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Ein Projekt des Künstlers Marco Bolognesi Kurator: Valerio Dehò Sendai City ist eine Metropole, eine Kulisse, ein postmoderner, dekadenter Ort, ein von Cyborgs bewohnter Nicht-Ort, der von einer künstlichen Intelligenz geschaffen wurde und von multinationalen Konzernen regiert wird. Marco Bolognesi (* 1974) schildert uns seine Welt, die er aus Elementen des Pop und der Sciencefiction konstruiert, aus Spielzeug, alten B-Movies und Comicfiguren, die er in einer Technik zusammenfügt, die seit jeher sein Kennzeichen ist: die Collage. Ein Gegenstand, eine Figur, eine Geschichte, irgendwo herausgegriffen und dann mit etwas anderem verknüpft, das ergibt etwas Drittes, das sich mit einer neuen Bedeutung auflädt und mit neuem Leben erfüllt ist. Auf diese Weise baut Bolognesi eine Großinstallation der Stadt und bringt Spielzeuge etlicher Kindergenerationen zusammen; das spielerische Element und der Entdeckergeist, die sich in diesen Gegenständen verbergen, werden auf die Installation übertragen, verbinden sich mit der Faszination der Sciencefiction-Welt und der Modernitätsangst und produzieren Dissonanz. Von diesem Ort aus nimmt die Narration der Welt des Künstlers ihren Lauf: „Ich bin überzeugt, dass Orte vor allem durch das definiert und abgestempelt werden, was dort passiert. Deswegen belebe ich meine Metropole mit Figuren und Geschichten aus meiner eigenen Welt, mit Filmen, die ich liebe, und mit der Kultur, die mich inspiriert; Geschichten, wie sie einem auf der Straße, in den Palazzi, in den Zügen meiner Metropole der zeitlosen Zukunft begegnen.“ Um diese Geschichten zu erzählen, bedient sich Bolognesi beim Film, genauer: bei den italienischen Sciencefiction-Filmen der 1960er und 1970er Jahre mit ihren zahllosen Verweisen auf die Politik und Gesellschaft jener Zeit, die den Blick in die Zukunft richten, um von der Gegenwart zu sprechen. Diese alten Streifen berühmter italienischer Filmemacher bilden die Grundlage der Mixturen des Künstlers, der in Verbindung mit neuen Aufnahmen und durch die Anwendung der Illustration und Animation seine Welt mit den Mitteln der Videokunst schildert: die Welt des Post-Humanen und des Post-Punk.