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Zu Franz Schuberts Winterreise, einem der bekanntesten Liederzyklen der Romantik, hat Angelin Preljocaj eine Choreografie für 12 Tänzerinnen und Tänzer entwickelt. Die 24 Lieder für Bariton und Klavier komponierte Schubert nur ein Jahr vor seinem Tod, im Herbst 1827, nach Texten von Wilhelm Müller: Erzählt wird das Schicksal eines Mannes, der aus enttäuschter Liebe zu einer Wanderung in die Winternacht aufbricht. Seine Reise, die zunehmend von Einsamkeit und Verzweiflung überschattet ist, wird auch zu einer Reise ins Innere des Menschen. Die Gefühlswelten schwanken zwischen Verbitterung und Todessehnsucht, dazwischen gibt es vereinzelt Hoffnungsschimmer. Ausgehend von Müllers Texten entwickelt Preljocaj seine Choreografie nicht narrativ, sondern vollgeladen mit Stimmungen und Symbolen. Das reiche Spektrum menschlicher Gefühle, die sich wie ein facettenreicher Diamant entfalten, wird sichtbar gemacht. Bühnenbild, Kostüme und die Lichtstimmung unterstreichen die romantische Melancholie des Leidens und der Todessehnsucht. Dominierend ist das Schwarz, die Düsterheit, wie im Text von Müller, doch immer wieder dringt ein bisschen Licht, ein bisschen Hoffnung durch. Es musizieren Thomas Tatzl (Bassbariton) und James Vaughan (Klavier). Angelin Preljocaj hat Winterreise als Auftragsarbeit für den Corpo di ballo del Teatro alla Scala kreiert; es wurde am 29. Jänner 2019 in der Mailänder Scala uraufgeführt.