Event-Informationen
Der historische Begriff des „Paradiesapfels“ bildet den Ausgangspunkt der Ausstellung „Paradeiser“. Der Titel verbindet den Paradiesapfel mit dem Paradeiser und eröffnet einen Assoziationsraum zwischen Mythos und Gegenwart, Natur und Kultur, Erinnerung und Zukunft. Im Zentrum der Ausstellung steht der Garten – nicht als idyllischer Rückzugsort, sondern als Ort permanenter Transformation. Wachstum und Vergänglichkeit, Fürsorge und Eingriff, Fülle und Verlust existieren hier nebeneinander. Der Garten wird zum Bild eines lebendigen Beziehungsgefüges, in dem sich ökologische, gesellschaftliche und kulturelle Prozesse überlagern. „Paradeiser“ versteht das Paradies nicht als verlorenen Ursprungsort, sondern als Modell einer Beziehung zur Welt. Der Garten wird zu einem Ort, an dem sich Fragen nach Fürsorge, Koexistenz und gegenseitiger Abhängigkeit verdichten. Vor dem Hintergrund ökologischer und gesellschaftlicher Umbrüche untersuchen vier künstlerische Positionen, wie sich das Verhältnis zwischen menschlichen und mehr-als-menschlichen Lebensformen neu denken lässt. Die Arbeiten von Julia Bornefeld, Florian Borkenhagen, Philipp Putzer und Mischa Sanders nähern sich diesen Fragen aus unterschiedlichen Perspektiven. Julia Bornefeld verbindet Malerei, Skulptur, Fotografie und Installation zu Erfahrungsräumen, in denen sich Material, Körper, Raum und Wahrnehmung gegenseitig beeinflussen. Florian Borkenhagen nimmt das Alltägliche zum Ausgangspunkt und verwandelt vertraute Gegenstände durch Dekonstruktion und Neuinszenierung in überraschende Bedeutungsträger. Das Künstlerduo Philipp Putzer und Mischa Sanders arbeitet mit gefundenen Objekten, Fragmenten und Zeichnungen, die sich zu skulpturalen Gefügen zwischen Natur und Architektur, Wachstum und Verfall, Erinnerung und Imagination verbinden. Gemeinsam eröffnen die vier Positionen einen Blick auf eine Welt, in der nichts isoliert existiert. Menschen, Tiere, Pflanzen, Dinge und Landschaften stehen in vielfältigen Beziehungen zueinander. Gärten erscheinen dabei als Orte des Erinnerns, der Transformation und des Werdens – als Räume, in denen Natur nicht bloße Kulisse oder Ressource ist, sondern eigenständiges Gegenüber: verletzlich, widerständig und in stetiger Veränderung. „Paradeiser“ lädt dazu ein, vertraute Vorstellungen von Natur und menschlicher Existenz neu zu betrachten. Zukunft wird dabei nicht als Rückkehr zu einem idealisierten Paradies verstanden, sondern als gemeinsame Praxis des Mit-Seins – als fortwährender Prozess von Fürsorge, Verantwortung und Aushandlung innerhalb eines vielschichtigen Netzes des Lebens. Die Ausstellung „Paradeiser“ in der Vijion Art Gallery in Pontives ist im Rahmen des Artfestivals Gröden vom 7. bis 20. September 2026 täglich von 16 bis 19 Uhr zu sehen. Die Eröffnung findet am Samstag, 12. September 2026, um 11 Uhr mit anschließendem Aperitif statt.