Event-Informationen
Performing nature betitelt der Künstler Paolo Buzzi seine Ausstellung, die wie eine einzige umfassende Installation die Räume der Galerie Antonella Cattani contemporary art mit einbezieht. Die Besucher/innen haben anfangs das Gefühl, sie betreten eine große Terrasse voller Pflanzenkübel aus Terrakotta, aus denen eine Natur keimt, die sich zur Blüte entwickelt. Jedes einzelne Element entfaltet ein eigenes Leben und trägt zugleich dazu bei, ein Universum der Formen zu entwerfen, die miteinander in Dialog treten, indem die Nuancen von glänzendem Weiß der Lacke und Harze mit den typischen Brauntönen der Terrakotta abwechseln. In seiner Arbeitspraxis verfolgt der Künstler aus Ferrara (1965) einen gänzlich synästhetischen Zugang zur Realität, der dazu tendiert, den hieratischen Aspekt natürlicher Elemente hervorzuheben, bis er ihn in eine Ikone verwandelt hat. Die gezeigten Arbeiten, die sich an der Grenze zwischen Skulptur und Installation bewegen, entspringen der Nähe zur Natur, aber vor allem dem Bewusstsein dieser dauerhaften Beziehung, in der ein Kreislauf herrscht; eine langsamere, bedächtigere Zeit, in der jeder Wandel der Natur selbst sich in einem Zeichen niederschlägt, das sich auf die folgende Arbeit überträgt. So warden auch die organischen Materialien, die der Künstler mit der Sorgfalt eines Botanikers sammelt, einem Wandlungsprozess unterworfen, der den Einsatz von Harzen und Lacken vorsieht, bis sich daraus die Kreation eines hybriden Blütenstands ergibt. Die Formgebung der Pflanzentöpfe, die aus einem antiken Material wie der Terrakotta gemacht sind, verweist dagegen auf eine besondere Kultur. Der Blumentopf wirkt hier nicht nur als Behälter, sondern als Ausdruck einer Form, die immer einzigartig und verschieden zugleich die Spuren einer mitunter materischen Malerei aufnimmt. Die Ausstellung setzt sich schließlich mit den Esercizi di botanica (“Botanik-Übungen”) fort. Es handelt sich dabei um Mikro-Tafeln aus Gips, die entlang der Wände aufgereiht, nicht nur die Vorstellung, sondern vor allem die Empfindungen zu bewahren scheinen, die die Betrachtung der Natur und ihrer Einzelheiten ausgelöst hat.