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Ausstellung der Künstlerin Rosmarie Burger die am 27. Juni 1959 in Schlanders (Südtirol) geboren wurde. 1963 zog sie mit der Familie nach Kirchhain (Oberhessen), dem Heimatort ihrer Mutter. Seit den 80er Jahren widmete sie sich ihrer großen Leidenschaft, der Malerei. Schon von Anfang an zeigte sich ihr akribisches Gefühl für die Menschheit und deren zwischenmenschlichen Beziehungen. Ihre Bilder sprechen von Empathie und Empfindungen der Seele. Es wird keine Handlung dargestellt und man erkennt keinen Dialog zwischen den einzelnen Figuren, aber trotzdem stehen sie in einer intimen Verbindung. Man spürt in ihren Werken eine immense Ruhe. Rosmaries Malerei konzentriert sich intensiv auf den Menschen, während rundherum eine endlose Leere herrscht. Auch ging es ihr nicht um Plastizität und Tiefenwirkung, es spielt sich alles auf einer Ebene. Gerade so wird der Betrachter nicht zerstreut und die Aufmerksamkeit kann sich innigst auf die zwischenmenschliche Beziehung konzentrieren. Rosmaries Werke lassen uns ihre immense Sensibilität und Empfindung spüren. Als Autodidaktin hat sie sich sofort große technische Fähigkeiten angeeignet. In der Folge sind ihre Pinselstriche sehr entschlossen und sicher. Die Figuren sind oft mit starken, gekonnten Konturen dargestellt. Aber eine Besonderheit von Rosmaries Malerei ist ihre Farbpalette. Ihre Farbnuancen bestätigen ihr herausragendes Gefühl und ihren ganz besonderen Geschmack für Farbe. Rosmaries Werk bringt für die figürliche Malerei des Ende des 20. Jahrhundert eine ganz besondere Menschanschauung. Die nackten Körperformen sind auf bloßes Fleisch reduziert. In ihren Werken erhebt die Künstlerin das instinktive, innere Wahrnehmungsgefühl, das die Menschheit heutzutage zu oft vernachlässigt, wieder in sein Recht. Dieses emotionale Empfinden geht schon ins Träumerische über und verlässt zum Teil das Reale und Irdische. Die abwechselnden Aufenthalte der Künstlerin in Berlin und Südtirol haben ihr wichtige künstlerische Impulse gegeben. Die Erfahrung des alpenländischen Lebens in Verbindung mit dem weltoffenen Leben der Großstadt hat sie im Schaffen sehr bereichert. Rosmarie Burgers Werke wurden sowohl in Italien als auch in Deutschland ausgestellt. Ab 1997 lebte sie dauerhaft in Betziesdorf bei Kirchhain, wo sie am 3. Februar 2010 verstarb.