Event-Informationen
(Eintritt frei - Liveübertragung auf YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=DGU4FF947gs) Gedanken zum 80. Jahrestag der Verfassungsgebenden Versammlung Die Podiumsdiskussion soll Gelegenheit zu einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit einer der bedeutendsten Phasen der italienischen Institutionsgeschichte bieten, wobei sie sich jedoch nicht allein auf die historisch-politische Dimension der republikanischen Verfassung beschränkt, sondern auch die grundlegenden Fragen hinterfragt, die deren Voraussetzung bilden: die Rechtsgrundlage, das Verhältnis zwischen Person und Rechtsordnung, die Bedeutung politischer Autorität und die Rolle der Prinzipien, die dem Aufbau der Verfassung vorausgehen und ihn leiten. Der interpretative Rahmen, in den die Auseinandersetzung eingeordnet werden soll, geht von der Erkenntnis aus, dass der zeitgenössische Konstitutionalismus nicht ausschließlich als Technik der Machtbegrenzung oder als positives normatives Konstrukt betrachtet werden kann, sondern auf die wesentliche Frage nach der Grundlage der politischen und rechtlichen Ordnung zurückgeführt werden muss. In dieser Perspektive gewinnt der Bezug zum Naturrecht besondere Bedeutung, da er die Notwendigkeit eines Kriteriums hervorhebt, das über den bloßen Willen des Gesetzgebers hinausgeht, und die Frage nach dem Verhältnis zwischen positivem Recht und Gerechtigkeit aufwirft. Vor diesem Hintergrund stellen die Person und das Werk von Antonio Rosmini einen Beitrag von außerordentlicher Tiefe dar. Die zentrale Stellung des Menschen, der Vorrang der Menschenwürde, die Unterscheidung zwischen Recht und Macht sowie die Auffassung von der politischen Ordnung als einer Realität, die dazu berufen ist, den Menschen anzuerkennen und ihm zu dienen, sind Elemente, die eine fruchtbare Perspektive bieten können, um auch die Erfahrungen der Verfassungsgebenden Versammlung und die theoretischen Spannungen, die deren Ausarbeitung begleiteten, neu zu betrachten. PROGRAMM Begrüßung: - Schw. Benedetta Lisci, Internationales Zentrum für Rosmini-Studien - Sen. Ivo Tarolli, Volkshochschule des Trentino - On. Alessandro Urzì, Vorsitzender der „Kommission der Sechs“ Moderation: Prof. Giovanni Cordini, Direktor des Institut International d’Etudes Européennes „A. Rosmini“ Referenten: - Prof. Miguel Ayuso, „Konstitutionalismus und Personalismus“ - P. Ludovico Maria Gadaleta, „Aktuelle Aspekte des verfassungsrechtlichen Gedankenguts Rosminis“ - Prof. Danilo Castellano, „Das Problem der ‚Person‘ in der Verfassungsgebenden Versammlung“ - Prof. Rudi Di Marco, „Die Person in der Rechtsprechung des Verfassungsgerichts“ (Die Podiumsdiskussion findet in italienischer Sprache statt)