Event-Informationen

Die Ausstellung „1915 – 2015“ ist eine Zusammenarbeit der Abteilung Ladinische Kultur und ladinisches Schulamt mit dem Südtiroler Künstlerbund. Über einen mit 20.000 Euro dotierten Wettbewerb wurden aus über 55 Einsendungen 8 künstlerische Positionen ermittelt, die sich im erweiterten Sinn mit dem Krieg und seinen Auswirkungen auseinandersetzen. Die schonungslosen Folgen, die tiefen Narben der Nationen, die grausamen individuellen Schicksale von Familien und das kollektive Leid sind die ernüchternde Bilanz jedes Krieges und lassen die oft anfängliche Kampfbereitschaft in Verzweiflung und Desillusionismus verkehren. Andreas Zingerle zeigt gemalte Porträts von über 20 Journalisten, die dem Krieg zum Opfer gefallen sind. Die junge Künstlerin Silvia Hell visualisiert politische Grenzverschiebungen und Verhältnisse von 1915 bis heute durch die Übertragung in dreidimensionale Objekte. Paul Feichter ruft mit einem in Glas versiegelten Gewehr unweigerlich zum Waffenstillstand auf. Im Werk von Annemarie Laner werden politische Verkettungen in Form eines Colliers aus Medaillons mit Porträts von Kriegsakteuren lesbar. Walter Pancheri schnitzt eine Postkarte von der Front in Holz. Die Auswirkungen des Krieges anhand psychischer Neurosen von Kriegsopfern thematisiert Leander Schwazer in Form einer 3D-Projektion. In Martina Stuflessers Installation ist Stacheldraht, der im ersten Weltkrieg erstmals zur Abwehr eingesetzt wurde, das zentrale Material. Letizia Werth synchronisiert die Aufzeichnungen mit einem Elektrokardiogramm mit den Silhouetten der Berggipfel. Die Diskrepanz und zugleich untrennbare Nähe zwischen Euphorie, Macht, Ohnmacht und Niedergang sind nur einige der spannenden Themenkreise dieser von Lisa Trockner kuratierten Ausstellung.