Arbeit „Fünf Stunden im Wald“, in der Feichter einen hochkonzentrierten und dennoch sinnlosen Kampf gegen die Natur und somit am Ende gegen sich selbst führt. Trotz der körperlichen Anstrengung und trotz der für den Betrachter unchoreografierten Bewegungen verbreitet sich nach und nach ein Gefühl des Loslösens. Ein Gefühl der Befreiung von festgefahrenen Regeln und damit tritt das Spüren des eigenen Körpers, eine instinktive Eigenschaft, die heute mehr und mehr der anerzogenen Konvention zum Opfer fällt, in den Mittelpunkt. Fabian Feichters Arbeiten lassen auf groteske und gleichsam humorvolle Weise erleben wozu der Mensch fähig ist. Dabei gelingt es ihm auf eine nicht provozierende Art uns einen Spiegel vorzuhalten, wie absurd und gleichzeitig festgefahren Normen sein können.