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Ein Exzess an Körperlichkeit tut sich in Kuceras Skulpturen auf. Lebensgroße Abformungen aus Kunstharz nimmt er von seinem eigenen Körper in einem Akt bildhauerischen Verismus´ ab, um die Figur dem realen Künstlerkörper so exakt wie möglich anzugleichen. Die Lebensnähe ist einerseits zentral, andererseits ist sie auf die anatomischen Merkmale beschränkt.Als Körperabformungen sind sie perfekte Körpermimesis, doch die farblose Oberfläche aus Kunstharz hält ein Abstraktheitsmoment aufrecht. Die Plastiken sind qua Abdruck mit Lebenswirklichkeit quasi vollgesogen, sie evozieren oder suggerieren nicht bloß eine direkte Verbindung zur Künstlerperson, sondern stellen sie faktisch her. Im plastischen Substitut des Künstlerkörpers visualisiert sich das skulpturale Drama rückhaltloser Selbstentblößung und Selbstbetrachtung. In ihrer hochexpressiven Gestik und Mimik stellen die Figuren den Künstler als eine Person dar, die von äußeren und inneren Mächten bedrängt und attackiert wird.