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Einleitung Warum mögen wir Bäume? Weil sie uns an Höhe und Alter übertreffen und trotzdem Lebewesen sind. Imposant und ehrwürdig. Bäume sind mächtige Pflanzen, und als Pflanzen sind sie imstande, in gewisser Weise, zu tasten, riechen, hören, fühlen und kommunizieren. Die Natur hat Sinnesorgane und wir auch, das verbindet uns mit ihr. Anstatt von der Umwelt tun wir besser daran, von der Mitwelt zu sprechen. Die Toblacher Gespräche 2019 wollen in das Geheimnis der Bäume einführen und dadurch die Vielfalt des Lebens in den Alpen erkunden. Haben Bäume ein Gedächtnis? Wie tauscht ein Wald Nachrichten aus? Das kratzt am hergebrachten Naturverständnis: Wir sind nicht abgetrennt von der Natur, sondern selbst Teilnehmer an dem Naturspiel - im Guten wie im Bösen. Zum Beispiel hat der Mensch ebenso wie die Natur das Zusammenspiel von Almen und Bergwald, von Tälern und Dörfern geschaffen, wofür die Alpen berühmt sind. Wälder sind Lebensräume von Flora und Fauna. Auf der anderen Seite fällt ein langer Schatten auf die Glorie der alpinen Wälder. Hoch geschätzt von Romantikern und Sägereien gleichermaßen, sind die Wäldern besonders durch den Klimawandel gefährdet: Sturmschäden, Dürre, Insektenbefall werden häufiger. Dazu kommen noch Zivilisationsschäden wie Skianlagen und Straßenbau. In Workshops werden einige Zugänge zur Waldpädagogik eröffnet: durch Beobachtung, Fotografieren, Sinneswahrnehmung und Meditation. Und vor allen Dingen, in einer Schlussrunde der Tagung wird die Frage angegangen: Was kann die Forstwissenschaft und -wirtschaft, um die Herrlichkeit der Wälder von der Drangsal des Klimawandels zu schützen? --- Freitag, 27. September 14:00 Exkursion: „Unser Wald – Eintauchen in die Hochpustertaler Wald-Welt unter der Leitung des Forstinspektorats.“ 20:00 Diskussionsrunde: „Mein Wald! Dein Wald! Schutz, Reichtum und Auftrag unseres alpinen Waldes“ -- Samstag, 28. September 09:00 Einschreibung 09:30 Begrüßung und Einführung in die Gespräche Karl-Ludwig Schibel 10:00 Schlaues Grünzeug. Wie man den Wald sehen muss Daniele Zovi 11.00 Pause 11:30 Alles fühlt. Zurück zur beseelte Natur - Plädoyer für einen Perspektivwechsel Andreas Weber 12:30 Mittagessen 14.30 Wood Wide Web. Das Internet der Natur - Ted Talk Suzanne Simard 15.00 Wald unter! Das Ökosystem Wald als Klimaopfer und als Klimaretter Rossella Guerrieri 16:15 Pause 16:45 Parallele Arbeitsgruppen: Geschichten von Ländern und Wasser: Etsch Adige Ein Film von Vittorio Curzel Zerstörung der Natur dokumentieren. Zukunftsfähige Lösungen aufzeigen Sylvia Hamberger Waldschule. Was die Naturschützer im Bergwaldprojekt lernen Stephen Wehner Dynamisches Wirkungsgefüge – einschwingen in kontextuelle Logik Karin Meißenburg Naturschule. Was die Wolken und Bäume den Kindern erzählen Paola Cosolo Marangon 19:00 Gemeinsames Knödelessen -- Sonntag, 29. September 09:00 Was haben wir von der biologischen Vielfalt des alpinen Raums? Ulrike Tappeiner 10:00 Naturnahe Forstwirtschaft. Eine Chance für die Zukunft von Wäldern, Natur und Menschen Lutz Fähser 11:00 Pause 11:30 Diskussionsrunde: Wie können wir die Resilienz unserer Wälder erhöhen? Mario Broll, Gigi Casanova, Giustino Tonon es moderiert Silvia Zamboni 12.30 Abschließende Überlegungen Wolfgang Sachs und Karl-Ludwig Schibel 13:00 Kleines Mittagsbuffet