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Nach Motiven von Neil Simon Die beiden Freundinnen Florence und Olive, die eine gerade erst von ihrem Freund verlassen, die andere schon länger einsam, beschließen zusammen zu ziehen. Die unterschiedlichen Charaktere überzeugen durch zweischneidige Konversation. Die Dialoge brilliern mit einer Sprache, bei der sich ein Wort ins andere verhakt, es umkehrt, ironisiert, zurückspielt und dadurch entsteht eine Textdichte, die ihresgleichen sucht. Olive gibt sich große Mühe ihre beste Freundin aufzuheitern, ebenso tun dies die beiden Freundinnen Mickey und Vera – das Quartett trifft sich regelmäßig zu Trivial-Pursuit-Abenden. Die herrlichen Wortwechsel der Mädchen in ihrer Direktheit, aber manchmal auch in ihrer Scham erinnern unschwer an andere New Yorkerinnen aus Sex and the City oder Girls und sind ganz am Puls der Zeit. Olive kämpft selbst mit ihrer Einsamkeit und doch gelingt es ihr, zwei Spanier einzuladen, nicht nur um Florence aufzumuntern. Das führt wohl zum Höhepunkt und vielgelobten Auftritt der wunderbaren Südländer, die neben den höchst humorvollen Sprachproblemen noch weitere Überraschungen mitbringen. The odd couple markierte 1965 in New York den endgültigen Durchbruch für Neil Simon. Bereits ein Jahr darauf wurden vier seiner Stücke gleichzeitig am Broadway gespielt. Das Stück gilt bereits als Klassiker und die berühmte Verfilmung mit Jack Lemmon und Walter Matthau ist eine Referenz im visuellen Gedächtnis unserer Zeit. Zum zwanzigjährigen Jubiläum des Erfolgsstückes, und wir zählen Neil Simon zu den meistgespielten Theaterautoren seiner Zeit, schuf er die weibliche Version der Geschichte, die nicht minder turbulent in Handlung, Wort und Witz gelang und sich in der Ausführung als weitaus subtiler und möglicherweise substanzieller erweist. Martin Schmiederer gelingt es mit seiner Fassung, das Stück vom Staub der Zeit zu befreien, kleine Adaptionen werden hochwirksam und inspiriert von Woody Allen und Lena Dunham bringt er das Stück ins Heute, in eine Wirklichkeit, in der die Ehe und das Ansehen in der Gesellschaft vielleicht etwas weniger wichtig sind, dafür das Eigene, das Private umso mehr. Die Außenbetrachtung wird zur Innenbetrachtung und so gewinnt das Stück an Nähe wenngleich Form und Machart die bewährte amerikanische Tradition würdigen. Text, Regie, Videos: Martin Schmiederer Es spielen: Prisca Schweiger, Maria Astl, Anna Knott, Mina Palada u.a. Gesamtleitung: Prof. Elfi Schweiger