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Archaische Bräuche im Obervinschgau Ein beliebter Brauch für Liebhaber alter Rituale ist das alljährliche „Scheibenschlagen“ im Ober- und Mittelvinschgau, wie etwa am mystischen Tartscher Bühel. Mit diesem archaischen Brauch, dessen Wurzeln im Dunkel der Vorzeit liegen, huldigen die Obervinschger jedes Jahr am ersten Fastensonntag der Liebe und Fruchtbarkeit und fordern das Frühjahr auf, sein blühendes Gesicht zu zeigen. Zu diesem Zweck müssen aber zuerst die Dämonen der Kälte und der Finsternis ausgetrieben werden. Kinder und Erwachsene – traditionell jedoch nur junge Männer – halten Gerten in der Hand, an denen rund 15 Zentimeter große, runde oder viereckige Holzscheiben stecken. Die Scheiben werden in einem offenen, wärmenden Feuer zum Glühen gebracht und danach mit einer speziellen Technik zu Tal „geschlagen“. „Reim, Reim, wem soll dia Scheib’ sein?“ ruft der Scheibenschläger, bevor er den glühenden Diskus mit weiteren Glückwünschen ins Tal schleudert. Je weiter die Scheibe durch die Finsternis fliegt, desto mehr Glück soll sie bringen. Höhepunkt des Rituals ist seitdem die Verbrennung der Hexe. Die sogenannten „Hexen“ werden auf den Anhöhen oberhalb der Dörfer aufgepflanzt. Es sind strohumwickelte meterhohe Holzkreuze, die am Ende des Rituals angezündet werden und weitum leuchten. Das traditionelle Scheibenschlagen findet statt in St. Valentin auf der Haide, Mals, Burgeis, Schleis, Laatsch, Tartsch, Schluderns, Glurns, Prad am Stilfserjoch, Vetzan.