Event-Informationen
Zwei Jahre nach ihrer letzten Einzelausstellung in der Galerie zeigt Margareth Dorigatti einen neuen Werkzyklus mit dem Titel Luna/Mond. In den früheren Ausstellungen (Lago/See, Rubra, Erlkönig) hat die Künstlerin ganz persönliche Referenzwelten erforscht und Eindrücke und Gefühle davon nachempfunden, und zwar durch die Evokation von Archetypen, die auch für jemand erkennbar sind, der jene Wirklichkeiten nicht direkt wahrgenommen hat oder wahrnehmen wollte. Mit Luna/Mond richtet sie dagegen ihr Augenmerk auf etwas, das jeden von uns von Uranfang an und unausweichlich beeinflusst, und zwar zeitlebens; oder vielmehr, von der pränatalen Phase bis zu den veränderlichen Stadien nach dem Tod; von der Empfängnis bis zur Verwesung. „Indem man sich dem Mond öffnet, wird man in einen stetigen alchemistischen Prozess verwickelt. Wie die verschiedensten alten Kulturen sehr wohl wussten, verzichtet jemand, der nicht auf den Mond achtet, auf das Bewusstsein, auf die Deutung der feinen Ursachen, auf das Verstehen“, schreibt Kate Singleton. „Jeder – und insbesondere jede – hat ihre eigene Luna, ihre Launen. Laune bedeutet nicht nur Gemütsstimmung, sondern auch Fantasie und Extravaganz; also Kreativität. Margareth Dorigatti ist bei Vollmond geboren, wenige Stunden nach einer Mondfinsternis. In ihrem Schicksal finden sich daher nicht alltägliche Parallelen, bedeutsame Verbindungen, ein Element der Syzygie, das heißt, die von den Alchemisten verfolgte Zusammenführung der Gegensätze. Nicht von ungefähr ziehen uns ihre Gemälde hinein in ein mächtiges Firmament, in ein traumhaftes, aber auch auf dramatische Weise reales Universum, Quelle und Schmelztiegel wohlvertrauter intimer und flüchtiger Erinnerungen.” Mit der Malerei offenbart Margareth Dorigatti die tiefe Erfahrung und lässt uns daran teilhaben. Sie verwendet und bearbeitet die Farbschichten, um die trügerischsten Aspekte des Erlebten zu enthüllen, um einen fernen Widerhall, ein schwaches und vages Echo zurückzurufen. Und wir, Betrachterinnen und Betrachter, folgen auf unsere unterschiedlichen Arten dem Rat, der Einladung, in den verborgensten Abgründen des Bewusstseins zu graben. Das ist Archäologie der Seele.