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Eröffnung Valeria Simonini - Eines von vielen. Eine visuelle Reise entlang der Bahnwärterhäuser. ORGANISIERT VON STEFANO RIBA IN ZUSAMMENARBEIT MIT BOLZANISM MUSEUM Eines von vielen. Eine visuelle Reise entlang der Bahnwärterhäuser ist eine fotografische Installation, die aus der historischen und visuellen Forschung von Valeria Simonini hervorgeht und die serielle Architektur der Südtiroler Bahnwärterhäuser erzählt. Das Projekt entstand 2023 im Rahmen von Bolzanism POP UP, einer Künstlerresidenz, die vom Bolzanism Museum gefördert wurde – dem ersten Museum, das den Sozialbauten Bozens und den Geschichten ihrer Bewohner:innen gewidmet ist. An diesem Projekt zur territorialen Erzählung war der Fotograf Luca Matassoni beteiligt. Die im Erdgeschoss von Foto Forum gezeigten Bilder dokumentieren eine Reise entlang der Bahnstrecke Bozen–Brenner auf der Suche nach den Bahnwärterhäusern, die der Architekt Angiolo Mazzoni in den 1930er Jahren als Teil eines öffentlichen Bauprogramms für die Angestellten der Ferrovie dello Stato entworfen hat. Die Erkundung beginnt und endet im Bozner Stadtteil Piani, der ebenfalls Teil eines städtebaulichen Plans war, der vorsah, nahezu an jeder Bahnstation Südtirols ein standardisiertes Wohnmodell – in drei Typologien – zu wiederholen, das vom damaligen Chefingenieur der Staatsbahnen entwickelt worden war. Dreiundzwanzig Etappen führten zu aktiven und stillgelegten Bahnhöfen, um die Bahnwärterhäuser jeweils aufzuspüren und zu beobachten, wie sich diese in Serie gedachten Räume im Laufe der Zeit durch die Nutzung und Fürsorge ihrer Bewohner:innen verändert haben. Fast ein Jahrhundert später erzählt Eines von vielen von der Spannung, die in diesen Orten spürbar ist: auf der einen Seite die Gleichförmigkeit der Bauten, Ergebnis einer dirigistischen Stadtplanung, auf der anderen Seite die häuslichen Strategien der Aneignung und Personalisierung durch die Menschen, die sie bewohnen. Valeria Simonini (1996, Rovereto) ist Architektin und kuratiert künstlerische und kulturelle Projekte, die unterschiedliche Formen der territorialen Erzählung erforschen und durch horizontale Dialoge sowie Designpraktiken die Beteiligung der Gemeinschaft fördern. Ihr akademischer und beruflicher Werdegang führte sie durch Italien – wo sie am IUAV in Venedig abschloss – und Deutschland, mit Stationen in Kulturvereinen, klassischen und experimentellen Theatern und Planungsbüros. Sie betrachtet Architektur und Kunst als verflochtene Disziplinen und untersucht insbesondere das Zusammenspiel von kuratorischen Praktiken und territorialer Repräsentation, vor allem in hochgelegenen Regionen, die von Tourismusentwicklungen betroffen sind. Sie ist Mitgründerin von Studio Combo, das sich kulturellem Design widmet, sowie Autorin und Projektverantwortliche des Vereins LUMEN slowjournal in Rovereto.