Event-Informationen

Design und Kunst sind die Protagonisten der Ausstellung, die den Raum der Galerie von Antonella Cattani in HOME verwandelt. Wie der Titel schon sagt, ist dies eine Einladung, die Grenzen zwischen den beiden Disziplinen zu durchbrechen und Design und zeitgenössische Kunst als Instrumente zur Herstellung sensibler Verbindungen zu erproben - im Hinblick auf einen veränderten Life-Style, der von gegenseitiger Sorgfalt geprägt ist. Die Ausstellung basiert auf dem Projekt einer Innenarchitektur, die dem Kunstwerk gegenüber tritt und in diesem Dialog eine Methode ausmacht, neue Ausdrucksformen zu entdecken. Ein Prozess, der zur Vision eines integrierten Raumes führt, in dem Kunst und Design einander umspielen und gemeinsam eine Welt neuartiger Zeichen erzeugen. Alle Einrichtungselemente, die von der Designerin Patrizia Bertolini speziell für die Ausstellung konzipiert und realisiert wurden, gehören zur RICCIOLI genannten Kollektion. Bertolinis Recherche setzt auf den Minimalismus als Arbeitsmethode und fordert ihn bis zur äußersten technischen und formalen Konsequenz heraus, um zum Wesen der Objekte und ihrer Bedeutung vorzudringen. Um die Konstruktionslinien von Tischen, Stühlen, Betten und anderen Elementen zu kreieren, wurde ganz bewusst ein Material wie Rundeisen verwendet, das diese Elemente mittels einer einzigen gekrümmten, in sich selbst gedrehten Linie entwirft. Die Technik der Bearbeitung und Verdrehung dieses Metalls erfordert ein hohes Maß an handwerklichem Können und technischem Geschick, um beim Schmieden und Verarbeiten die Form ständig unter Kontrolle zu halten – zur Bestätigung, wie nötig handwerkliche Ausbildung und Fähigkeiten sind. Neben der Suche nach der essentiellen Form liegt das Hauptaugenmerk dieses Verfahrens auf der Nachhaltigkeit und einer vollständigen Verwendung und Nutzung der Objekte. Aber betreten wir dieses Haus – diesen offenen Raum – um den Erweis zu erbringen, wie Kunst und Design sich gegenseitig durchdringen, bereichern und erhalten: Die Kunst inspiriert und überträgt Emotionen, während das Design ein Konzept entwickelt und es in eine Funktion umwandelt. In der Ausstattung des Eingangs trifft die Silhouette eines Kleiderbügels auf die spiegelnd weiße Oberfläche des Werks von Nataly Maier - neben der Porzellanskulptur eines dekorativen Figurenpaars im Rokoko-Stil, dem Dana Widawski eine Comic-Sprechblase samt Text beigefügt hat, um damit an der #Me-Too-Debatte teilzunehmen. Das Triptychon von Paolo Radi markiert den Übergang vom Tag zur Nacht und führt uns in die Ruhezone hinüber. In diesem Raum herrscht ein immenser heiterer Himmel, nämlich die Leinwand von Giovanni Frangi, die in die Installation von Mats Bergquist übergeht; diese besteht aus 25 Ikonen von bis zum Äußersten verfeinerter, aber ganz eigener Kraft der visuellen Darstellung, samt Bezügen zur westlichen und östlichen Philosophie. Im Wohnzimmer, das von der Essenz bzw. der Leere der Volumen eines Schaukelstuhls, einer Lampe und eines Tisches gekennzeichnet ist, lässt sich die Hitze eines Feuers wahrnehmen - „entzündet“ durch die Farben und Materialien von Julia Bornefelds Arbeit. Der Dialog zwischen Kunst und Design wird anhand der Werke von Marco Tirelli, Emanuela Fiorelli, Sean Shanahan und Antonella Zazzera fortgesetzt. Jedes Ambiente hat eine Geschichte zu erzählen: Dies ist handwerklichen Objekten, Gemälden, Skulpturen und Installationen zu entnehmen, die im Zusammenklang Räume zum Leben erwecken, in die man sich versenken kann.