Event-Informationen
Mit der Ausstellung Song Song Stills untersucht Julia Krahn neuerdings das Stillleben und interpretiert es als Metapher des Lebens. Die innerhalb des Projekts „SchönerHeit” für die Stiftung Anna von Borries (Hannover/D) realisierten Fotografien, die nun in der Galerie von Antonella Cattani zu sehen sind, haben einen gemeinsamen Ausgangspunkt: das Hohelied. Es kann kaum verwundern, dass der Zauber dieses Textes, der zu den lyrischsten und ungewöhnlichsten der Heiligen Schrift zählt, die deutsche Künstlerin (1978 Jülich, D) dazu bewog, einige Abschnitte mittels des fotografischen Mediums in ihre besondere Sichtweise zu übertragen. Um ihre Bilder zu konstruieren, hat Julia Krahn sozusagen auf die Darstellungen der Schönheit, auf die an Farben, Düften, Formen und Klängen reichen Bilder geschaut, die das Hohelied der Liebe beschwört. Obwohl sich ihre fotografische Arbeit in einem der ältesten Genres der Malerei, im Stillleben, ausdrückt, verrät sie einen ganz persönlichen Zugang zu den ausgewählten Sujets und eine auch auf der Gefühlsebene entsprechende, zeitgemäße Bearbeitungstechnik. Die Aufnahmen fußen auf Auszügen der Realität und sind reich gegliedert. Für diesen Zyklus von Stillleben hat Krahn eine Kompositionslinie ausgearbeitet, bei der sie dem Hintergrund dieselbe Bedeutung einräumt wie dem Gegenstand. Dem ist auch die Wahl einer „tiefen” Farbe wie dem Blau zuzuschreiben, das in einigen Fotos anscheinend einer Metamorphose unterzogen wird, da es in violette Töne übergeht. Auch in den großen, für diese Personale realisierten Wallpapers finden wir dieselbe Vorgangsweise: Die Realitätsmuster werden zum Vorwand für Abweichungen; das Bild wird zwar inszeniert und kommuniziert, doch zugunsten der Interpretationsfreiheit einem visuellen Schwebezustand überlassen. „Die Schönheit entsteht in unserem Blick ", versichert Julia Krahn; eine Aussage, die einer Absichtserklärung gleichkommt: unseren Blick so anzuregen, dass er die Schönheit erfassen kann!