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Dass es eine enge Beziehung zwischen Religion und Sprache gibt, war in der Theologie immer ein Thema. Die Linguistik, zumindest die deutsche, beginnt erst allmählich, sich mit religiösen Sprachproblemen auseinanderzusetzen. Der Sprachwissenschaftler Rudolf Hoberg geht in seinem Vortrag anhand von Beispielen auf die wichtigsten dieser Probleme ein: auf die Frage, was es heißt, dass religiöses Denken und Erleben an Einzelsprachen gebunden sind; auf die sich daraus ergebenden interpretatorischen Konsequenzen etwa bei Bibelübersetzungen, Erzählungen, Parabeln, Glaubensbekenntnissen, Dogmen, Gebeten oder Liedern; auf die These, es gäbe eine Religion ohne Sprache, eine Religion des Schweigens; auf sprach- und kommunikationsbedingte Schwierigkeiten beim interreligiösen und interkonfessionellen Dialog. Referent: Prof. Dr. Rudolf Hoberg, em. Professor für Germanistische Sprachwissenschaft an der Technischen Universität Darmstadt und ehemaliger Vorsitzender der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS)