Event-Informationen
Viaggio nell’ombra ist eine Art zweifache Einzel-Wanderausstellung, die an verschiedenen Orten in Italien und im Ausland gezeigt wird. Darin machen sich Italo Bressan und Marco Pellizzola – beide unterrichten an der Akademie der Schönen Künste von Brera und sind seit den 1980er-Jahren auf nationalen und internationalen Ausstellungen präsent – anhand ihrer Arbeiten Gedanken über die heutige Praxis der Malerei, wobei sie den Wert des Schattens wiederentdecken. Italo Bressan präsentiert sich nach der Einzelausstellung von 2009 erneut dem Bozner Publikum, und zwar mit einem neuen Zyklus, in dem es um den Dialog zwischen Licht und Schatten geht – zwei Polaritäten, die wechselseitig agieren und zusammenarbeiten. Sie zerstören die Maloberfläche nicht, sondern lassen sie im Gegenteil als Feld für schrittweise Enthüllungen wieder aufleben. Eine überaus lyrische Malpoetik, die von den Lehren der großen Meister der modernen Kunst beeinflusst ist. Wenn man in die Dunkelheit eintaucht, kann man langsam wie aus einer Finsternis wieder auftauchen und ans Licht kommen. Wie verschwommene Nebel treten aus den Gemälden unablässig Schattenwürfe hervor, die sich auf ihrer Wanderung zwischen zuckenden Licht und Wellen von Farben verdichten und ausdehnen, um sich dann zu enthüllen und zu Raum zu werden. Die Arbeit von Marco Pellizzola ist hingegen gekennzeichnet durch eine intensive Suche, zunächst vor allem im Bereich der Zeichen und in jenem der Malerei. Später entwickelt er ein besonderes Interesse für die Zeichnung, und zwar sowohl als Bestandteil von Installationen als auch als eigenständige Ausdrucksform, und für die Skulptur als Installationsobjekt. Seine Reise ins Licht hat er bereits durchgeführt, als er, mit dem Kopf in den Wolken, den Sternenhimmel durchstreifte auf der Suche nach Poesie, Fantasie und vielleicht Realität. In den jetzigen Arbeiten wendet er sich der dunklen Seite zu, die häufig die kollektiven Vorstellungen ängstigt. Der Künstler erforscht sie aber als Form der Erkenntnis, der Entdeckung: ein Schatten, der nicht verschleiert, sondern enthüllt, denn „in Wirklichkeit wollen wir nicht das zeichnen, was wir kennen, mit all seinen Lichtern, sondern, das, was wir nicht kennen, mit all seinen Schatten.“