Event-Informationen
Eine neue Plastik für die Freilicht-Galerie an der Passerpromenade Kunst Meran Merano Arte lädt gemeinsam mit der Raiffeisenkasse Meran und der Gemeinde Meran herzlich zur feierlichen Präsentation des neuen MenschenBildes „Ohne Titel“ (2022), Hommage an Evelyn Ortner von Franz Pichler, an der Passerpromenade am Freitag, 2. Dezember 2022, um 11 Uhr ein. Nach mehrjähriger Pause wurde die Freilicht-Galerie wiederbelebt und es konnte der Meraner Künstler Franz Pichler für die Realisierung der in Meran lebenden und aus Vorarlberg stammenden Evelyn Ortner (1944-1997) gewonnen werden. Evelyn Ortner gehört als Gründerin und Leiterin des Frauenmuseums in Meran zu den herausragenden Meraner Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts, die das gesellschaftliche Leben der Stadt intensiv geprägt haben. Durch die Gründung des Museums fand weibliche, aber auch geschlechtsübergreifende Erfahrung und das damit zusammenhängende Wissen einen geschützten Ort in Meran. Ortners Tätigkeit ist dadurch in das kollektive Gedächtnis der Stadt eingegangen. Das Porträt von Evelyn Ortner erscheint, trotz seiner figurativen Ausführung, nicht als Abbild der 1997 Verstorbenen, sondern wird wegen seines leicht abstrahierten Anklangs zu einer Metapher ihrer schillernden Persönlichkeit. Die auf dem ersten Blick als Herz anmutende Form, gestaltet sich erst bei längerer Betrachtung zu einem Paar roter Schuhe. Franz Pichler, langjähriger Freund von Evelyn Ortner, setzt dabei ganz bewusst Ortners gemeinhin bekannte Leidenschaft für das Sammeln extravaganter Damenschuhe in Beziehung zu der 2009 in Ciudad Juárez (Mexiko) entstandenen Aktion der „Zapatos Rojos“. Diese Aktion findet weltweit oft parallel zum Tag der Frau, am 8. März, statt. Das Positionieren vieler hunderter roter Damenschuhe auf Straßen und Plätzen steht dabei nicht nur für die Präsenz des weiblichen Geschlechts im öffentlichen Raum, sondern ist ein visueller Aufruf gegen die vielen Misshandlungen von Frauen und häufigen Femiziden im Kontext von patriarchal ausgerichteten Gesellschaften. Pichler verbindet so auf ausdruckstarke Weise Ortners Vorliebe für Schuhe und ihre wichtige Arbeit für das Frausein mit einem hochdiffizilen gesellschaftlichen Thema. Die Wahl Franz Pichlers für die künstlerische Umsetzung der Porträtbüste beruht auf seiner hervorragenden bildhauerischen Leistung wie auch auf seiner langjährigen Freundschaft mit Evelyn Ortner, die es ihm erlaubt hat, ein intimes Bild der Verstorbenen in Form einer Plastik zu zeichnen. 2022 wurde auf Veranlassung von Vize-Bürgermeisterin Katharina Zeller die Freilicht-Galerie an der Passerpromenade mit der Beauftragung von Franz Pichler wiederaufgenommen und dank der freundlichen Unterstützung durch die Raiffeisenkasse Meran realisiert. Das Projekt MenschenBilder geht auf die 2015 von der damaligen Stadträtin für Wirtschaft und Tourismus, Gabriela Strohmer, und der damaligen Ressortchefin für Kultur und Stadt-Marketing, Barbara Nesticò, gestarteten Initiative zurück. Als Erinnerungsstützen gedacht, machen die Plastiken auf Menschen aufmerksam, die in kultureller und politischer Hinsicht impulsgebend für die Stadt Meran und die Umgebung waren. Das MenschenBild von 2022 gliedert sich in eine lange Serie von MenschenBildern ein, die mit 2015 ihren Auftakt erfahren hat: der deutsche Künstler Stephan Balkenhol porträtierte Emma Hellenstainer, die Tourismus-Pionierin in Meran und in ganz Südtirol. Urs Lüthi – Schweizer Künstler, Maler, Video-, Performance- und Installationskünstler – modellierte zu Ehren des Schriftstellers Franz Kafkas ein kafkaeskes Selbstporträt in einem Zustand der Verwandlung. Kafka hatte sich 1920 wegen eines Lungenleidens einige Wochen in Meran aufgehalten. Der Grödner Bildhauer Aron Demetz hat dem Dichter, Maler und Wahl-Meraner Antonio Manfredi in weißem Marmor ein Denkmal gesetzt. 2016 konzipierte der britische Künstler Tony Cragg für den Politiker und Vater der Südtirol-Autonomie Silvius Magnago eine Erinnerungsbüste aus Bronze. Das plastische Porträt von Piero Richard, Unternehmer und Förderer des Pferderennplatzes in Meran, wurde von der Südtiroler Künstlerin Wil-ma Kammerer in Edelstahl umgesetzt. Für ein MenschenBild von Rina Riva, Künstlerin und Meisterin der experimentellen Druckgrafik, konnte der Grödner Bildhauer Walter Moroder gewonnen werden. 2017 hat Sissi (Danila Olivieri), die in Bologna und London lebende und arbeitende Künstlerin, die Büste für den Regisseur und Experimentalfilmer Bruno Jori gestaltet. Jori hat als Autodidakt viele Kurzfilme und Spielfilme gedreht und 1966 den Beginn der RAI Bozen mitgestaltet. Mimmo Paladino gehört zu den wichtigsten Vertretern der Transavanguardia, eine bedeutende italienische Kunstbewegung. Er hat die Bronze von Franz J. Lenhart gestaltet, der vor allem durch seine Werbegrafik bekannt wurde. Der südtiroler Künstler Michael Fliri porträtierte die russische Komponistin und Schönbergschülerin Natalia Pravosudovi?, welche 1933 zur Kur nach Meran kam und bis zu ihrem Lebensende blieb. Das Schicksal von der Künstlerin Gina Klaber Thusek war geprägt von Staatenlosigkeit und Konfinierung, und den dadurch bedingten langjährigen Aufenthalt in Meran. Francis Upritchard, eine neuseeländische Bildhauerin, die in London lebt, hat ihre Plastik gestaltet.