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Durch das Wasser waten die Tänzer, mit ihnen eine Gruppe von Kindern. Sie springen, laufen, werden zur wirbelnden Masse, kauern sich zusammen oder verharren in schmerzhafter Stille, in Erinnerung an ihre Flucht. Mit Franchir la nuit greift Rachid Ouramdane einmal mehr das Thema Migration auf und rückt dabei die Kinder in den Mittelpunkt. Zentrales Element auf der Bühne ist das Wasser. Im Becken steigen kleine Wellen, die sanft fallen. Sie erinnern an einen verlassenen Strand, an die Flucht über das Meer, an das Bild von Aylan Kurdi, dem syrischen Flüchtlingskind, das am türkischen Strand tot aufgefunden wurde. In seiner Choreografie lässt Ouramdane Bilder entstehen: Sie evozieren Gewalt und Erinnerungen, Hoffnung und Angst. In Zusammenarbeit mit dem Video-Künstler Mehdi Meddaci und mit viel Feingefühl richtet Ouramdane viele Fragen an das Publikum, dabei sendet Franchir la nuit aber auch eine Botschaft der Hoffnung: Es ist ein Tanz des Teilens. Die Live-Klaviermusik wird von der in Neuseeland geborenen Musikerin und Sängerin Deborah Lennie-Bisson gespielt und verbindet Afrika, den Osten und Europa. Franchir la nuit (dt. Die Nacht durchbrechen) wurde 2018 bei der Biennale de la Danse in Lyon uraufgeführt.