Event-Informationen

Kuratiert von Hugo Vitrani und Cédric Fauq Ausstellungsgestaltung von Pascal Rodriguez Ausstellung organisiert in Zusammenarbeit mit dem Palais de Tokyo (Paris) und dem Capc – Musée d’art contemporain de Bordeaux Das Museion präsentiert RAMM:ELL:ZEE TIME:LINE, das abschließende Kapitel der ersten umfassenden europäischen Retrospektive zu RAMMELLZEE (1960–2010). Nach Paris und Bordeaux ist die Ausstellung nun erstmals in Italien zu sehen. Die in Zusammenarbeit mit dem Palais de Tokyo in Paris und dem Capc Musée d’art contemporain in Bordeaux entwickelte Ausstellung erstreckt sich über zwei Museumsebenen und vereint mehr als 150 Werke, von denen viele erstmals in Italien gezeigt werden. Als Künstler, Theoretiker, Bildhauer, Performer und Master of Ceremonies gehörte RAMMELLZEE zu den einflussreichsten und zugleich geheimnisvollsten Persönlichkeiten der New Yorker Kulturszene der 1980er-Jahre. Er ließ sich keiner festen Kategorie zuordnen und verband Graffiti, Sprachtheorie, Performance, Musik, Science-Fiction und Skulptur zu einer ganz eigenen künstlerischen Welt. Im Zentrum seines Denkens standen die Theorien des „Gothic Futurism“ und des „Ikonoklast Panzerism“. Darin verstand er Sprache als umkämpften Raum und Buchstaben als lebendige Formen, die sich gegen Systeme der Kontrolle behaupten können. Als Zeitlinie angelegt, zeichnet die Ausstellung die historischen, kulturellen, technologischen und politischen Einflüsse nach, die RAMMELLZEEs Werk geprägt haben. Im Rundgang eröffnen sich unterschiedliche Perspektiven auf sein Schaffen und stellen es in größere Zusammenhänge: von der mittelalterlichen Handschriftenkultur über den italienischen Futurismus bis hin zu Hip-Hop, Technologien und zeitgenössischer Bildkultur. Ein besonderer Schwerpunkt der Ausstellung im Museion liegt auf der Beziehung des Künstlers zu Italien. Anhand von Archivmaterialien, zentralen Werken und historischen Bezügen beleuchtet die Ausstellung eine weniger bekannte Seite seiner Biografie und künstlerischen Entwicklung: von seinen Kooperationen und Performances in Italien in den 1980er-Jahren bis zu seiner Beschäftigung mit italienischen Bildtraditionen. Bedeutende Leihgaben aus dem Kloster Neustift sowie Werke von Fortunato Depero eröffnen dabei überraschende Verbindungen zwischen illuminierten Handschriften, futuristischen Experimenten und RAMMELLZEEs radikaler Neuerfindung des Alphabets. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht Gasholear, ein monumentales tragbares Exoskelett, das RAMMELLZEE zwischen 1987 und 1998 entwickelte und das er selbst als eines seiner ambitioniertesten Werke betrachtete. Rund um Gasholear werden zentrale Werkgruppen wie die Letter Racers, die Garbage Gods und die Monster Models gezeigt. Archivmaterialien, bislang unveröffentlichte Objekte, Fotografien, Filme und Dokumente ergänzen die Ausstellung und geben Einblick in die Vielfalt und den Umfang seines künstlerischen Denkens. Rammellzee © Mari Horiuchi. Courtesy of Red Bull Arts New York and Rammellzee Estate Darüber hinaus zeigt die Ausstellung Werke von Künstler*innen, die Teil seines kulturellen Umfelds waren und mit ihm in engem Austausch standen, darunter Jean-Michel Basquiat, Andy Warhol, Futura 2000, Phase 2, Dondi White, Lady Pink, Lee Quiñones, Martin Wong, David Hammons, Gordon Matta-Clark und Arthur Jafa. Fotografien und Filme von Henry Chalfant, Maripol, Gianni Pettena, Charlie Ahearn und Jim Jarmusch vermitteln einen lebendigen Eindruck von der vielschichtigen künstlerischen und sozialen Welt, in der RAMMELLZEEs Werk entstand. TIME:LINE ist mehr als eine Retrospektive: Die Ausstellung lädt dazu ein, in RAMMELLZEEs außergewöhnliche Gedankenwelt einzutauchen, eine Welt, in der Sprache zu Architektur wird, Buchstaben zu Waffen und Kunst zu einem Mittel, um andere Vorstellungen von Zukunft zu entwickeln.