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"Spitzen statt Sprengen - Bergbau und Klöppelkunst" Sonderausstellung am Standort Steinhaus ab 28.07.2023 Das laute Schlagen der Hämmer weicht dem sanften Klappern der Klöppel. Statt in die Felsen zu bohren wird gekreuzt und gedreht, statt in die Untiefen des Berges zu sprengen wird feinste Spitze hergestellt. Die Sonderausstellung „Spitzen statt Sprengen“ am Standort Steinhaus des Landesmuseum Bergbau beleuchtet die über 100 Jahre alte Handarbeitstradition des Spitzenklöppelns im Ahrntal, die weltweite Kreise zog. Der Kupferbergbau war jahrhundertelang die bedeutendste Einnahmequelle der Bevölkerung im Ahrntal. Wie vielerorts war der Abbau dort aber vielen wirtschaftlichen und sozialen Turbulenzen ausgesetzt. Als das Kupfer aus Amerika importiert wurde, bedeutete es das vorläufige Aus für den Bergbaubetrieb und hunderte Knappen waren plötzlich ohne Verdienst. Den fleißigen Händen der Frauen von Prettau und dem raschen Eingreifen zweier Pfarrer ist es zu verdanken, dass die Bevölkerung sich einer neuen Einnahmequelle bedienen konnte: dem Spitzenklöppeln. Die bereits seit langer Zeit bekannte Handarbeitstechnik entwickelte sich zur Hausindustrie. Um immer wieder neue Spitzenmuster zu erlernen und so am modischen Puls der Zeit zu sein wurden Mädchen in Wien weiter ausgebildet. Die Ware wurde in alle Welt geliefert; in Wien, London, Paris und Mailand wurde Prettauer Spitze präsentiert und verkauft. Noch heute gibt es den Klöppelverein Prettau und die seit 1893 bestehende Klöppelschule Prettau, die sich um den Erhalt der Handarbeitstradition im Ahrntal bemühen. Die Sonderausstellung am Standort Steinhaus erzählt die historischen Hintergründe, zeichnet Porträts und stellt feinste Spitzen – von Meterware bis zu Kunstklöppelei – aus. Wöchentlich wird die filigrane Technik vor Ort gezeigt und Interessierte können originale Klöppelspitzen vor Ort erwerben. Das Landesmuseum Bergbau lädt zur Eröffnung der Ausstellung am 28. Juli um 18 Uhr im Kornkasten von Steinhaus ein. Der wissenschaftliche Kurator Armin Torggler führt dabei selbst durch die Ausstellung. Der anschließende Umtrunk bietet die Gelegenheit zum Austausch mit den Prettauer Klöpplerinnen, für Fragen an den Kurator und einen genaueren Blick auf die wertvollen Spitzen.