Event-Informationen
Für diese speziellen Räume haben Letizia Werth und Bernhard Hosa die Ausstellung fragments & formations geplant. Die beiden KünstlerInnen beschäftigen sich schon lange mit verschiedenen Aspekten von Haft, Freiheitsvollzug und dem Spannungsverhältnis zwischen dem Individuum und einer normativen Gesellschaft. In den ehemaligen Gefängniszellen der Galerie Gefängnis finden ihre künstlerischen Arbeiten nun den kongenialen Rahmen. Letizia Werth befasste sich in ihrer Werkreihe lunatic pictures mit Charcot’s Hysterie Patientinnen der Pariser Haft- und Heilanstalt Salpêtrière. Ausgehend von dem Fotomaterial der damaligen Zeit, entstand eine Serie von Zeichnungen, die Frauen in den als typisch hysterisch geltenden Posen oder im Porträt zeigen. „Lunatic“ verweist dabei einerseits auf die als verrückt geltenden Frauen, doch ebenso auf den wahnwitzigen Umgang mit ihnen. Auch Bernhard Hosa thematisiert in seiner mehrteiligen Serie up to sample den menschlichen Körper als Objekt der Wissenschaften. Ausgangspunkt dieser Serie ist das 1967 erschienene Buch "Das Gesicht des seelisch Kranken". Die Publikation stellt fotografische Portraits von Personen dem jeweilig zugeordneten Krankheitsbild, und einer physiognomischen Analyse der Gesichtszüge gegenüber. Die einzelnen ganzseitigen Abbildungen sind jeweils nach einem bestimmten, immer gleichbleibenden Muster gefaltet, das eine fixe Konstante bildet.