Event-Informationen

Stefan Tschurtschenthaler zeigt vom 05. bis 19. April 2014 im Kunstforum Unterland seine Installation „Moll“. In gewissen Teilen ist diese durch die zahlreichen, seit einigen Jahren immer häufiger aufgedeckten und angezeigten Missbrauchsfälle an Minderjährigen in Heimen und ähnlichen Erziehungsinstitutionen inspiriert. Die meisten dieser vorwiegend neuen Arbeiten der Installation entstanden aber aus dem dumpfen, die Seele beschwerenden Gefühl heraus, das die unzähligen Bilder und Berichte aus der dunkelsten Periode des vergangenen Jahrhunderts in Einem aufsteigen lassen. Bilder, die permanent für das Wachhalten der kollektiven Erinnerung in den Medien gezeigt werden. Assoziationen zu Bildern des Holocaust können sich einstellen, es wird versucht, Begriffe wie etwa Isolation, Abtransport, Einzelschicksal oder kollektive Schuld auf subtile Weise zu thematisieren. Anhand von Objekten, Bildern, Wort und Video und eines in sich geschlossenen Holzschnittzyklus sollen in teils abstrakter, teils konkreter Manier Bezüge erlebt werden, sowie aus der Vorstellungskraft generierte Situationen geschaffen werden. Die Materialien Wachs und Graphit werden symbolisch für Erinnerung, Aufzeichnung und Schrift eingesetzt. In der materiellen Umsetzung wird auf klaren Ausdruck und karge Ästhetik geachtet, auch mit dem Anspruch, nicht ins Plakative abzurutschen. Den aus der Musik entlehnten Titel der Austellung „Moll“ setzt Stefan Tschurtschenthaler als eine Art Brücke zwischen Wahrnehmungs- und Gefühlsebene ein. Das genannte Tongeschlecht, das häufig als dunkel, düster oder trübe beschrieben wird, kann den emotionalen Charakter einer Musik, im Zusammenspiel mit Melodieführung, Rhythmus und Tempo, in eine melancholische, nachdenklich stimmende Richtung lenken. Zur Ausstellungseröffnung wird der Musiker Umberto Carrescia Improvisationen in Moll am Klavier spielen.