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Choreografie: David Parsons Parsons Dance scheint als Ikone des modernen US-amerikanischen Tanzes die Grenzen von Zeit und Raum zu überschreiten. Die Zeit, weil diese Tanztruppe auch dreißig Jahre nach ihrem Entstehen (das Ensemble wurde 1985 von David Parsons und dem Licht-Designer Howell Binkley gegründet) nichts von ihrer Energie und ihrem Temperament eingebüßt hat und das gilt selbstverständlich auch für ihren Choreografen. Der Raum, weil sich die acht großartigen Tänzer auf der Tanzfläche mit einer derartigen Gewandtheit bewegen, dass es fast so aussieht, als würden sie den Raum verschlingen oder, anders ausgedrückt, einfach nicht beachten. Die von Parsons aufgrund ihres Könnens und ihres Sex Appeals ausgewählten Tänzerinnen und Tänzer sind eine echte Naturgewalt. Aber die athletische Kraft allein hätte keinen kommunikativen Effekt, wenn sie nicht mit Parsons Fähigkeit, die eindrucksvolle Technik mit Seele und Intensität auszustatten, verbunden wäre. Und genau das ist das Geheimnis der „strahlenden”, spritzigen und jugendlich wirkenden Arbeiten von David Parsons, dessen ungebremste Kreativität in 30 Jahren mehr als 70 Stücke hervorgebracht hat. Anlässlich ihres ersten Auftritts in Bozen zeigt diese US-amerikanische Compagnie ein Programm, das vom unverzichtbaren stroboskopischen Meisterwerk Caught (ein 1982 von Parsons selbst getanztes Solostück, das heute von Steven Vaughn interpretiert wird) bis zum kürzlich entstandenen Whirlaway, das in Bozen in einer europäischen Erstaufführung zu sehen sein wird, reicht. Es folgen Trains und Introduction sowie die historische Choreografie The Envelope, ein ironisches Stück „Sozialkritik“, in dem die Mitglieder des Ensembles untereinander einen Briefumschlag weiterreichen, der seinen Empfänger allerdings nie erreicht.