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Von Philipp Löhle. Mit Eva Kuen, Margot Mayrhofer, Marc Bernhard, Peter Schorn. Regie: Eva M. Niedermeiser Barbara und Mario haben ihre neuen Nachbarn Paul und Linda eingeladen. Bei einem Glas Prosecco lernt man sich kennen. Man fachsimpelt über Fitness, Flachbildschirme und veganes Essen und ist mit sich und seinem Leben zufrieden. Doch dann stört ein Fremder die gewohnte Ordnung. Er klopft eines Nachts an die Tür und bittet um Unterkunft. Droht von dem schweigsamen Eindringling Gefahr oder ist er ein Flüchtling, dem man helfen muss? Während die Neuen ihm die Tür vor der Nase zuschlagen, nimmt Barbara ihn auf. Ein Asylsuchender aus Asien (oder war es Afrika?) braucht schließlich Hilfe! Sicherlich hat er in seiner Heimat Schreckliches durchgemacht. Das verpflichtet zu Hilfsbereitschaft - oder etwa nicht? Doch bevor man sich darüber einigen kann, sind der Fremde und Barbara wie vom Erdboden verschwunden, und die heile, aber fragile Welt der Wohlstandsbürger gerät mächtig aus den Fugen… Das Stück des jungen deutschen Dramatikers Philipp Löhle wurde 2014 in Bern uraufgeführt und ist ein schwarzhumoriges Stück in Zeiten der Flüchtlingsdebatte. Der Autor erzählt von der gesteigerten Hysterie im Angesicht des Unbekannten. Er lässt in die tief sitzenden Ängste und Vorurteile einer Gesellschaft blicken, die sich für eine weltoffene und tolerante Gemeinschaft hält - während hinter der Fassade das Unheil brodelt. Ein hochaktuelles Stück über uns Europäer und die anderen. „Die Figurenkonstellation von Philipp Löhle ist klassisch modern, eine Versuchsanordnung wie bei Yasmina Reza oder Roland Schimmelpfennig: Zwei Paare aus dem Milieu der politisch korrekten Prosecco-Trinker, Milchaufschäumer und Mülltrenner, in herzlicher Abneigung miteinander verbunden, machen Smalltalk auf Teufel komm raus.“ (FAZ) Der Autor Philipp Löhle, Autor und Regisseur, geboren 1978 in Ravensburg, studierte Geschichte, Theater- und Medienwissenschaften in Erlangen. Seit seinem ersten großen Erfolg mit „Genannt Gospodin“ 2007 hat er rund 20 Stücke geschrieben und eine Reihe von Auszeichnungen erhalten. Er war Hausautor am Maxim Gorki Theater, am Nationaltheater Mannheim, am Staatstheater Mainz und am Konzert Theater Bern.