Event-Informationen

Das Abtasten der unmittelbaren Umgebung und das Inkorporieren alltäglicher Materialien steht im Mittelpunkt der Ausstellung von Julia Rohn und Moritz Tscherne. Beide Positionen verweisen auf Elemente unserer materiellen Umwelt und dem damit verbundenen menschlichen Bedürfnis von Kultivierung und Ausgestaltung. Moritz Tscherne arbeitet mit Vorhandenem, ist an Prozessen vor Ort interessiert und verweist auf das Momenthafte. So bezieht sich “Ein Stück Wiese“ auf den ehemaligen Arbeitsplatz des vorjährigen Skulpturensymposiums und bringt im wahrsten Sinne des Wortes einen Ausschnitt einer Alm in den Galerieraum. Tschernes Zugang ist geprägt von der Arbeit mit ‘armen’ Materialien. Julia Rohn hingegen agiert auf der Ebene der visuellen Landschaft der Warenwelt, die zu einer zentralen Erfahrung unseres Alltags geworden ist und so als gesamtgesellschaftliches Zeichensystem fungiert. Wo sich die äußere Gestaltung immer mehr über den eigentlichen Gebrauchswert 'schichtet', zeugen zahlreiche Produktvariationen von kontinuierlich dichter werdenden Ansammlungen von Dingen. Mit einem ironischen Blick werden diese Oberflächen in neuen Assoziationsfelder verflochten. Sie bilden abstrakte Metaphern, die mit Farbe, Materialität und Symbolik spielen und so mitunter die Grenzen zwischen Fotografie und Malerei verfließen lassen.