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Franco D'Andrea piano solo Flavio Caprera Buchpräsentation Zum 80. Geburtstag des Großmeisters des italienischen Jazzpianos erscheint eine Biografie von Flavio Caprera. Sie wird im Rahmen eines Solokonzerts präsentiert. D’Andrea, 1941 in Meran geboren, ist Autodidakt und fing an Klavier zu spielen, nachdem er sich vorher an Trompete, Klarinette, Kontrabass und Saxophon versucht hatte. Seine ersten professionellen Jobs als Musiker hatte er 1963 beim italienischen Jazzpionier Nunzio Rotondo beim staatlichen Rundfunk der Rai in Rom. 1964/65 gehörte er der Band von Gato Barbieri an. Er war Mitbegründer des avantgardistischen Modern Art Trio, dessen Einspielung 1970 mit Bruno Tommaso und Franco Tonani das Experimentieren mit der seriellen Musik im Stile des frühen Art Ensemble of Chicago dokumentierte. Die nächsten fünf Jahre tourte er mit der erfolgreichen und besten italienischen Jazzrock-Formation”Perigeo” durch Europa und die Welt, 1972 war er in der Band von Gato Barbieri an der Einspielung des Film-Soundtracks The Last Tango in Paris von Bernardo Bertolucci beteiligt. 1978 bildete er sein eigenes Trio und trat in den darauffolgenden Jahren zunehmend auch als Solopianist hervor.”Dialogues with super-ego”heißt das erste von insgesamt zwei Dutzend Soloalben, die entstehen. Damit er die polyrhythmischen Wurzeln des Jazz mit einheimischen Musikern studieren konnte, verbrachte er 1983 mehrere Monate in Zentralafrika. Daneben nahm D’Andrea mit Musikern wie Lee Konitz, Phil Woods und Dave Liebman Duo-Alben auf. Mit einem Quintett um Steve Lacy begleitete er die Sängerin Tiziana Ghiglioni. Außerdem arbeitete er mit Ernst Reijseger, Slide Hampton, Max Roach, Conte Candoli, Frank Rosolino, Pepper Adams, Johnny Griffin, Jean-Luc Ponty sowie vielen italienischen Musikern zusammen. Mit seiner Stammformation seit den neunziger Jahren, dem Franco D'Andrea Quartet präsentiert er ab 2005 zunehmend nahtlos ineinander übergehende Konzertabende, die ohne Programmabsprache quer durch das umfangreiche Repertoire von Originalkompositionen führen, aber auch Standards beinhalten. „Die Suche, das Experimentieren machen die Kompositionen zu etwas sich ständig Verwandelndem, einen offenen Raum, wo zwar solide, klar erkennbare Strukturen vorhanden sind, innerhalb derer sich die Musiker jedoch neugierig und unvorhersehbar bewegen“. Gastmusiker wie Dave Douglas oder Han Bennink ergänzen oft seine Band. Der Südtiroler Filmemacher Andreas Pichler drehte 2006 den Dokumentarfilm “Franco D’Andrea – Jazz Pianist” über sein Leben und Werk. Anlässlich des 80. Geburtstages 2021 erscheint die Biografie von Flavio Caprera “Franco D'Andrea – Un Ritratto”