Event-Informationen
KünstlerInnen: Nicolò Degiorgis, Francois-Xavier Gbrè, Runo Lagomarsino, Sonia Leimer, Renato Leotta Am 20. August 1916 erscheint in der Tiroler Soldaten-Zeitung, die in Bozen gedruckt wurde, ein Artikel unter dem Titel “Bin ich ein Österreicher?”. Verfasser ist kein anderer als Robert Musil, junger Offizier und Chefredakteur der Zeitung. Von welcher Heimat ist hier die Rede? Die Ausstellung nimmt ihren ideellen Ausgangspunkt in den Gedanken von Musil, um sie heute, 100 Jahre nach ihrer Veröffentlichung, wieder aufzurollen und damit Geschichten, Fragen und Interpretationen miteinander zu verbinden. Sie sollen an die historischen und gesellschaftlichen Veränderungen, die für Meran ausschlaggebend waren, gebunden werden. Zu einem Zeitpunkt, in dem in Europa die Idee der Nationalstaaten in Krise geraten ist und noch nicht den Ausweg in eine überstaatliche demokratische Frage “Wer ist noch österreichisch?” gefunden hat, soll das Erbe und die Geschichte einer kulturellen Vielfalt in Meran erkundet werden und als Modell einer umfassenderen zeitgeschichtlichen Reflexion dienen. Das Projekt ist also nicht allein eine Ausstellung zu Meran, sondern vielmehr eine Erzählung, die anhand der jüngsten Geschichte der Stadt die epochalen Veränderungen der europäischen und globalen Gesellschaft aufgreift. Denn auch Meran wird nie wieder das sein, was es in seiner Vergangenheit war.