Event-Informationen

Bozner Gespräche zur Regionalgeschichte 2025 Mobilität und Region Die Zusammenhänge zwischen Mobilität und Region können in verschiedene Richtungen ausgelotet werden und berühren unterschiedliche Forschungsfelder, von denen etliche Teil aktueller geschichtswissenschaftlicher Diskussionen sind. Regionalhistorische Ansätze eröffnen einen vielversprechenden Untersuchungsraum für historische Fragen zur Mobilität. Und umgekehrt liefert die Mobilitätsgeschichte wertvolle Anstöße, Vorstellungen und Konzepte von Region kritisch zu überdenken, neu zu definieren und so flexibel als möglich anzuwenden. Der Mobilitätsgeschichte widmet sich somit die vierte Ausgabe der „Bozner Gespräche zur Regionalgeschichte“ – eine periodische Veranstaltung von „Geschichte und Region/Storia e regione“ und dem Zentrum für Regionalgeschichte. Sie finden heuer am 11. und 12. September in den Räumen des Merkantilmuseums Bozen statt. Dabei haben junge Historikerinnen und Historiker aus Italien, Österreich, Deutschland und der Schweiz die Möglichkeit, ihre Forschungsarbeiten an der Schnittstelle von Mobilitäts- und Regionalgeschichte zu präsentieren und zur Diskussion zu stellen. Das zweitägige Programm schlägt zeitlich eine Brücke vom Mittelalter bis in die Zeitgeschichte und beschäftigt sich mit verschiedenen Regionen Europas. Es umfasst ein breites Themenspektrum von der Arbeitsmigration über die Mobilität religiöser Gruppen, von Frauen und von Wanderkünstler:innen bis hin zu durch Krieg und Diktatur erzwungener Flucht; es streift infrastrukturelle Aspekte von Mobilität und nimmt auch das Gebirge als spezifischen Raum von Mobilität in den Blick. DO, 11 / 9 / 2025 13.30–14.00 GRUSSWORTE MICHL EBNER (Präsident der Handelskammer Bozen) EINFÜHRUNG FRANCESCA BRUNET (Zentrum für Regionalgeschichte) MICHAELA OBERHUBER (Geschichte und Region) 14.00–15.00 ERÖFFNUNGSVORTRAG ANNEMARIE STEIDL(Universität Wien) „Die meisten Menschen bewegten sich innerhalb ihrer Regionen.“ Praktiken regionaler Mobilität im Europa des 18. und 19. Jahrhunderts MOBILITÄT SOZIALER GRUPPEN Chair: MICHAEL SPAN (Salzburger Freilichtmuseum) 15.00–16.00 RONALD KURT SALZER (Wien) Pfand und Land – Pfandschaften als Katalysatoren intra- und transregionaler sowie sozialer Mobilität unter Maximilian I. ANNA-LENA STABENTHEINER (Klagenfurt) Die Mobilität von Franziskanern im 18. Jahrhundert anhand des Konvents von St. Veit an der Glan 16.00–16.30 Pause 16.30–18.00 ALESSIA DE BENEDICTIS (Roma) Non più invisibili. La mobilità delle donne trentine alla fine dell’Ottocento VERONIKA BARNAŠ (Wien) Fahrende Schausteller_innen. Zwischen Mobilität und Sesshaftigkeit, 1880–1930er Jahre ALEXANDER TEUTSCH (Wien) Una magistratura mobile. Giudici itineranti provenienti da e diretti verso l’Alto Adige (1924–1945) 18.00–19.00 HÄNDLER – MESSEN – REISENDE: BOZEN UND DAS PRIVILEG VON CLAUDIA DE’ MEDICI Führung durch das Merkantilmuseum: Auf den Spuren einer Stadt im Wandel in Folge des Privilegs von Claudia de’ Medici (1635) und der Einrichtung des Merkantilmagistrats mit ELISABETTA CARNIELLI (Merkantilmuseum Bozen) [in lingua italiana e tedesca / in deutscher und italienischer Sprache] FR, 12 / 9 / 2025 GASTGEWERBE UND INFRASTRUKTUREN Chair: FRANCESCA BRUNET (Centro di Storia regionale) 9.00–10.30 LUCA SALLUSTIO (Padova/Venezia) Un’abitudine diffusa. L’ospitalità trentina nelle bollette dei forestieri CATRINA ANN KLEE (Luzern) Funivie Alte Dolomiti (F.A.D.) – Tourismus als strategische Investition im faschistischen Südtirol (1920–1940) ANNA-KATHARINA WIESINGER (Salzburg) Stadtentwicklung, Hotelarbeit und Migration am Beispiel Salzburgs seit 1945 10.30–11.00 Pause MOBILITÄT IN DEN BERGEN Chair: CHRISTOF AICHNER (Kommission für Neuere Geschichte Österreichs, Universität Innsbruck) 11.00–12.30 ANDREA POJER (Trento) Attraversare l’alpe. Stagionalità e mobilità lungo i passi dolomitici (sec. XVII) ROBERT OBERMAIR (Salzburg) Grenzüberschreitende Mobilität im Hochgebirge MELANIE PLATZER (Innsbruck) Überläufer am Umbrail. Deserteure während des Ersten Weltkrieges an der schweizerischen Grenze 12.30–14.00 Pause MOBILITÄT, DIKTATUR UND KRIEG Chair: STEFANO BARBACETTO (Geschichte und Region) 14.00–15.00 GIADA NOTO (Bolzano) Le dinamiche migratorie in Valcanale (provincia di Udine) durante il periodo delle Opzioni e Riopzioni KATARZYNA PIEPER-BRANDSTÄDTER (Bremen) Ostpreußen – zur Mobilitätskultur einer nicht mehr existierenden Region 15.00–15.30 Pause 15.30–16.30 FEDERICO CORMACI (Firenze) Sicilia sotto assedio. Conflitto e collasso delle reti di trasporto insulari KATRIN SIPPEL (Wien) „Wir wollen weg, hinaus aus dieser hinreißend lackierten Rattenfalle.“ Mobilität und Immobilität von Flüchtlingen in Zentralportugal in den 1940er Jahren 16.30–17.30 SANDRA TOFFOLO (Istituto Storico Italo-Germanico, Fondazione Bruno Kessler, Trento) SCHLUSSBETRACHTUNGEN UND DISKUSSION